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Inhaltsverzeichnis des VdS-Journals 97

Inhaltsverzeichnis VdS-Journal Nr. 97
 
 
  1 Editorial

Nach Redaktionsschluss
  4 Fachgruppe Geschichte - Einladung zur 20. Tagung in Kassel
  5 Komet C/2024 E1 (Wierzchos)

Ergebnisse der VdS-Remote Sternwarte
  6 Das Schwerpunktthema: "Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte"
  7 Die VdS-Remote-Sternwarte - Mein Weg und erste Erfahrungen
  10 Was habe ich bei der Fachgruppe gelernt? - Gruppenbeobachtung und gemeinsame Auswertung der Ergebnisse
  12 Öffentlichkeitsarbeit mit der VdS-Remote-Sternwarte
  16 Kometenbeobachtung am Südhimmel mit der VdS-Remote-Sternwarte auf Hakos
  20 Kleinplanetenbeobachtungen an M58
  24 Strange New Worlds - Fotometrischer Nachweis von Exoplaneten-Kandidaten
  27 Aus der VdS-Fachgruppe Remote-Sternwarten: Drei Jahre technische Betreuung und andere Herausforderungen
  31 Stand und Ergebnisse der Untergruppe Software

Amateurteleskope/Selbstbau
  34 Vandelay Observatory 2.0
  39 Vermeidung von Taubeschlag auf meinem Newtonspiegel

Astrofotografie
  53 Der Planetenweg des Deutschen Museums in München: Ein Spaziergang durch unser Sonnensystem

Astronomische Vereinigungen
  55 Goldenes Jubiläum mit besonderem Himmelsereignis
  58 Die Astronomische Vereinigung Bodensee e.V. lädt zur Astro-Messe 2026 am Bodensee ein
  60 Astronomie in NRW zurück im Lehrplan

Astrophysik & Algorithmen
  61 Sonnenfinsternisse - der globale Verlauf

Atmosphärische Erscheinungen
  63 Beobachtung atmosphärischer Erscheinungen über Webcams (Teil 2)

Geschichte
  67 Von einer Kometenentdeckung bis zu einem spektakulären Mondmodell - Julius Schmidt im Rheinland
  72 Alte Texte astronomisch neu interpretieren am Beispiel der Bibel

Kleine Planeten
  74 Kosmische Begegnungen

Kometen
  80 Bedeutende Kometen des 3. Quartals 2025

Mond
  82 Totale Mondfinsternis am 7. September 2025
  88 Zur Mondfinsternis vom 07.09.2025 - eine kleine Geschichte
  88 Sechste European Conference on Amateur Radio Astronomy - EUCARA 2025 in Oxfordshire, UK
 

Remote-Sternwarten
  90 Die Galaxie NGC 7331 mit der Supernova SN2025rbs

Smart-Teleskope
  91 Neue Fachgruppe "Smart-Teleskope" Der Himmel für alle - Smart-Teleskope öffnen neue Wege zur Astronomie

Sternbedeckungen
  93 Streifende Sternbedeckungen durch den Mond im II./III. Quartal 2026

Veränderliche
  95 Die 20. BAV-Beobachtungs- und Urlaubswoche

in Kirchheim
  99 ASASSN-24fw - Verfinsterung eines Sterns

VdS-Nachrichten
  104 Bericht aus dem Vorstand
  104 Die VdS-Sofi-Brille
  105 Wir begrüßen neue Mitglieder
  105 Spenden an die Vereinigung der Sternfreunde e.V.
  106 Jubiläen

VdS vor Ort/Tagungsberichte
  108 Die Tagung der VdS-Fachgruppen Planeten und Sonne 2025 in Bonn

Beobachterforum
  115 Astronomische Routen - eine App als Beobachtungswegweiser
  118 SN 2025rbs - Supernova (Typ Ia) in NGC 7331
  119 Lichtspiele im Kosmos: Der veränderliche Reflexionsnebel vdB 24

Service
  112 Himmelsvorschau Mai 2026 -Juli 2026

Vorschau
  123 Vorschau auf astronomische Veranstaltungen April bis August 2026

Hinweise
  125 Wichtige Informationen für unsere Mitglieder!
  126 VdS-Fachgruppenredakteure, VdS-Fachgruppenverantwortliche
  127 Autorenverzeichnis
  128 Impressum
  128 Ihr Beitrag im VdS-Journal für Astronomie
  128 Inserenten

Impression
  59 Sonne hinter dem Königstuhl

Textinhalt des Journals 97

Der Textinhalt dient zum Durchsuchen, zum Ausschneiden vorn Text und für internetgestützte Übersetzungs-Software. Der Text ist nicht formatiert, Bildunterschriften sind irgendwo im Text eingefügt.
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Zum Lesen ist das Journal als pdf vorgesehen.



Journal für Astronomie Nr. 97 | 3

Nach Redaktionsschluss

Fachgruppe Geschichte [1]
Einladung zur 20. Tagung in Kassel
Fr., 30.10. - So., 01.11.2026
Hessisches Landesmuseum [2] Brüder-Grimm-Platz 5 | 34117 Kassel

Das Kasseler Wochenende wartet auf mit Ausstellungen, Posterpräsentation, Wissensv ermittlung, Vorträgen und Führungen. Eingeladen sind alle Mitglieder der Vereinigung der Sternfreunde e.V. Darüber hinaus sind alle Gäste, insbesondere aus der Region Göttingen, Hannover und Kassel herzlich willkommen. Die Ausstellung der Mitglieder der Fachgruppe (30. - 31.10.) öffnet Fr., 14:00 - 16:30 Uhr, und am Sa., 31.10. während der Pausen.
Programm
Freitag, 30.10., Historischer Hörsaal, Einlass 16 Uhr, Begrüßung 16:50 Uhr 17:00 Uhr Prof. em. Dr. Gudrun Wolfschmidt
,,Per aspera ad astra" - Frauen in der Astronomie Einführungsvortrag

Samstag, 31.10., Historischer Hörsaal, Einlass 8:20 Uhr, Begrüßung 9:20 Uhr 9:30 - 17:45 Uhr Vortragsprogramm, Poster, Ausstellung und Gespräche
Zusätzlich zum Leitthema ,,Frauen in der Astronomie" nehmen wir den Erhalt der international bekannten Ausstellung des Astronomisch-Physikalischen Kabinetts (APK) in den Fokus.
Sonntag, 1.11., Besichtigung der Sammlung des APK, Museum und Stadtführung Kassel

1 Himmelsglobus von Jost Bürgi um 1582
Foto: A.B. (Wikimedia Commons)

[1]

[2]

Tagungsbeitrag: Fr. - So. für VdS-Mitglieder: 40 , darin enthalten: Tagungsleitfaden, Vorträge, Ausstellung und Catering am Sa., Eintritt in Museen und Führungen nicht enthalten. Eintritt für Gäste am Fr., 30.10.: 5 , Ermäßigte: 2,50 . Änderungen vorbehalten.
Veranstalter: Vereinigung der Sternfreunde e.V., FG Geschichte der Astronomie. Anmeldung bei Torsten Eisenschmidt: fg-geschichte@sternfreunde.de

2 Gruppenfoto der Fachgruppe Geschichte, Mannheim 2025
4 | Journal für Astronomie Nr. 97

Nach Redaktionsschluss
Komet C/2024 E1 (Wierzchos)
von Uwe Pilz Der Komet C/2024 E1 (Wierzchos) konnte bis in den November hinein vom deutschen Sprachraum aus beobachtet werden, bevor er der Sonne zu nahe kam. Die Aufnahme von Steffen Fritsche stammt aus dieser Zeit, der Komet war seinerzeit etwa 11 mag hell. Nach dem Periheldurchgang entwickelte sich Wierzchos zum Fernglaskometen, allerdings nur für den Südhimmel. Gerald Rhemann und Michael Jäger konnten diese glanzvolle Erscheinung von Namibia aus aufnehmen. Neben dem prominenten Ionenschweif erkennt man den differenzierten Staubschweif, der aus Partikeln ganz unterschiedlicher Größe zusammengesetzt ist.
1 29. September 2025,
18:36 - 19:10 Uhr UT, 34 x 1 min, ToupTek SkyEye 62 AC, Celestron RASA 11, erstellt mit AIRTOOLS. Bild: Steffen Fritsche, Köditz.
2 26. Januar 2026,
18:47 Uhr UT, ASAAstrograph 12" f/3,6, ZWO ASI6200MM Pro, LRGB 7,8/5/5/5 min. RemoteAufnahme in Namibia von Gerald Rhemann und Michael Jäger.
Journal für Astronomie Nr. 97 | 5

Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

Das Schwerpunktthema: ,,Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte"
von Bernd Christensen und Kai-Oliver Detken

Die Fachgruppe ,,Remote-Sternwarten" [1] besteht seit Herbst 2021 und baute nach entsprechender Planung im April 2023 die erste Remote-Sternwarte auf der Astrofarm Hakos in Namibia auf. Nach einem viermonatigen Testbetrieb konnte sie im September 2023 ihr First Light für die gesamte Fachgruppe feiern. Nach nun fast drei Jahren Routinebetrieb ist es Zeit, den VdS-Mitgliedern neben Vorträgen auf vielen Tagungen auch im VdS-Journal für Astronomie einen zusammenfassenden Überblick über das bisher Erreichte zu geben. Bis heute sind schon mehrere Artikel im VdS-Journal zum Betrieb und ersten Ergebnissen der Remote-Sternwarte erschienen [1-3].
Bei der Ankündigung des Schwerpunktthemas in der Fachgruppe waren wir erstmal nervös, ob überhaupt Vorschläge für Artikel kommen würden. Das war aber unbegründet, denn es meldeten sich mehr als zehn Mitglieder mit Ideen für Artikel. Die Bandbreite dabei war groß und wir konnten nicht alles realisieren. Besonders freut mich, dass sich nicht nur die ,,Power User", sondern auch ,,normale" Mitglieder mit Berichten zu ihren ganz persönlichen Erfahrungen mit der Sternwarte und der Zusammenarbeit untereinander und in Bezug auf astronomische Öffentlichkeitsarbeit gemeldet haben. Auch wissenschaftliche Ergebnisse kommen nicht zu kurz und zeigen die Möglichkeiten, sich auch als Amateur einzubringen.
Die Artikel des Schwerpunktthemas beschäftigen sich mit den Fallstricken und der technischen Komplexität einer für viele Nutzer zugänglichen Remote-Sternwarte, der Anwendersicht, der Öffentlichkeitsarbeit, Entdeckung und Bestätigung von Kleinplaneten und Exoplaneten sowie Kometen- und Gruppenbeobachtungen. Ebenfalls wird vorgestellt, wie die Software-

Gruppe den automatisierten Betrieb der Sternwarte künftig umsetzen wird.

Und das ist auch ei-

ne gute Gelegenheit,

,,Danke" zu sagen,

an alle Power User,

die den Beobach-

tungsbetrieb durch-

führen und mit

ihrer Erfahrung die Sternwarte und die

1 Die beiden fotografischen Teleskope auf der Montierung der

Gruppe voranbrin- VdS-Remote-Sternwarte auf Hakos in Namibia. (Bild: B. Christensen)

gen, die Leiter der

Untergruppen (Yves,

Georg, Thomas, Jürgen), ohne die es auch im Diese über drei Jahre gewachsene Zusam-

Hintergrund nicht weitergehen würde, und menarbeit macht es auch den Leitern, Kai-

hierbei speziell an Thomas Appel, ohne des- Oliver und mir, einfacher, eine solch große

sen immerwährenden Einsatz zu allen Tages- Gruppe mit unterschiedlichsten Interessen

und Nachtzeiten es schon mehr als einmal zusammenzuhalten und voranzubringen.

zum Stillstand der Anlage gekommen wäre,

an Waltraud, Friedhelm und Jürgen auf der Wiederholen möchte ich meine Einladung

Farm Hakos, an alle Beobachter, die unsere an alle Fachgruppen, Sternwarten und

Galerie [4] mit exzellenten Bildern oder Be- Einzelmitglieder, mit ihren Themen und

obachtungsergebnissen füllen und die Qual Projekten zu uns zu kommen und zu be-

der Wahl zum ,,Foto des Quartals" erhöhen, sprechen, was wir als ,,Remotler" zu Euren

an alle, die die Möglichkeiten und Ergeb- Projekten beitragen können. Und nun - viel

nisse der Fachgruppe in die VdS und nach Spaß beim Lesen!

außen in Schulen und Sternwarten tragen.

[1]

Literatur- und Internethinweise (Stand 26.11.2025):

[1] K.-O. Detken, 2024: ,,Der Weg zur vollautomatischen Remo-

te-Sternwarte: ein Bericht aus der gleichnamigen Arbeits- [2] gruppe", VdS-Journal für Astronomie 89 (II/2024), S. 12-17

[2] G. Piehler, R. Sparenberg, 2024: ,,Der Komet C/2023

A3", VdS-Journal für Astronomie 90 (III/2024), S. 115-116

[3] K.-O. Detken, 2025: ,,Aus der VdS-Fachgruppe Remote-

[3]

Sternwarten: Betrieb und Organisation nach 18 Monaten",

VdS-Journal für Astronomie, 94 (III/2025), S. 117-120

[4] VdS-Fachgruppe Remote-Sternwarten, ,,Galerie", https:// remotesternwarten.sternfreunde.de/beobachtung/galerie/ [4]

6 | Journal für Astronomie Nr. 97

Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

Die VdS-Remote-Sternwarte - Mein Weg und erste Erfahrungen
von Karsten Möller

Im März 2024 hat die siebte ,,Central European DeepSky Imaging Conference", kurz CEDIC [1], in Linz stattgefunden. Als Fan dieses großartigen Treffens bekannter Astrofotografen habe ich eine Astroreise über dieses Wochenende im schönen Linz an der Donau gebucht. Meine astrofotografischen Tätigkeiten im heimischen Garten lagen zu diesem Zeitpunkt wegen eines Bandscheibenvorfalls und umfangreicher Renovierungsarbeiten am Haus auf Eis.

In Linz selbst habe ich mich zum gemeinsamen Besuch der Vorträge mit den Astrofreunden Stephan Küppers und Martin Nischang verabredet und im Verlauf der gemeinsamen Zeit hat Martin über die Möglichkeit für VdS-Mitglieder zur Nutzung der Remote-Sternwarte auf der Astrofarm Hakos gesprochen. Die Informationen waren für mich als rückengeplagten Menschen überwältigend, da Astrofotografie, sogar am Südhimmel, nun wieder

erreichbar wurde. Nach Ende der gelungenen Veranstaltung habe ich mich direkt mit dem Verantwortlichen der VdS-Remote-Sternwarte, Kai-Oliver Detken, in Verbindung gesetzt und entsprechend mit der Mitgliedschaft in der VdS registriert.
Die Anmeldung zur Beobachtung ist durch den perfekten Leitfaden sehr einfach und nach Zuteilung von Martin Nischang als Power-User konnte ich meine ersten Be-

1 Emissionsnebel IC 2944 im Sternbild Zentaur. Die Thackeray-Globulen sind rechts oberhalb der Bildmitte zu erkennen.
Aufnahmedaten 25 x 300 s mit H-Filter, jeweils 10 x 300 s RGB
Journal für Astronomie Nr. 97 | 7

Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte
2 Detailaufnahmen der Thackeray-Globulen. Links die Aufnahme mit dem Hubble-Weltraumteleskop,
rechts der entsprechende Ausschnitt aus der Aufnahme aus Abb. 1
3 NGC 6357 im Sternbild Skorpion, Aufnahmedaten 14 x 300 s mit H-Filter, jeweils 8 x 300 s RGB
8 | Journal für Astronomie Nr. 97

lichtungen in Namibia durchführen. Meine Wahl fiel auf IC 2944 (Abb. 1), einen Emissionsnebel, den ich wegen der ausgeprägten Strukturen in H und der eingebetteten Thackeray-Globulen sehr interessant finde. In der Abbildung 2 ist ein Ausschnitt aus der Gesamtaufnahme zu sehen, der die Leistungsfähigkeit des 12-Zoll-Teleskops zeigt. Die Details der Thackeray-Globulen im Vergleich zur Hubble-Aufnahme [2] sind beeindruckend.
Zur Erklärung des Begriffes die Anmerkungen der ESA/Hubble-Seite [2] kurz in deutscher Sprache: ,,Die undurchsichtigen Staubwolken, die Globulen, heben sich deutlich vor dem roten Wasserstoffgas ab. Diese Globulen wurden erstmals 1950 vom Astronomen A. D. Thackeray in IC 2944 entdeckt. Obwohl Globulen wie diese seit 1947 bekannt sind, als der niederländisch-amerikanische Astronom Bart Bok erstmals auf solche Objekte aufmerksam machte, ist wenig über ihren Ursprung und ihre Natur bekannt."
Das zweite Objekt war NGC 6357, ein Emissionsnebel, der umgangssprachlich Hummernebel genannt wird. Die Abbildung 3 zeigt eindrucksvoll die schönen Strukturen, die innerhalb des H-II-Gebiets sichtbar werden.
Mein Fazit zur Nutzung der Remote-Sternwarte fällt durchweg positiv aus. Ein ,,kostenloser" Zugang zu einer ferngesteuerten Teleskop-Anlage dieser Qualität ist unschlagbar. Ein Vorteil für alle gesundheitlich geplagten VdS-Mitglieder oder beruflich eingespannten Beobachter, die den Südhimmel fotografieren möchten.
Im weiteren Verlauf habe ich mit Stephan Küppers und Jan Beckmann gemeinsame Beobachtungsprojekte verwirklicht bzw. sind in Durchführung oder Planung. Die Ergebnisse von Langzeitprojekten unserer Astrofoto-Kooperationen sind sowohl im Rahmen des VdS-Journals für Astronomie als ,,Foto des Quartals II/2025" [3] als auch auf der Astrofoto-Community AstroBin als ,,Top-Pick" [4] gewürdigt worden. Diese positive Rückkopplung gibt noch mehr Schwung für weitere Projekte, an denen sich andere Mitglieder der VdS-Remote-Sternwarte gerne beteiligen können.

Literatur- und Internethinweise (Stand 26.11.2025):

[1]

[1] CEDIC - The Conference // 22nd - 24th of March 2024:

www.cedic.at/en/cedic.php

[2] ESA: ,,Thackeray's globules in IC 2944": https://esahub-

ble.org/images/opo0201a/

[3] S. Küppers, K. Möller, 2025: ,,Abell 35, ein rätselhaftes

[2]

Objekt in der Wasserschlange", VdS-Journal für Astrono-

mie 96, S. 110-111

[4] K. Möller, S. Küppers, Y. Bastian, 2024: "A Relic of

long forgotten Times: PGC3589 - The Scupltor Dwarf

[4]

Spheroidal Galaxy", Top Pick auf AstroBin, https://app.

astrobin.com/u/Solidarity?i=6cp5l8#gallery

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Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

Was habe ich bei der Fachgruppe gelernt?
- Gruppenbeobachtung und gemeinsame Auswertung der Ergebnisse
von Andreas Schönfeld-Pahlke

Alles begann mit dem Vortrag von Prof. Kai-Oliver Detken am 30.04.2022 bei der 45. Würzburger Frühjahrstagung über Remote-Sternwarten mit dem Thema ,,Faszination des Südsternhimmels und Gründung einer neuen VdS-Arbeitsgruppe". Hier wurde vorgestellt, dass die VdS eine Remote-Sternwarte in Namibia (Farm Hakos) betreibt. Diese ist mit einer Montierung 10Micron GM3000 bestückt, auf der zwei Teleskope montiert sind: Ein 12-ZollNewton-Astrograph von TS mit einer Brennweite von 1.391 mm und einer Kamera ToupTek Mono 2600MP G2. Das zweite Teleskop ist ein Takahashi Epsilon 160 ED mit einer Farb-Kamera Lacerta DeepSkyPro2600c. Weitere Details können auf der Fachgruppenseite nachgelesen werden [1].
Da ich zu dieser Zeit auch den Bau meiner Sternwarte als Rolldachhütte (Abb. 1) finalisierte (siehe Baubericht [2]), war mein Ziel, zügig den Betrieb meiner eigenen Sternwarte aufzunehmen. Darum habe ich mich sofort bei der Mailingliste der Fachgruppe angemeldet und eifrig mitgelesen. Anschließend erfolgten meine ersten Versuche, die vorhandenen Rohdaten verschiedener Objekte zu bearbeiten, und ich bin direkt gescheitert. Als Anfänger in der Astrofotografie habe ich schnell gemerkt, dass ich ohne eine vernünftige Einarbeitung die Planung der aufzunehmenden Objekte, die Filterauswahl oder die Erstellung eigener Bildbearbeitungsschritte nur schwer umsetzen kann. Die VdS-Remote-Sternwarte in Namibia bot eine perfekte Gelegenheit, diese Herausforderungen anzugehen. Wie schafft man das also besser als mit Gleichgesinnten, z. B. in einer Kleingruppe?
Meinen ersten Aufruf, wer Interesse hat, mitzumachen, startete ich im nächsten Online-Quartalstreffen der Fachgruppe

1 Die geöffnete Sternwarte in der Bauweise als Rolldachhütte während der
Sonnenbeobachtung im Weißlicht.

und parallel im Bekanntenkreis. Schnell haben sich drei Kollegen gemeldet, und ich organisierte ein erstes Online-Treffen. Die Motivation war klar: gemeinsames Beobachten, Austauschen und Auswerten, um unsere individuellen Fähigkeiten und Kenntnisse zu erweitern.

Wir sind schnell dazu übergegangen, zwei Objekte für die Nacht (jeweils ca. 4 Stunden in der ersten und dann in der zweiten Nachthälfte) zu planen, um eine höhere Ausbeute zu erlangen. Die Planung erfolgte meist für das 12-Zoll-Teleskop und das Takahashi fuhr ,,Huckepack" mit.

Die Gruppe gab mir die Möglichkeit, mein Wissen in Bereichen zu erweitern, die ich als Einzelperson erst viel später in Angriff genommen hätte, von der Planung der Objekte über die Integration von Filterrädern bis hin zur Automatisierung der Bildaufnahmen. Ein entscheidendes Thema war der Umgang mit der Software N.I.N.A. [3], um das Equipment zu steuern. Zu Beginn hatte ich wenig Erfahrung mit dieser Software, doch durch die gemeinsame Nutzung und die regelmäßigen Beobachtungen konnte ich die Vielzahl an Funktionen besser verstehen und effizienter anwenden.
Die Planung der Beobachtungsnächte war eine andere wichtige Aufgabe. Besonders im Hinblick auf den Südhimmel war es eine Herausforderung, sich mit Objekten vertraut zu machen, die in unseren Breitengraden kaum sichtbar sind.

Die geeigneten Nächte waren schnell ausgewählt und angemeldet. Als uns der Operator zugewiesen wurde, gab es die ersten Herausforderungen: die richtigen Belichtungszeiten, Anzahl der Bilder und Filterauswahl zu planen und das gleich doppelt wegen der beiden Teleskope. In der Gruppe diskutierten wir vor dem Termin ausgiebig, wie lange wir jedes Objekt belichten sollten, um das beste Signal-Rausch-Verhältnis zu erreichen, ohne dabei Details zu verlieren.
Ein weiteres Lernfeld war der Umgang mit verschiedenen Astrofiltern. Durch die Nutzung von RGB-, Luminanz-, H-, [OIII]und [SII]-Filtern konnte ich mein Wissen über die spezifischen Anforderungen jeder Beobachtung vertiefen. In der Gruppe tauschten wir uns intensiv darüber aus, wie wir die Filter am besten kombinieren, um tiefere Details und feinste Strukturen in den Nebeln und Galaxien sichtbar zu machen.

10 | Journal für Astronomie Nr. 97

Dabei wurde mir klar, dass die Wahl des richtigen Filters nicht nur die Bildqualität beeinflusst, sondern auch die Belichtungszeit und die Gesamtstrategie der Aufnahmesession maßgeblich steuert.

Es gab mehrere Möglichkeiten der Objektplanung. Einerseits konnten wir - je nach Operator - die Anzahl der Bilder, die Belichtungszeit und Filter direkt in seine ,,Feder" diktieren und somit live Einfluss auf die Gegebenheiten nehmen. Dabei konnte u. a. sehr schnell erkannt werden, wie lange das Objekt belichtet wurde. Andererseits haben die Key User der Fachgruppe eine NINA-Konfigurationsdatei (im Format .json) zur Verfügung gestellt. In diese konnten sämtliche Anforderungen eingetragen werden. Der Operator lud diese dann in NINA. Dann war nur noch etwas Feintuning nötig und die Aufnahmesession begann.
In Namibia wird es relativ früh dunkel und wir konnten meistens ab 20 Uhr mit der Belichtung beginnen. Es hat ausgereicht, sich um 19 Uhr Remote zusammenzufinden und alles zu besprechen. Mit der Übersichtskamera der Hakos-Sternwarte (Abb. 2) konnte mitverfolgt werden, ob das Dach auch wirklich auf war und keine Wolken störten. Wir blieben alle noch ca. 1-2 Stunden in der Leitung und konnten dabei auch die einzelnen Operatoren zu allen möglichen Themen befragen. Dabei konnten wir viel lernen.
Das Thema Bildbearbeitung war ebenso ein zentraler Punkt. Ich habe viel Software ausprobiert und dann nach einer Weile mein aktuelles Setting gefunden. Mit Astro Pixel Processor [4] zum Stacken der Bilder, PixInsight [5] für den Großteil der Bildbearbeitung und Affinity Photo 2 [6] für den Feinschliff. Jeder hat die Bilder dann auf seine Weise bearbeitet und die Ergebnisse zur Diskussion gemailt. Oft haben wir On-

2 Blick in die VdS-Remote-Sternwarte mit der Übersichtskamera. Zu sehen sind die beiden
parallel montierten Teleskope bei der Arbeit, das geöffnete Hüttendach und der Südhimmel mit den beiden Magellanschen Wolken (rechts unten).

line-Meetings durchgeführt, um zusammen auf die Bildbearbeitung zu schauen. Die Kleingruppe existiert in der Konstellation nun nicht mehr, aber ich habe während der gemeinsamen Zeit so viel gelernt und konnte dadurch meinen eigenen Workflow entwickeln und immer weiter anpassen.
Fazit und Ausblick Durch die Zusammenarbeit in der Gruppe habe ich nicht nur meine technischen Fähigkeiten erweitert, sondern auch eine neue Perspektive auf die Astrofotografie gewonnen. Die Möglichkeit, Beobachtungen gemeinsam zu planen, die Technik zu beherrschen und die Ergebnisse in einer Gruppe zu analysieren, hat meine Motivation und Begeisterung für das Thema noch verstärkt. Besonders die Arbeit mit der VdS-Remote-

Sternwarte in Namibia, die uns Zugang zu einem der besten Himmelsgebiete weltweit bot, hat meine Astrofotografie auf eine neue Ebene gehoben.
Diese Erfahrung mündete darin, dass ich von meiner DSLR auf eine gekühlte FarbKamera gewechselt bin (der Wechsel zu einer Mono-Kamera ist dann später einmal der finale Schritt). Den Großteil meiner (Beobachtungs-) Zeit stecke ich in meine eigene Sternwarte. Bei anhaltend schlechtem Wetter lade ich mir aber immer mal wieder interessante Objekte der anderen Teilnehmer der Fachgruppe herunter, um sie zu bearbeiten. Denn wo sonst bekommt man für 40 Euro Jahresbeitrag so ein gutes Bildmaterial zur freien Verfügung?

Internethinweise (Stand 26.11.2025):

[1] VdS-Fachgruppe Remote-Sternwarten, Homepage:

https://remotesternwarten.sternfreunde.de/

[1]

[2]

[2] A. Schönfeld-Pahlke, 2023: ,,Rolldachhütte im

Schwarzwald", Astrotreff, www.astrotreff.de/forum/

index.php?thread/278643-rolldachh%C3%Bctte-

im-schwarzwald/&pageNo=1

[3]

[4]

[3] Nighttime Imaging 'N' Astronomy: "N.I.N.A.",

https://nighttime-imaging.eu

[4] Aries Productions: "Astro Pixel Processor",

www.astropixelprocessor.com

[5]

[6]

[5] Pleiades Astrophoto: "PixInsight", https://pixinsight.com

[6] Canva: "Affinity Photo 2", https://affinity.serif.com/de/

photo

Journal für Astronomie Nr. 97 | 11

Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

Öffentlichkeitsarbeit mit der VdS-RemoteSternwarte
von Janina Dynowski

Wir alle wissen: In der beobachtenden Astronomie ist das Wetter ein zentraler Faktor, von dem sehr viel abhängt. Wie oft gibt es Beobachtungsabende, die kurzfristig abgesagt werden müssen. Oder öffentliche Führungen, bei denen das Schlechtwetter-Programm präsentiert wird. Dabei ist es doch gerade der Anblick der Himmelsobjekte durch das Teleskop, der Klein und Groß so unglaublich fasziniert und Interesse für unser geliebtes Hobby weckt. Und natürlich die spektakulären Astrofotos, die mittlerweile nicht mehr nur Hobbyastronomen kennen und schätzen, sondern durch Medien und Forschung weite Verbreitung in der Öffentlichkeit finden. Auch Schulprojekte sind nicht zuletzt wegen der

Wetterabhängigkeit schwer zu planen. Wie schön wäre es, im Zweifelsfall auf einen Standort mit besseren Bedingungen zugreifen zu können ...
Mit der Gründung der neuen VdS-Fachgruppe ,,Remote-Sternwarten" im November 2021 und dem Aufbau eines eigenen Remote-Teleskops sollte die VdS um ein weiteres attraktives Angebot wachsen. Auch wenn ich selbst bisher keine Erfahrung mit solch ferngesteuertem Equipment hatte, fand ich das Projekt spannend. Die Idee, eine eigene Remote-Sternwarte auch für die Öffentlichkeitsarbeit der VdS zu nutzen, u. a. im Hinblick auf die Erhöhung des Bekanntheitsgrades und die Gewinnung neu-

er Mitglieder, wollte ich gerne unterstützen. Als Vereinsvorsitzende bin ich immer auf der Suche nach neuen Themen für unsere Mitglieder und nach Projekten gemeinsam mit hiesigen Schulen. Also trat ich der neu gegründeten Gruppe bei und meldete mein Interesse an, bei Bedarf bei der Öffentlichkeitsarbeit mitzumachen.
Als erstes stand hierfür die Organisation eines Vereinsabends für unseren astronomischen Arbeitskreis in Ingolstadt auf dem Plan. Ziel war, die VdS-Remote-Sternwarte bekannt zu machen, das Potenzial und den Nutzen zu zeigen und natürlich mit einem Poweruser zusammen eine Live-Beobachtung durchzuführen. Hierzu ein wichtiger

1 Bildschirmfoto der Live-Übertragung im Rahmen des Vereinsabends, mit NGC 3324 im TS-12-Zoll-Newton-Astrograf
sowie der Webcam-Aufnahme im Vordergrund, mit der die Teleskope in der Sternwarte, aber auch der beeindruckende Südsternhimmel über Hakos zu sehen sind. (Bild: J. Dynowski)
12 | Journal für Astronomie Nr. 97

Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

organisatorischer Hinweis: Beobachtungszeit kann nur von Privatmitgliedern der VdS, nicht über einen Vereinsaccount beantragt werden. Im Herbst 2024 wurde in unserem Quartalstreffen der Fachgruppe ein Bericht zu einer Remote-Veranstaltung gemeinsam mit Mitgliedern der Sternwarte Stuttgart präsentiert. Dies gab, zusammen mit einem neuerlichen Hinweis von Bernd Christensen, für mich den Anstoß, nun selbst aktiv zu werden und mit der Planung zu beginnen.
Im November meldete ich zunächst meine erste eigene Beobachtung an und konnte mit Yves Bastian als Poweruser erste Remote-Aufnahmen anfertigen. Yves nahm

sich sehr viel Zeit, mir alles zu erklären und meine vielen Fragen zu beantworten. Ausführlicher beschrieben habe ich meine Erfahrungen in unserer Vereinszeitschrift Rosa Ursina [1]. Mit diesem Wissen konnte ich in die Planung für einen Vereinsabend gehen. Schnell zeigte sich, dass 45 Minuten - die übliche Dauer unserer Treffen - zu kurz sein würden. Daher verteilte ich das Ganze auf zwei Vereinsabende. Am ersten Termin stellte ich in einem Vortrag das Projekt, den Verlauf, die Untergruppen und die Technik vor. Zurückgreifen konnte ich hierfür auf verschiedenes Präsentationsmaterial, das den Fachgruppenmitgliedern in der Nextcloud zur Verfügung steht. Für den zwei-

ten Termin beantragte ich in Abstimmung mit Kai-Oliver Detken und Bernd Christensen dann eine Beobachtung.
Kai selbst hatte Zeit und konnte als Poweruser übernehmen. Es hatten sich über 20 unserer Mitglieder eingefunden (von ca. 30 Personen, die regelmäßig aktiv sind). Und wir hatten Glück mit dem Wetter! Wir steuerten NGC 3324 im Sternbild Carina an. Die Abbildung 1 zeigt ein Bildschirmfoto unserer virtuellen Übertragung. Kai erklärte die verschiedenen Software-Komponenten, zeigte uns die Konfiguration innerhalb von N.I.N.A. [2], und wir machten Aufnahmen mit verschiedenen Filtern sowohl mit dem 12-Zoll-Newton-Astrograf von TS

2 Remote-Übertragung im Apian-Gymnasium Ingolstadt. Zu sehen ist der Carinanebel während der Live-Aufnahme
mit dem Takahashi-Epsilon-160ED-Teleskop. (Bild: S. Braun)
Journal für Astronomie Nr. 97 | 13

Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

3 Bildschirmfotos der angefahrenen Objekte im Rahmen der Schulveranstaltung im Apian-Gymnasium Ingolstadt.
Von links oben nach rechts unten (Norden jeweils oben, Osten links): Einzelbild von NGC 3372, Takahashi-Epsilon-160EDTeleskop und TribandRGB-Filter, Belichtungszeit 300 s; Einzelbild von NGC 5139, Takahashi-Epsilon-160ED-Teleskop und TribandRGB-Filter, Belichtungszeit 300 s; Einzelbild von M 83, TS-12-Zoll-Newton-Astrograf und Luminanz-Filter, Belichtungszeit 180 s; Einzelbild von M 83, TS-12-Zoll-Newton-Astrograf und H-Filter, Belichtungszeit 300 s. (Aufnahmen: P. Englmaier)

als auch mit dem Epsilon-160ED-Teleskop von Takahashi. Die Rückmeldungen unserer Mitglieder waren durchweg positiv, das Projekt und vor allem auch die Live-Präsentation sind sehr gut angekommen. Die bearbeiteten Endergebnisse finden sich in der Galerie unter [3] und [4].

Nachdem die Vereinsabende so erfolgreich verlaufen waren und Bernd Christensen und Georg Piehler dann einen Beobachtungsabend mit einer Schule veranstalteten, trat ich in Kontakt mit dem Ingolstädter Apian-Gymnasium. Auf dem Dach dieses Schulgebäudes wurde 1977 die

Volkssternwarte gebaut, die unser Verein bis heute ehrenamtlich betreibt. Und ich bekam gleich positive Rückmeldung von Herrn Eckl, Fachbetreuer der Physik. Herr Braun und Frau Menig, die verschiedene Physikkurse der Oberstufe betreuen, integrieren aktuell wieder vermehrt Astrophysik

14 | Journal für Astronomie Nr. 97

Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

in ihren Unterricht und waren an einer Zusammenarbeit interessiert. Ziel war hierbei, die VdS-Remote-Sternwarte bekannt zu machen, das Potenzial für mögliche Schulprojekte aufzuzeigen und astronomisches Wissen zu vermitteln. Die Anfertigung von Aufnahmen zur Weiterbearbeitung hingegen stellten wir zurück.
Wir vereinbarten einen gemeinsamen, 90-minütigen Beobachtungsabend für Mitte Juli in der Hoffnung, dass hier das Wetter in Namibia mit hoher Wahrscheinlichkeit gut sein würde. Zunächst hatte ich vier verschiedene Objekte ausgewählt, die wir nacheinander anfahren wollten. Bernd Christensen und Peter Englmaier würden den Abend begleiten. Während ich die PowerPoint-Präsentation zu den Objekten vorbereitete und mich immer wieder mit Bernd und Peter abstimmte, wurde der zeitliche Aufwand hinter unserem Ablauf immer deutlicher. Daher beschlossen wir, auf drei Objekte zu reduzieren.
Bernd und Peter waren virtuell zugeschaltet, ich war vor Ort. Wir trafen uns zur Vorbereitung bereits eine halbe Stunde vor offiziellem Veranstaltungsbeginn. In der Zwischenzeit fanden sich immer mehr Schülerinnen und Schüler ein. Am Ende waren mit knapp 50 Leuten mehr als erwartet gekommen, und es mussten noch einige Stühle zusätzlich organisiert werden. Die freiwillige Teilnahme so vieler Schülerinnen und Schüler an einer Abendveranstaltung hat nicht nur uns, sondern auch Herrn Braun und Frau Menig positiv überrascht und sehr gefreut.
Nach einer kurzen Begrüßung durch Herrn Braun und einer Einführung meinerseits hat Bernd das Projekt vorgestellt, anschließend Peter die Technik vor Ort. Dann sind wir in die Live-Beobachtung des Südhimmels eingestiegen (Abb. 2). Wir be-

gannen mit NGC 3372 (dem Carinanebel) als Emissionsnebel, steuerten NGC 5139 ( Centauri) als Kugelsternhaufen bzw. Zwerggalaxie an und zeigten abschließend noch M 83 (auch südliche Feuerradgalaxie genannt) als Face-On-Spiralgalaxie. Peter hatte Live-Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten und Filtern vorbereitet. Von mir gab es allgemeine Erklärungen mit PowerPoint-Präsentation. Die Abbildung 3 vermittelt einen Eindruck, was die Schülerinnen und Schüler während der Live-Übertragung sehen konnten. Auch ohne Bearbeitung zum Astrofoto gelingen mit der VdS-Remote-Sternwarte eindrückliche Live-Aufnahmen für solche öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen.
Es war ein sehr gelungener Abend, mit guten Fragen der interessierten Schülerinnen und Schüler. Und es war gut, dass wir nur drei statt vier Objekte gezeigt haben. Auch so haben wir die 90 Minuten etwas überzogen. Im Anschluss besprachen Bernd, Peter und ich noch weitere Möglichkeiten

mit Frau Menig und Herrn Braun, wie die VdS-Remote-Sternwarte für Schulprojekte eingesetzt werden kann.
Beide Veranstaltungen - sowohl im Rahmen der eigenen Vereinsarbeit als auch in der Zusammenarbeit mit der Schule - zeigen deutlich, dass das Projekt auf großes Interesse gestoßen ist. Wir haben mit der Remote-Sternwarte in Namibia eine weitere, wunderbare Möglichkeit, um für die Amateurastronomie und die VdS zu werben und unsere Faszination für den Sternenhimmel mit vielen Menschen zu teilen. Wer nun motiviert ist, ähnliche Veranstaltungen selbst anzubieten, kann sich gerne über die Fachgruppe melden und sich vorab über die gesammelten Erfahrungen, die Planung und die Zusammenstellung der Präsentationen austauschen.
Mein Fazit: Nachmachen ausdrücklich empfohlen!

Literatur- und Internethinweise (Stand 26.11.2025):

[1] J. Dynowski, 2024: ,,Erfahrungsbericht zur VdS-Remote-

Sternwarte in Namibia, ,Astrofotografie mal anders`", Rosa

Ursina, Vereinsschrift und Jahresbericht 2024, Sternwarte [1] Ingolstadt - AAI e.V., S. 40-43, https://remotesternwarten.

sternfreunde.de/wp-content/uploads/2024/12/Rosa

Ursina2024_SternwarteIngolstadtAAIeV_JDynowski.pdf

[2] Nighttime Imaging 'N' Astronomy: ,,N.I.N.A., Aufnahmesoft- [2] ware für die Astronomie", https://nighttime-imaging.eu/

[3] J. Dynowski, 2025: ,,Endergebnis der Aufnahme von NGC

3324 mit dem TS-12-Zoll-Newton-Astrografen",

https://remotesternwarten.sternfreunde.de/2025/05/22/ [3] ngc-3324-rgbha/

[4] J. Dynowski, 2025: ,,Endergebnis der Aufnahme von NGC

3324 und Umgebung mit dem Takahashi-Epsilon-160ED-

Teleskop", https://remotesternwarten.sternfreunde.

[4]

de/2025/05/22/ngc-3324-und-umgebung-sho-hubble-

palette/

Journal für Astronomie Nr. 97 | 15

Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte
Kometenbeobachtung am Südhimmel mit der VdS-Remote-Sternwarte auf Hakos
von Martin Nischang Während der Gründungsphase der Fachgruppe Remote-Sternwarten [1] sprach mich der jetzige Fachgruppenleiter KaiOliver Detken auf dem Astronomie-Workshop des AAS (Astronomischer Arbeitskreis Salzkammergut) in Weyregg am Attersee an, ob ich nicht auch aktiv in der Fachgruppe mitarbeiten wolle. Da habe ich
1 Rechts: Komet 12P/Pons-Brooks am
Abend des 04.06.2024. 24 x 30 s belichtet mit Takahashi Epsilon 130 ED und Kamera Lacerta DeepSkyPro2600C, VdS-RemoteSternwarte Hakos [2]. (Bild: Karsten Möller, Operator: M. Nischang)
2 Komet C/2021 G2 (ATLAS) bei NGC 5917. 17 x 300 s (am 06.05.25 von 00:22 bis 02:04 UT) belichtet mit TS-12-Zoll-Newton-Astrograf
(1:4,56), L-Filter, Kamera TS-Optics ToupTek Mono 2600MP G2, VdS-Remote-Sternwarte Hakos. (Bild: M. Nischang, Operator: M. Nischang)
16 | Journal für Astronomie Nr. 97

Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

gleich zugesagt. Immerhin ist der Ideenaustausch schon in der Gründungsphase einer Fachgruppe, gerade bei Themen zur technischen Ausstattung und dem Betrieb einer Remote-Sternwarte, auch für die eigenen Ambitionen sehr wertvoll.

Generell ist die Möglichkeit der Astrofotografie von Orten geringer Lichtverschmutzung und zudem deutlich mehr klaren Nächten als zu Hause reizvoll. Wenn zudem keine Notwendigkeit besteht, die eigene Ausrüstung dorthin bringen zu müssen, und zudem die komplette Technik in einer Remote-Sternwarte nutzbar ist, kann man schnell zu Ergebnissen kommen, die von heimischen Gefilden viel länger gedauert hätten. Gerade bei Langzeit-Belichtungen von Deep-Sky-Objekten wird auf jeden Fall innerhalb einer Sichtbarkeitsperiode die Ausbelichtung von Objekten möglich, mit Gesamtbelichtungszeiten von weitaus mehr als 20 Stunden.

3 Komet 3I/ATLAS am 11.07.2025: 149 x 30 s (21:06-23:59 UT) je RGB-Kanal, belichtet
mit TS-12-Zoll-Newton-Astrograf (1:4,56), Kamera TS-Optics ToupTek Mono 2600MP G2, VdS-Remote-Sternwarte Hakos [3]. (Bild: J. Jahn, Operator: J. Jahn)

Auch noch bei geringen Höhen über dem Horizont ist durch die Transparenz des Himmels über Hakos die Objekthelligkeit weniger geschwächt als bei uns und der Kontrast zum Himmelshintergrund noch deutlich größer.

Kometen und Remote-Sternwarten Bei nur kurzzeitig oder einmalig sichtbaren Objekten wie den Kometen ist die Astrofotografie mit einer Remote-Sternwarte manchmal die einzige Möglichkeit des fotografischen Nachweises aufgrund wetterbedingter Unmöglichkeit jeglicher Beobachtung in der Heimat. Da ich selbst seit mehreren Jahren eine Remote-Sternwarte in Südfrankreich benutzen kann, hat sich deren um acht Breitengrade südlichere Lage bei deutlich mehr klaren Nächten als daheim bereits bewährt.

4 Komet SWAN25B am 13.09.2025. 32 x 10 s je LRGB-Kanal (17:25-17:51 UT),
belichtet mit TS-12-Zoll-Newton-Astrograf (1:4,56), Kamera TS-Optics ToupTek Mono 2600MP G2, VdS-Remote-Sternwarte Hakos [4]. (Bild: J. Jahn, Operator: J. Jahn)

Was aber auch dort verwehrt bleibt, ist die Fotografie von Kometenerscheinungen bei südlicheren Deklinationen als -25 Grad : schwache Komahelligkeiten oder die fehlende Auflösung aufgrund schlechten Seeings bei geringen Höhen über dem Horizont schränken die erreichbaren Ergebnisse stark ein.

Mit dem Wechsel des Standortes auf die Südhalbkugel der Erde werden zumindest diese Probleme gelöst. Wenn noch dazu so ein hervorragender Platz wie auf der Astrofarm Hakos nutzbar wird, ist das eine sehr wertvolle Ergänzung zu den erreichbaren und selbst dunklen Plätzen unserer VdSMitglieder. Denn genauso wie das Zentrum der Milchstraße nahe dem Zenit über Ha-

Journal für Astronomie Nr. 97 | 17

Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

kos kulminiert, gilt dies auch für Kometen bei solchen südlichen Deklinationen. Alle Kometen südlicher als -40 Grad Deklination werden so überhaupt erst erreichbar.
Im Zeitraum der abendlichen Beobachtbarkeit des Kometen 12P/Pons-Brooks hat es in der Fachgruppe eine Kampagne zu seiner fotografischen Dokumentation gegeben. Beispielhaft ist in der Abbildung 1 das Bildergebnis vom 04.06.2024 gezeigt [2].
Mitunter gibt es auch die Möglichkeit einer nahen Begegnung einer Kometenerscheinung mit Deep-Sky-Objekten, die gerade Ziel einer Langzeitbelichtung sind. Die Abbildung 2 zeigt den Kometen C/2021 G2 (ATLAS) nahe der Galaxiengruppe bei NGC 5917 am Morgen des 06. Mai 2025.
Bei neu entdeckten Kometen geringer Helligkeit gestattet der dunkle Himmel und die sehr transparente Atmosphäre über Hakos deren Nachweis. Die Abbildung 3 zeigt ein Bild des dritten interstellaren Kometen 3I/ ATLAS.
Kometenentdeckungen können aber auch durch größere Helligkeiten am Dämmerungshimmel erschwert werden. Wenn sich ein solcher Komet in der Nähe der Ekliptik befindet, ist die geografische Lage von Hakos in niedrigen südlichen Breiten auch von Vorteil. Denn dort steigt die Ekliptik steiler aus dem Horizont als in unseren hohen Breiten. Auch bei geringerer Elongation von der Sonne kann es dann gelingen, z. B. in dem schneller dunkler werdenden Himmel nach Sonnenuntergang, Kometen zu fotografieren. Die Abbildung 4 zeigt ein Bild des Kometen SWAN25B kurz nach seiner Entdeckung.
Herausforderungen Natürlich gibt es bei der VdS-Sternwarte in ihrer Rolldachhüte auf Hakos Einschränkungen hinsichtlich der minimalen

Höhen über dem Horizont. Unter 17 Grad ist nichts mehr machbar. Bei sehr geringen Höhen heller Kometenerscheinungen wäre darum immer noch ein Aufenthalt vor Ort erforderlich. Als Kometenjäger plant man in solchen Fällen durchaus so weit wie möglich im Voraus die erforderlichen Reisen ein.
Bei den Aufnahmen heller Kometen mag eine Belichtungszeit von 2 Minuten noch kurz genug sein, um den Kometen scharf genug aufzunehmen. Bei schwächeren Kometen mit hoher Winkelgeschwindigkeit, wie dem Ende 2025 noch am Nordhimmel stehenden C/2025 K1, muss schon eine Entscheidung für kürzere Belichtungszeiten als einer Minute getroffen werden. Denn eine Bewegung des Kometen während der Belichtungszeit um mehr als 2-3 Pixel im Sternfeld ist beim ,,false nucleus" (dem hellsten Teil der Kometenerscheinung; das ist keinesfalls der echte Kern des Kometen!) schon schnell sichtbar. Auch feine Schweifstrukturen können bei zu langer Belichtungszeit schon verwischt werden.
Falls nun die Montierungssteuerung das Offset-Tracking nach ASCOM-Standard beherrscht, also eine vorgebbare Abweichung der Nachführrate von der scheinbaren Sterngeschwindigkeit, kann man

die scheinbare Winkelgeschwindigkeit des Kometen in Rektaszension und Deklination setzen. Das verwendete Steuerungsprogramm N.I.N.A. gestattet bei Einsatz des Plugins ,,Orbitals" die direkte Auswahl eines Kometen (oder auch Planeten und Planetoiden) als Ziel der Belichtung. Dann wird auch das Offset-Tracking für dieses Objekt gesetzt, die Montierung GM3000 der VdS-Sternwarte beherrscht das. Während der Belichtungszeit bleibt nun das Kometenbild im Idealfall auf dem Bildsensor an gleicher Stelle. Allerdings nimmt man dann gleichzeitig die Verschiebung des gesamten Sternfeldes in Kauf. Das kann im Bildergebnis bei zu langen Einzelbelichtungszeiten von 3 oder gar 5 Minuten an den Sternen schon störend wirken und ist gerade bedauerlich bei Deep-Sky-Objekten im Bildfeld. Bei direkter Eingabemöglichkeit der Offset-Geschwindigkeit ist auch ein Kompromiss möglich, etwa wenn die halbe Winkelgeschwindigkeit des Kometen gesetzt wird. Andererseits vermittelt ein Bildergebnis mit sichtbaren Sternspuren mehr oder weniger deutlich eine gewisse Dynamik der Kometenbewegung.
In jedem Fall ist eine Nutzung der RemoteSternwarte der VdS auf Hakos ein Gewinn, denn sie erschließt den Südhimmel auch für fotografische Kometenbeobachtungen.

Internethinweise (Stand 27.11.2025):

[1] VdS-Fachgruppe Remote-Sternwarten:

[1]

[2]

https://remotesternwarten.sternfreunde.de/

[2] K. Möller, 2024: ,,Komet Pons-Brooks über den

Bäumen von Hakos", https://remotesternwarten.

sternfreunde.de/2024/06/04/komet-pons-

brooks-ueber-den-baeumen-von-hakos/

[3]

[4]

[3] J. Jahn, 2025: ,,3I/Atlas RGB", https://

remotesternwarten.sternfreunde.de/2025/

07/11/3i-atlas-rgb/

[4] J. Jahn, 2025: ,,Swan25B", https://

remotesternwarten.sternfreunde.de/2025/09/13/

swan25b/

18 | Journal für Astronomie Nr. 97

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SPEKTRUM DER WISSENSCHAFT

Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

Kleinplanetenbeobachtungen an M58
von Jost Jahn

Carolin Liefke hatte mir kurz nach den ersten Aufnahmen an der VdS-Remote-Sternwarte in Namibia eine Mail geschrieben, um mich auf die Unmenge an Kleinplaneten in nur einer länger belichteten Aufnahme hinzuweisen.

Ich lud mir vom Server der Fachgruppe eine längere Reihe in der Nähe der Ekliptik mit vielen ungefilterten Aufnahmen herunter und war beeindruckt. Mit Tycho [1] konnte man ohne Probleme bekannte Kleinplaneten mit 21-22 mag erkennen und messen. Tatsächlich konnte man fast alle bekannten Kleinplaneten im Feld messen.

In diesem Artikel möchte ich meine Sicht der Kleinplanetenbeobachtung geben, die man auch an anderen Fernrohren für sich anpassen kann.

Was kann man als Amateur mit Kleinplaneten - oder Kometen, das wird hier nicht getrennt - heute wissenschaftlich anfangen? - Beobachtung von Lichtkurven, beson-
ders von bisher nicht bekannten Lichtkurven [2] - Bedeckungen von Sternen durch Kleinplaneten [3] - Nachverfolgung von NEOCPs (Near Earth Objects Confirmation Page) und PCCPs (Possible Comets Confirmation Page) [4] - Entdeckungen von unbekannten Kleinplaneten [5] Ich beschränke mich hier im Wesentlichen auf den letzten Punkt.
Unbekannte Kleinplaneten Unter ,,unbekannte Kleinplaneten" verstehen wir Objekte, die Astrometrieprogramme ohne eine bekannte Bezeichnung am Schirm anzeigen. Der häufigste Grund dafür ist eine unsichere Bahn. Gelegentlich sieht man bei der Darstellung ein bekanntes Objekt daneben mit gleicher Geschwindig-

1 Unbekanntes Objekt mit 22,5 mag am 23./24.08.2025. 30-cm-VdS-Teleskop,
Binning 2, 553 x 60 s, Luminanz.

keit und Bewegungsrichtung. Dann ist es nur eine leicht unsichere Bahn. Häufiger wurde das Objekt aber schon in früheren Jahren beobachtet und die Identifikation obliegt dann dem MPC (Minor Planet Center) [6].
Die letzte, immer seltener werdende Option ist, dass das Objekt nicht mit anderen Objekten ,,gelinkt" werden kann und ,,neu" ist. Man erhält dann vom MPC eine provisorische Bezeichnung, welche die Vorstufe zu einer Nummerierung und damit dem Recht ist, dieses Objekt zu benennen. Allerdings sind die Regeln nicht ganz einfach. Verkürzt gesagt, muss man die erste gemeldete Beobachtung in der ersten Opposition liefern, die mindestens 2 Nächte umfasst [7]. Dafür sollte man die 22. Größenklasse erreichen können.

Alle nicht identifizierten Objekte verbleiben bis zur Identifikation in der großen ITF-Datei beim MPC [8, 9].
Vorbereitungen Zunächst einmal musste ein ,,Stations Code" für die VdS-Remote-Sternwarte her, den das MPC allen neuen Sternwarten zuteilt [10]. Das Prozedere ist nicht ganz trivial, aber machbar. Es dient der Verifizierung, ob die Station die astrometrische Genauigkeit von mindestens 2 Bogensekunden erreichen kann. Besonders wichtig ist der Zeitstempel, der bei Windows-Computern nicht immer stabil ist [11]. Der Stationscode der VdS-Sternwarte lautet ,,M58" und wurde im August 2023 zugeteilt.
Die Einstellungen der Kamera für die optimale Beobachtung von Kleinplaneten sollte

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Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

man an jeder Fernrohr/Kamera-Kombination selber testen und dann mit Tycho die Anzahl der detektierten Kleinplaneten notieren.

Beim Testen sollte man immer nur einen Parameter ändern (also z. B. den Gain) und dann je Aufnahme wechseln. Dann hat man z. B. bei Gain 100, 200 und 400 drei gleiche Reihen in einer Nacht. Mit Tycho kann man dann mit dem ,,Synthetic Tracking" testen, wie viele bekannte Kleinplaneten gefunden werden und wie viele prozentuale Fehldetektionen es gibt.

2 Lichtkurve von (50434) 2000 DG23 am 23./24.08.2025. 30-cm-VdS-Teleskop,
Binning 2, 553 x 60 s, Luminanz.

Da die Aufnahmen gestackt werden und die Bewegung der Objekte sowie der Bildmitte plus Meridianumschlag für eine Art Dithern sorgt, braucht man weder Darks noch Flats. Das erledigt Tycho mit seinem ,,Pseudoflat". Manuelle Darks und Flats sorgen sogar für weniger erkannte Objekte mit Tycho! Das bekannte Programm Astrometrica [12] ist übrigens für diese Suche ungeeignet, da es in gestackten Aufnahmen nicht automatisch nach neuen Objekten suchen kann.

3 Veränderlicher Stern Loneos-RR 507 am 23./24.08.2025. 30-cm-VdS-Teleskop,
Binning 2, 553 x 60 s, Luminanz.

Final benutze ich jetzt das Setup mit Binning 2, Gain 100-400 und 60 Sekunden Belichtungszeit. Man sollte beim Beobachten tunlichst keine hellen Sterne oder DeepSky-Objekte im Bild haben, da Tycho daran scheitert und in diesen Gebieten massiv falsche Detektionen meldet. Um möglichst viele Aufnahmen zu erzielen, sollte man die ganze Nacht nur ein Gebiet beobachten. Beim VdS-Teleskop ist Fokussieren dabei nur am Anfang und nach dem Meridian notwendig. Da die Fernrohrmitte wandert, sollte man sie alle 30 Minuten per Platesolving zurücksetzen. Aus dem gleichen Grund ist Dithering unnötig. Man erhält dann meist so um die 500 Aufnahmen für ein Feld.

Beobachtungen In jedem Fall sollte man mindestens 200 Aufnahmen je Serie haben. Je mehr Aufnahmen, desto ,,ruhiger" wird der Hintergrund und desto weniger Fehldetektionen gibt es (Abb. 1). Man muss mit den Parametern von Tycho ein wenig herumspielen, um die richtige Balance von korrekten und Fehldetektionen zu finden (Abb. 4). Gerade Anfänger melden lauter Fehldetektionen an das MPC, und dann werden dort deren Beobachtungen nicht mehr angenommen, wenn man diese nicht schlüssig erklären kann. Daher bitte ich, für das Fernrohr der VdS sehr sorgfältig mit dem Melden von neuen Objekten an das MPC zu sein, und Neulinge, sich vorher an mich zu wenden!

Im Prinzip muss und sollte man gerade am Anfang und bei unsicheren Objekten immer eine zweite Nacht (am besten die nächste Nacht) hinterher beobachten. Da das am Fernrohr der VdS nicht möglich ist, muss man einen Zugriff auf ein anderes Fernrohr haben. Dann kann man sicher sein, dass das Objekt auch existiert und bekommt bald ein ,,Gefühl" dafür, ob der ,,springende Punkt" am Schirm nun real sein könnte oder nicht.
Wo soll man hinhalten? Die letzten gemeldeten Beobachtungen beim MPC geben dazu Auskunft [13]. Falls ein interessantes Recovery-Objekt oder ein Komet oder Kleinplanet (Abb. 2) bzw. veränderlicher

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Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

4 Liste von unbekannten Objekten in einem Feld (Software Tycho)

Stern mit einer interessanten Lichtkurve im Bild ist, richtet man dann dorthin das Teleskop aus.
In vielen Bilderreihen findet man mit Tycho bekannte veränderliche Sterne, die ich aber noch nicht genauer auswerte (Abb. 3). Was braucht man zur Auswertung der Daten mit dem Programm Tycho? Zunächst einen sehr leistungsstarken Rechner mit 12 Kernen oder mehr. Eine sehr große Festplatte, da eine komplette Auswertung schon mal 50 GB belegt. Die Grafikkarte sollte mindestens 12 GB Speicher haben. Besonders wichtig ist der RAM-Speicher des Rechners. Mindestens 32 GB. Je mehr, desto besser. Man kann dann einen Teil des RAM-Speichers als RAMDISK anlegen und das temporäre Verzeichnis von Windows dorthin verweisen [15]. Dadurch wird nicht nur Tycho, sondern auch der Rechner deutlich schneller. Ist der RAM-Speicher groß genug, kann man auch die auszuwertenden Daten dorthin kopieren, darf aber

nicht vergessen, die Ergebnisse vor dem Ausschalten des Rechners zu sichern.
Der dunkle Himmel in Namibia und die Höhe der Sternwarte ermöglichen diese Arbeit. Im Vergleich zu vielen anderen Remote-Sternwarten ist nur noch der Standort in Chile besser.
Ausblick Im August 2025, zur Zeit der Verfassung dieses Beitrages, gab es am VdS-Teleskop noch 1.020 unidentifizierte Objekte mit 3.697 Beobachtungen [9]. Dazu kommen 80 provisorische Bezeichnungen, von denen 56 vermutlich zu einer Nummerierung führen werden [5]. Die endgültige Nummerierung kann 10 Jahre und länger dauern. Schlussendlich gab es noch 364 Objekte, die mit schon bekannten Asteroiden und unsicherer Bahn identifiziert wurden [16]. Es wurden auch 10.771 bekannte Asteroiden und Kometen in 53.856 Beobachtungen gefunden. Übrigens können

die Links mit Stationscode in der URL auf meiner Webseite www.jostjahn.de auch mit anderen Stationscodes aufgerufen werden, wenn jemand einen Code besitzt.
Die Aussichten für neue Entdeckungen werden nach dem Beginn der Beobachtungen am Vera-Rubin-Teleskop Ende 2025 [14] für Amateure sehr schlecht werden. Zurzeit kann man am VdS-Teleskop mit sehr viel Sorgfalt Entdeckungen von neuen Kleinplaneten bis zur 23. Größe erzielen. Das Rubin-Teleskop soll regelmäßig die 24. Größe entdecken können. Allerdings können Amateure am Nordhimmel über 40-50 Grad Deklination (wo Rubin nicht beobachten kann) mit dem skizzierten Verfahren durchaus noch unbekannte Kleinplaneten finden, vor allen Dingen, wenn sie Vereinsteleskope benutzen, die deutlich mehr Licht sammeln als das 30-cm-Vereinsteleskop in Namibia.

Internethinweise (Stand 26.11.2025): [1] D. Parrott, 2025: ,,Tycho", www.tycho-tracker.com/ [2] B. D. Warner, 2010-2025: ,,Asteroid Lightcurve Photometry Database ( ALCDEF)", https://alcdef.org/ [3] Software ,,OccultWatcher 5.0", www.occultwatcher.net/ [4] J. Jahn, 2025: ,,Get NEOCP orbits", https://get-cp-orbits.jostjahn.de/aktuell-short.html [5] J. Jahn, 2025: ,,Provisional designations - Discoveries of station M58", https://unnobs.jostjahn.de/final-disc-M58.
html [6] IAU: ,,Minor Planet Center", www.minorplanetcenter.net [7] IAU, Minor Planet Center: ,,MPEC 2010-U20: Editorial Notice", www.minorplanetcenter.net/mpec/K10/K10U20.html [8] J. Jahn, 2025: ,,Statistics for actual ITF file", https://jostjahn.de/itfsdaily/

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Ein Ausflug an die Grenzen des Kosmos
Neue Erkenntnisse der Kosmologie
-- Auf der Suche nach dem Urknall Wie die Kosmologie aus der Ecke der Spekulation ihren Weg zu einer handfesten Wissenschaft nahm
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[9] J. Jahn, 2025: ,,Overview of one night ITF 'discoveries' for MPC station M58", https://itfs.jostjahn.de/itf-M58.html [10] IAU, Minor Planet Center: ,,How do I get an observatory code?", https://data.minorplanetcenter.net/iau/info/Astrometry.
html#HowObsCode [11] P. Birthwistle, 2025: ,,Great Shefford Observatory - Check system timing accuracy (using astrometry of GNSS satelli-
tes)", https://birtwhistle.org.uk/MethodsCheckTiming.htm [12] H. Raab, 2025: ,,Astrometrica", www.astrometrica.at/ [13] J. Jahn, 2025: ,,Sky coverage data of the MPC", www.jostjahn.de/coverage/heatmap.html [14] Wikipedia: ,,Vera C. Rubin Observatory", https://en.wikipedia.org/wiki/Vera_C._Rubin_Observatory [15] D. Schlosser, 2023: ,,SSD entlasten: Temporäre Dateien in RAM-Disk speichern (ImDisk-Anleitung)", www.schlosser-it.
services/tech-blog/ssd-entlasten-temporaere-dateien-in-ram-disk-speichern/ [16] J. Jahn, 2025: ,,Provisional designations - Participation of station M58", https://unnobs.jostjahn.de/final-part-M58.html

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Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

Strange New Worlds - Fotometrischer Nachweis von Exoplaneten-Kandidaten
von Emily Hein

Exoplaneten, also Planeten, die nicht um unsere Sonne kreisen, können meist nicht direkt beobachtet werden. Eine sehr erfolgreiche Methode, um Exoplaneten indirekt nachzuweisen, ist die so genannte Transitmethode.
Wenn die Bahnebene des Exoplaneten annähernd in der gleichen Ebene liegt wie die Verbindungslinie zwischen Stern und Teleskop, findet bei jedem Umlauf für einen Beobachter auf der Erde ein Transitereignis statt. Das bedeutet, dass der Planet vor seinem Stern vorbeizieht und ihn verdunkelt. Aus dem beobachteten periodischen Helligkeitsabfall kann auf die Existenz eines Exoplaneten geschlossen werden.

Die meisten Exoplaneten werden durch professionelle Suchkampagnen entdeckt. Das Weltraumteleskop TESS (Transiting Exoplanet Survey Satellite) [1] zum Beispiel macht seit Juli 2018 fotometrische Beobachtungen, um die Lichtkurven vieler Sterne zu vermessen. Dabei entsteht ein Katalog von Exoplaneten-Kandidaten, den sogenannten TOIs (TESS Objects of Interest) [2].
Allerdings sind meist Nachbeobachtungen nötig, um die Exoplaneten-Kandidaten zu verifizieren oder die Systeme genauer zu untersuchen. So können Amateurastronomen durch eigene Datenaufnahme und -analyse einen wissenschaftlichen Beitrag leisten.

Die Nachbeobachtung eines Transits kann mehrere Ziele verfolgen, die im Folgenden näher erläutert werden: die Identifikation des Zielsterns, die Überprüfung auf Chromatizität und die Messung des Transitzeitpunktes.
Wenn ein periodischer Abfall der Sternhelligkeit detektiert wird, der keine Fehlmessung aufgrund von Bildrauschen oder stellarer Aktivität ist, sind zwei Szenarien möglich. Zum einen könnte es sich tatsächlich um einen Exoplaneten handeln, der bei jedem Umlauf einen Teil der Sternscheibe verdeckt und so die Helligkeit reduziert. Zum anderen können sich auch bei einem Doppelsternsystem die Sterne gegenseitig

1 Feld (aufgenommener Himmelsbereich) von TOI 7312.01 (grün) mit den für die differenzielle Fotometrie genutzten
Vergleichssternen (rot), erstellt mir AIJ.
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Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

bedecken und so einen periodischen Abfall der Helligkeit verursachen (Bedeckungsveränderliche). Wenn bekannt ist, bei welchem Stern der Helligkeitsabfall stattfindet, kann aus Transittiefe und Sternradius der Radius des vorbeiziehenden Objektes berechnet und auf dessen Natur geschlossen werden. Die vier Weitfeld-Kameras von TESS durchmustern einen 24 Grad x 96 Grad großen Himmelssektor, haben aber eine geringe Auflösung von 21 Bogensekunden/Pixel, so dass Unsicherheit über die Quelle des Signals besteht. Daher kann durch eine Nachbeobachtung des Transits mit höherer Auflösung (und dafür kleinerem Sichtfeld) der Zielstern identifiziert werden.
Ein Exoplanetentransit ist achromatisch, weist also in jedem Filter den gleichen Helligkeitsabfall auf. Dahingegen würde beispielsweise der Transit eines roten Zwerges in einem Doppelsternsystem im roten Filter eine geringere Transittiefe aufweisen. TESS beobachtet konstant bei Wellenlängen zwischen 600 und 1.000 nm. Amateurastronomen hingegen stehen meist Filter in mehreren Farbkanälen zur Verfügung. Daher können sie in verschiedenen Filtern beobachten und den Transit so auf Chromatizität (Farbigkeit) überprüfen.
In manchen Fällen dienen Nachbeobachtungen auch der Messung des Transitzeitpunktes. Das ist besonders interessant, wenn die Periode nicht konstant ist. Eine Ursache dafür können unsichtbare Planeten sein, die in engen Systemen gravitativ an Stern und Planet ziehen und so den Transitzeitpunkt verschieben. Das wird als transittiming variation bezeichnet. Der Nachweis unsichtbarer Planeten über transit-timing variations erfordert häufige Messungen von Transitzeitpunkten, die für Amateurastronomen einfacher zu leisten sind als für professionelle Großteleskope.

2 Ringe für die Aperturfotometrie mit dem Zielstern (T1) im Zentrum des grünen Kreuzes,
erstellt mit AIJ. In diesem Fall lagen die optimalen Größen für die Ringe bei 13 px, 23 px und 31 px.

Praktische Umsetzung In der Praxis beginnt eine Nachbeobachtung mit der Suche nach passenden Kandidaten mithilfe der Website ,,Swarthmore Transit Finder" [3]. Diese gibt anhand von Inputparametern wie Koordinaten, Beobachtungszeitraum, minimale Höhe über dem Horizont, Grenzmagnitude und Transittiefe beobachtbare Transitereignisse aus. Mit dem Fachgruppenteleskop auf der Astrofarm Hakos in Namibia sind Kandidaten mit einer scheinbaren Magnitude von bis zu 15 mag bei einer Transittiefe von 10 ppt (parts per thousand) beobachtbar. Der ExoFOP-Katalog [4] liefert genauere Informationen über das System wie Radius und Temperatur von Stern und Planet.
Bei der Datenaufnahme sollte die Belichtungszeit so gewählt werden, dass das SNR (Signal-Rausch-Verhältnis) maximiert wird, ohne die Pixel zu sättigen und so Daten zu verlieren. Wie auch in der Astrofotografie ist ein heller, naher Mond hinderlich. Um die Rohhelligkeit des Sterns, die später beispielsweise für die Messung der Transittiefe benötigt wird, genau messen zu können, sollte das Objekt möglichst lange vor und nach dem Transit aufgenommen werden (Baseline).

Nach der Kalibrierung und Registrierung wird AstroImageJ [5], eine Software für die wissenschaftliche Auswertung astronomischer Bilder, genutzt, um die reduzierten Bilder in eine Lichtkurve umzuwandeln. Zum Erstellen der Lichtkurve wird differenzielle Fotometrie verwendet, bei der die Helligkeit des Zielsterns mit der Helligkeit mehrerer Vergleichssterne verglichen wird (Abb. 1). Die Helligkeit des Sterns in jedem Bild wird durch Aperturfotometrie berechnet. Dabei wird der Lichtstrom in Form der Pixelwerte innerhalb einer ,,Object Aperture" (erster Ring), einer kreisförmigen Region, die den Stern komplett einschließen sollte, summiert. Davon wird der Lichtstrom des nahen Hintergrundes, also dem Bereich zwischen dem zweiten und dritten Ring, abgezogen (Abb. 2). Geeignete Größen für die jeweiligen Ringe können anhand eines ,,seeing-profiles", also dem Helligkeitsprofil eines Sterns in Abhängigkeit vom Abstand zum Zentrum des Sterns, gewählt werden. Die Lichtkurve wird durch die Funktion ,,perform multi aperture photometry" erstellt. Im Fenster ,,Multi-plot Y-data" ist auch das Fitten der Lichtkurve und damit das Bestimmen der Parameter des Systems möglich.

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Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

3 Mit AIJ erstellte Lichtkurve für TOI-7312.01, bei dem ein Helligkeitsabfall am Zielstern detektiert wurde (blau). Außerdem sind die
Lichtkurven zweier Vergleichssterne (rot und pink) abgebildet, die jeweils eine konstante Helligkeit aufweisen.

Die Nachbeobachtungen werden durch TFOP (TESS Follow-up Observing Program) [6] organisiert. Dabei ist ,,Sub Group 1", bei der ich mit dem Fachgruppenteleskop registriert bin, für erdgebundene Fotometrie zuständig. Mitglieder erhalten Informationen darüber, welche Exoplaneten in welchem Filter zu beobachten sind und können ihre Ergebnisse über TFOP teilen.
Insgesamt gelang unter der Betreuung von Jan Beckmann und Georg Piehler (Poweruser) der Nachweis von fünf ExoplanetenKandidaten. Bei TOI-7312.01 wurde der Status durch unsere Beobachtung sogar von PC (Planet Candidate) auf VPC (Verified Planet Candidate) angehoben (Abb. 3). TOI-7312.01 ist ein etwa 11 Erdradien gro-

ßer heißer Jupiter, der seinen Heimatstern in nur 4,3 Tagen umrundet.
Das Teleskop der Fachgruppe RemoteSternwarten bietet ausgezeichnete Voraussetzungen für fotometrische Beobachtungen. Der stabile Himmel über Namibia ermöglicht eine kontinuierliche Datenaufnahme: Während man bei der Astrofotografie die Belichtung jederzeit unterbrechen und später fortsetzen kann, erfordert die Messung einer Lichtkurve einen langen, wolkenlosen Zeitraum. Die Empfindlichkeit des Equipments in Verbindung mit dem außergewöhnlich dunklen Himmel in Namibia ermöglicht die Erfassung von Lichtkurven lichtschwacher Sterne bis zu einer Helligkeit von 15 mag. Gerade um

solche Sterne kreisen die meisten bislang nicht nachbeobachteten Exoplaneten-Kandidaten. Ein weiterer großer Vorteil ist die einfache Zugänglichkeit des Fachgruppenteleskops. Das Stellen von Beobachtungsanträgen ist unkompliziert und die freundliche Betreuung und Beratung hinsichtlich der Wahl von Filter und Belichtungszeit in den Beobachtungsnächten hat auch mir als Anfängerin in der astronomischen Praxis den Zugang zu exzellenten Daten eröffnet.
Die Fachgruppe Remote-Sternwarten hat es mir ermöglicht, selbst einen Blick auf faszinierende, fremde Welten zu werfen und einen kleinen Beitrag zur Forschung zu leisten. Für diese Chance bin ich sehr dankbar!

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Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

Literatur- und Internethinweise (Stand 28.11.2025): ,,

[1]

[2]

[1] G. Ricker et al., 2014: Transiting Exoplanet Survey Satellite", Journal of Astronomical Tele-

scopes, Instruments, and Systems 1, www.spiedigitallibrary.org/journals/Journal-of-

Astronomical- Telescopes-Instruments-and-Systems/volume-1/issue-01/014003/

Transiting-Exoplanet-Survey-Satellite/10.1117/1.JATIS.1.1.014003.full

[3]

[2] N. M. Guerrero et al., 2021: "The TESS Objects of Interest Catalog from the TESS Prime

Mission", Astrophysical J. Suppl. Ser. 254, p. 39: https://iopscience.iop.org/article/

10.3847/1538-4365/abefe1

[3] E. Jensen, 2022: "Find Exoplanet Transits", https://astro.swarthmore.edu/transits/

[4a]

[4b]

[4] NExScI, 2022: "Exoplanet Follow-up Observing Program Web Service", IPAC, www.ipac.

caltech.edu/doi/10.26134/ExoFOP5, zum Katalog: https://exofop.ipac.caltech.edu/tess/

[5] K. Collins et al., 2017: "AstroImageJ: Image processing and photometric extraction for

ultra-precise astronomical light curves", Astron. J. 153, https://iopscience.iop.org/

[5]

[6]

article/10.3847/1538-3881/153/2/77

[6] K. Collins et al., 2018: "TESS Follow-up Observing Program (TFOP) Working Group:

A Mission-led Effort to Coordinate Community Resources to Confirm TESS Planets",

Am. Astron. Soc. Meeting Abstracts 231, https://ui.adsabs.harvard.eduabs/2018AAS...

23143908C/abstract

Aus der VdS-Fachgruppe Remote-Sternwarten:
Drei Jahre technische Betreuung und andere Herausforderungen
von Kai-Oliver Detken und Thomas Appel

Die Fachgruppe Remote-Sternwarten [1] besteht seit Herbst 2021. Nach entsprechender Planung baute sie im April 2023 die erste Remote-Sternwarte auf der Astrofarm Hakos in Namibia auf. Nach einem viermonatigen Testbetrieb konnte die gesamte Fachgruppe im September 2023 ihr First Light feiern. Das Betriebskonzept und die technische Betreuung mussten im Vorfeld detailliert geplant werden. Nach fast drei Jahren Betriebszeit soll dieser Artikel einen Überblick über die Fallstricke und die technische Komplexität einer RemoteSternwarte geben.
Remote-Sternwarten haben den Vorteil, dass man sie (idealerweise) in Gegenden in Betrieb nimmt, die kaum Luft -und Lichtverschmutzungen unterliegen und möglichst viele Sonnentage im Jahr besitzen. Der Nachteil liegt aber in der schlechten Erreichbarkeit, wenn Teile vor Ort repariert oder ausgetauscht werden müssen. Um diesem Nachteil bestmöglich zu entge-

hen, wurde die Farm Hakos in Namibia [2] als Standort für die VdS-Remote-Sternwarte von der Fachgruppe ausgesucht. Dort ist auch die Internationale Amateursternwarte (IAS) [3] ansässig, die auf Hakos zwei Remote-Sternwarten betreibt, wodurch kleinere Reparaturen vor Ort auch ohne einen expliziten Wartungstermin organisiert werden können. Einige Mitglieder der IAS sind zudem auch VdS-Mitglied und in der Fachgruppe aktiv, so dass ein reger Austausch existiert. Dass dies sehr praktisch ist, zeigte bereits der Ausfall des Netzteils unserer GM3000-Montierung von 10Micron [4] (s. Abb. 1). Denn die IAS hatte noch ein Netzteil vor Ort auf Lager und konnte uns dies ausleihen, so dass es zu keinerlei Ausfallzeit kam. Auch durch die häufigeren Reiseaktivitäten der IAS-Mitglieder, die auch ihre eigenen Sternwarten kontinuierlich warten müssen, können Ersatzteile oftmals im Gepäck mitgenommen werden. Praktisch ist weiterhin, dass Jürgen Obstfelder, ein Mitglied der Fachgruppe, der

die Untergruppe Infrastruktur leitet, direkt vor Ort wohnt. So kann er, zusammen mit Friedhelm Hund, der zuvor für die technische Leitung auf Hakos verantwortlich war, in Notfällen eingreifen. Da Jürgen auch die Gäste auf Hakos und andere, neue RemoteSternwarten betreut, die ab Herbst 2025 in Betrieb gehen sollen, ist er damit allerdings mehr als gut ausgelastet.
Herausforderung beim Austausch von Komponenten Geht mal etwas defekt und muss getauscht werden, ergeben sich, wie auch in anderen Ländern, gewisse Herausforderungen: So ist beispielsweise die Zollaufsicht in Namibia verschärft worden, was zu längeren Verzögerungen führen kann. Dabei ist die erstmalige Einfuhr von neuem Equipment noch am einfachsten. Anders gestaltet es sich jedoch bei bereits gebrauchten bzw. reparierten Teilen. So sind beispielsweise nach einigen Monaten die Flatpanels beider Geräte ausgefallen und mussten

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Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

zum Hersteller nach Spanien [5] geschickt werden. Aus Gründen der Einfachheit hat ein Astrokollege die Flatpanels in seinem Koffer nach Hause mitgenommen und von Deutschland aus nach Spanien geschickt. Dort wurden sie nach einigen Wochen repariert und direkt nach Namibia geschickt, da sich niemand kurzfristig für eine Mitnahme finden wollte. Allerdings fingen nun die Schwierigkeiten erst an, denn die Zollbeamten gingen davon aus, dass es sich um Neuware handelte und nicht um einen Garantie-Austausch. Es dauerte ca. 2-3 Monate, bis man den Zoll davon überzeugen konnte, dass hier nicht erneut Zollgebühren zu erheben waren und die Ware freigegeben werden konnte. Insgesamt dauerte der Ausfall damit ein halbes Jahr. Hinzu kommt, dass man eine abgelegene Astrofarm in Namibia auch nicht direkt beliefern kann. Die Ware verbleibt immer zuerst im Zoll in Windhoek und muss dort abgeholt werden. Ein nicht zu unterschätzender Aufwand für die Kollegen vor Ort.

Dass auch die Kommunikation innerhalb einer Lieferkette kompliziert werden kann, macht folgendes Beispiel deutlich: Nachdem die Monochromkamera nach zwei Einsatzjahren Querstreifen im Bild aufwies, die sich auch durch Darkframes oder andere Maßnahmen (z. B. neues USB-Kabel) nicht beheben ließen, mussten wir sie vom Lieferanten überprüfen lassen. Also wurde die Kamera im Koffer eines Astrofreundes nach Deutschland mitgenommen und beim Lieferanten (Teleskop-Service Ransburg [6]) eingereicht. Der verwies allerdings auf den Astrohändler Lacerta [7], von dem die Kamera geliefert wurde (und dieser wiederum auf TS Ransburg), so dass erst einmal unklar war, wohin wir die Kamera schicken sollten. Geeinigt wurde sich dann nach diversen Mails darauf, dass man die Kamera beim Lieferanten Teleskop-Service abgeben sollte und dieser wiederum

1 Defektes Netzteil mit durchgeschmorten Komponenten der 10Micron-Montierung
(Bild: Jürgen Obstfelder)

die Kamera zum zweiten Händler schickt. Dieser nahm dann Kontakt zum Hersteller ToupTek auf [8] und schickte sie weiter nach Asien. Danach war erst einmal Sendepause, bis nach Monaten auf einmal ein RetourenPaket mit der reparierten Kamera an der Rechnungsadresse in Deutschland ohne Begleitschreiben ankam. Auf Nachfrage bei Lacerta, die wiederum beim eigentlichen Hersteller ToupTek nachfragen mussten, wurde die Fehlerursache mitgeteilt: Es waren einige Komponenten auf der Platine durch den längeren Betrieb bei niedrigen

Temperaturen gealtert, wodurch sich ihre elektrischen Eigenschaften verändert hatten, was zu einer instabilen Stromversorgung des Sensors führte. Bei den Kameras, bei denen dieses Problem auftrat, hat ToupTek die Platinen durch neue ersetzt und auf das neue Isolationsversiegelungsverfahren umgestellt. Unsere Kamera wurde erfreulicherweise auf Kulanzbasis ohne Kosten repariert, obwohl die Garantie längst abgelaufen war. Solche Ausfälle bzw. Herausforderungen müssen daher immer eingeplant werden.

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Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

Technischer Support Für den technischen Support ist Thomas Appel als Leiter der Untergruppe Equipment zuständig. Dieser kann bei Wartungsfenstern am Tag, aber auch nachts notwendig werden, wie das folgende Beispiel verdeutlichen soll. Als im ersten Jahr die Internet-Verbindung zu Hakos sehr langsam und ruckelig war sowie mehrfach ausfiel, entstand folgendes Problem: durch die schlechte Verbindung zum RemotePC wurde versehentlich der Button zum Setzen einer neuen Parkposition in der Steuerungssoftware N.I.N.A. [9] gedrückt. Hierdurch wurde der aktiven Montierung mitgeteilt, dass sie eine neue Parkposition erreicht hatte. Das Teleskop, das jedoch in Richtung Zenit ausgerichtet war, meinte folglich, dass es sich bereits in der Parkposition befindet und konnte nicht mehr in die eigentliche Parkposition gebracht werden. Ein manuelles Schließen des Dachs war so nicht mehr möglich, da das Teleskop herausschaute. Obwohl es eigentlich noch mitten in der Nacht war, wurde ein Hilferuf an die Signal-Messenger-Gruppe [10] der Power-User gesendet bzw. Thomas direkt kontaktiert. Gemeinsam ließ sich das Problem dann erfolgreich lösen. Gerade die dort ansässigen Paviane freuen sich nämlich am Morgen über offene Dächer und die vielen ,,Spielzeuge", so dass das Schließen des Daches extrem wichtig ist. Ohne den unermüdlichen Einsatz von Thomas zu jeder Tages- und Nachtzeit wäre wohl schon das eine oder andere Malheur mehr passiert bzw. die Anlage nicht kontinuierlich betriebsbereit gewesen. Daher ist die ganze Fachgruppe ihm zu großem Dank verpflichtet.
Planmäßige Wartungstermine Regelmäßige Wartungstermine sind eigentlich jedes Jahr einzuplanen. Aus zeitlichen Gründen und dank des guten Supports vor Ort wird der erste Wartungstermin aller-

2 Das aktuelle Kabelmanagement der gesamten Sternwarte muss überarbeitet werden
(Bild: Jürgen Obstfelder)

dings erst nach drei Jahren im April 2026 stattfinden. Dazu ist eine Wartungsliste angefertigt worden, die vorher mit dem Kernteam abgestimmt wurde. So ist der Wechsel des Haupt- und Fangspiegels des Newtons geplant, da der Hauptspiegel beim Einbau vor drei Jahren etwas abbekommen hatte. Beide Spiegelteleskope sollen zudem neu kollimiert werden. Auch die exakte Einsüdung hat sich im Laufe der Zeit etwas verschlechtert und muss neu eingestellt werden. Das gesamte Kabelmanagement (s. Abb. 2) soll ebenfalls aktualisiert und die Klebebänder durch Kabelbinder oder Alternativen ersetzt werden. Die Flatpanels sollen neu angebaut werden, da sie im gesamten Betrieb aus unterschiedlichen Gründen immer wieder ausgefallen sind. Unter anderem überlebten sie verschiedene Kollisionen mit dem Rolldach nicht (s. Abb. 3), die durch einen Fehler in der Programmierung des Advanced Sequencers von N.I.N.A. verursacht wurden. Derzeit wird mit dem Hersteller aus Spanien (RB Focus [5]) über eine erneute Reparatur

verhandelt. Alternativ wird über den Bau von eigenen Flatpanels mittels 3D-Drucker nachgedacht. Der Industrierechner von Thomas Krenn soll ebenfalls aufgeräumt, mit Windows 11 bestückt, das BackupKonzept angepasst und größere BackupFestplatten angeschlossen werden. So findet momentan keine Komprimierung der Rohdaten statt und die nachträgliche Komprimierung würde die Sternwarte mehrere Tage außer Betrieb setzen. Auch die Software-Komponenten N.I.N.A und ASCOM sollen ein Update erfahren. Der letzte Update-Versuch von N.I.N.A. scheiterte, weil diverse Plugins danach nicht mehr liefen. Das soll vor Ort etwas genauer untersucht und behoben werden. Zuletzt sollen dann noch alle Filter, Spiegel und Kameras gereinigt werden, um die Sternwarte wieder in einem optimalen Zustand zurückzulassen. Geplant wird die Wartung mit zwei Personen für 14 Tage, da es zu Verzögerungen durch das Wetter, den Zoll oder die Fluggesellschaft kommen kann.

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Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

3 Verbogenes 12-Zoll-Flatpanel nach einer Kollision mit dem Rolldach
(Bild: Jürgen Obstfelder)

Zusammenfassung Man sieht anhand der aufgeführten Herausforderungen, dass man bei einem Remote-Betrieb diverse Dinge berücksichtigen muss. Es ist nicht damit getan, die Geräte vor Ort aufzubauen und dann

ihrem Schicksal zu überlassen. Die Betreuung, gerade bei der Anzahl der Fachgruppenmitglieder von 157 (Stand: September 2025), ist fast täglich vorzunehmen. Das betrifft gleichermaßen die Koordination diverser Anfragen, technische Probleme

und den nächtlichen Betrieb. Die PowerUser-Gruppe, die auf 16 Teilnehmer angewachsen ist und die Hauptbetreuung der Remote-Sternwarte innehat, ist inzwischen zu einer festen Einheit zusammengewachsen, die sich monatlich an einem festen Termin über alle relevanten Dinge austauscht. Über die Signal-Messenger-Gruppe gibt es ebenfalls rege Aktivitäten, so dass nächtliche Probleme immer schnell gemeinsam behoben werden können. So gab es in drei Jahren so gut wie keine Ausfälle, was auch die nächsten Jahre so bleiben soll, damit die VdS noch lange eine Remote-Sternwarte ihr Eigen nennen kann.

[1]

[2]

Literatur- und Internethinweise (Stand: 28.11.2025):

[1] VdS-Fachgruppe Remote-Sternwarten, Homepage: www.remotesternwarten.

sternfreunde.de

[3]

[4]

[2] Astrofarm Hakos in Namibia, Homepage: https://www.hakos-astrofarm.com

[3] Verein Internationale Amateursternwarte (IAS), Homepage: https://www.ias-

observatory.org

[4] 10Micron Astro Technology, Homepage: https://www.10micron.eu [5] RB Focus, Homepage: https://www.rbfocus.net

[5]

[6]

[6] Teleskop-Service Ransburg, Homepage: https://www.teleskop-express.de

[7] Lacerta, Homepage: https://www.lacerta-optics.com [8] ToupTek, Homepage: https://www.touptek-astro.com

[7]

[8]

[9] Nighttime Imaging `N` Astronomy: ,,Software N.I.N.A.": www.nighttime-imaging.eu

[10] Signal Messenger, Homepage: https://www.signal.org

[9]

[10]

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Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

Stand und Ergebnisse der Untergruppe Software
von Yves Bastian

In der ,,Untergruppe Software" der Fachgruppe ,,Remote-Sternwarten" haben die Teilnehmer (aktuell 21 Personen) die Möglichkeit, sich über Remote-Programme sowie allgemein über astronomische Software und zugehörige Treiber auszutauschen. Hier können Informationen geteilt, Probleme diskutiert und innerhalb der Fachgruppe gegenseitige Unterstützung geleistet werden. Zugleich werden hier die Details zur Software konkretisiert, die bei unserem Remote-Teleskop auf der Farm Hakos zum Einsatz kommt, und auch entsprechend auftretende Probleme zusammen mit dem Leiter der ,,Untergruppe Equipment" gelöst. Regelmäßige Online-Meetings dienen der Projektbesprechung und dem Erfahrungsaustausch.
Rückblick auf bisherige Aktivitäten und aktueller Stand Zu Beginn haben sich die Gruppenmitglie-

der intensiv mit unterschiedlichen geeigneten Softwarelösungen befasst. Dazu zählten sowohl Aufnahme- und Steuerungssysteme als auch die notwendigen Treiber - etwa für Montierung, Motorfokus, Flatpanels, Kameras, Filterräder und das Dachsystem unserer Remote-Sternwarte.
Ein zentrales Anliegen der Gruppe ist dabei die Anwenderfreundlichkeit des Gesamtsystems - insbesondere für Einsteiger. Daher wird bewusst darauf geachtet, nicht zu viele verschiedene Softwarelösungen parallel einzusetzen. Ziel ist eine möglichst einfache und intuitive Nutzung des Teleskopsystems.
Nach umfangreichen Überlegungen und Diskussionen hat sich die Gruppe für den Einsatz von N.I.N.A. [1] als zentrale Steuerungssoftware entschieden. N.I.N.A. ist eine Open-Source-Lösung, mit der sich

unter anderem Kameras, Teleskope, Filterräder, Rotatoren, Motorfokus, Autoguider und Kuppeln ansteuern lassen. Zudem ermöglicht das Programm die Planung und zeitgesteuerte Ausführung von Belichtungsreihen. Auch Funktionen wie der automatische Meridianflip, der von unserer Montierung durchgeführt wird, werden unterstützt.
Bei der Auswahl und Konzeption wurde auch auf die Erfahrungen anderer Nutzer von Remote-Sternwarten innerhalb der VdS-Fachgruppe zurückgegriffen. Künftig ist geplant, das System schrittweise um weitere Softwarelösungen zu ergänzen.
Darüber hinaus beschäftigt sich die Untergruppe mit der Ansteuerung und Integration verschiedener Hardwarekomponenten wie Montierungen, Teleskope, Kameras, Filterräder und weiterer Gerätschaften.

Programme für Deep-Sky-Astrofotografie

1 Diese Übersicht zeigt eine von Sighard Schräbler erarbeitete Zusammenstellung verschiedener Programme,
die in der Deep-Sky-Astrofotografie Anwendung finden. (Bild: S. Schräbler)
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Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

2 Das Ablaufmodell (von Peter Engl
maier) beschreibt den Workflow für die Beantragung von Beobachtungsnächten bis zur finalen Dokumentation einer Beobachtungsnacht

Aktuelles Projekt: Formularsystem In der ,,Untergruppe Betrieb", die Anträge von Fachgruppenmitgliedern zur Nutzung des Remote-Teleskops verwaltet, wurde eine Exceltabelle zur Beantragung erstellt. Leider erwies sich diese zum Einreichen eines Nutzungstermins am Remote-Teleskop aber als nicht so komfortabel. Auch ist dabei der Ablauf des Genehmigungsprozesses für die Untergruppe Betrieb nicht automatisiert.
Zur Vereinfachung von Arbeitsprozessen innerhalb der Fachgruppe arbeitet nun ein Team der Software-Untergruppe an der Entwicklung eines eigenen Formularsystems für die Einreichung und Genehmigung von Beobachtungsanträgen. Nach verschiedenen Überlegungen entschieden sich die Teilnehmer dazu, das Projekt mit Hilfe von Python [2], HTMX [3], Boots-

Die eingesetzte Software deckt dabei den gesamten Ablauf ab - von der Beobachtungsplanung, Steuerung der Instrumente und Kuppel, über Kalibrierung und Bildintegration bis hin zur Nachbearbeitung. Die Abbildung 1 verdeutlicht die Vielfalt der eingesetzten Anwendungen, die zu einem vollständigen Software-Stack zusammengeführt werden konnten.
3 Hier ist ein Ausschnitt des Programmier-
codes für den Darkmode unseres Formularsystems dargestellt. Dieser Modus bietet dem Nutzer die Möglichkeit, die Webseite in einer Darstellungsvariante nutzen zu können, die in dunkler Umgebung weniger blendet.
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Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte
4 In diesem Bild ist ein Teil des Antragsformulars ersichtlich. Dabei trägt der Antragsteller seine Aufnahmedaten
ein und kann das entsprechende Teleskop auswählen.

5 In dieser Darstellung ist die Übersicht aus den eingegangenen Anträgen für den Genehmiger sichtbar.
Der Genehmiger kann dem Antrag zustimmen oder ihn ablehnen. Auch hat er die Möglichkeit, den Antrag zu bearbeiten.

6 Diese Übersicht stellt dem Poweruser die Anträge zur Auswahl, welche zur Betreuung zur Verfügung stehen.
Der Poweruser kann dabei den Antrag, den er betreuen möchte, mit einem ,,grünen Daumen hoch"-Button bestätigen.

trap [4] und dem Webframework Flask [5] zu realisieren. Zudem wurde beschlossen, dass wir das System mit Bootstrap [4] verbinden. So ist das Layout flexibel und man kann fertige Bausteine integrieren (Abb. 3). Bei verschiedenen Besprechungen wurde zunächst in Zusammenarbeit mit dem Leiter Betrieb ein erstes Entwurfsformular entwickelt. Dieses enthält die Anforderungen der beiden Untergruppen und stellt die wichtigen Eingabefelder dar, die in der Exceltabelle derzeit abgebildet sind. Um dabei nicht nur ein reines Eingabeformular zu entwickeln, sondern zugleich den Antragsablauf für den Antragsteller, Genehmiger und die Poweruser zu vereinfachen, ist ein

Ablaufmodell entwickelt worden, das in der Abbildung 2 gezeigt ist. Dabei kann ein Antragsteller sich einen Antrag entweder im Entwurf oder zur direkten Genehmigung abspeichern. Sobald er ihn zur Genehmigung abspeichert, erhält der Genehmiger den entsprechenden Antrag. Zugleich wird zukünftig auch der ,,Gruppe Poweruser" parallel der Antrag dargestellt. Diese können dann den zu betreuenden Antrag auswählen. Im Anschluss weist der Genehmiger dem Antrag einen gemeldeten Poweruser zu. Daraufhin wird dem Antragsteller und dem Poweruser die Nutzungszeit bestätigt. Der derzeitige Entwicklungsstand ist in den Abbildungen 4 bis 6 dargestellt.

Um das System möglichst rasch praktisch zu testen, wird im ersten Release nur eine minimale Funktionalität angestrebt. Dieses soll trotzdem möglichst gut ausbaufähig sein, damit anschließend auch eine detaillierte Antragsprüfung unterstützt werden kann und der Antragsteller möglichst gleich auf potenzielle Probleme hingewiesen werden kann. Ein Nebenziel ist es, dass die Software auch für weitere Sternwarten genutzt werden kann. Das Open-SourceProjekt ist offen für alle, die innerhalb der Fachgruppe mitarbeiten wollen. Das Projekt ist in Github [6] und auf der Testwebseite [7] erreichbar.

Journal für Astronomie Nr. 97 | 33

Ergebnisse der VdS-Remote-Sternwarte

Internethinweise (Stand 28.11.2025):

[1] Nighttime Imaging 'N' Astronomy: "N.I.N.A.",

[1]

[2]

https://nighttime-imaging.eu/

[2] Programmiersprache Python: www.python.org/

[3] HTMX: "High power tools for HTML", https://htmx.org/

[4] Bootstrap: "Build fast, responsive sites with Bootstrap",

[3]

[4]

https://getbootstrap.com/

[5] Flask: "WSGI web application framework",

https://flask.palletsprojects.com/

[6] P. Englmaier: "Github", https://github.com/peter-englmaier/ [5]

[6]

[7]

vds-sternwarte

[7] VdS-Remote-Sternwarten, Testwebseite:

https://vds.sternwarten.ch/

Vandelay Observatory 2.0
von Jan Müller

Meine Faszination für den Sternenhimmel begann früh - ungefähr im Alter von zwölf Jahren hielt ich mein erstes Teleskop in den Händen. Es war kein hochwertiges Gerät, das ich da zu Weihnachten bekam, und die Beobachtungsbedingungen waren alles andere als optimal, aus dem Dachfenster meines Zimmers heraus. Dennoch erinnere ich mich bis heute an das Gefühl, zum ersten Mal durch ein Okular den Mond im Detail zu sehen. Auch Saturn und Jupiter konnte ich damals ausmachen - verschwommen, aber eindeutig erkennbar. Diese ersten Eindrücke haben sich tief eingeprägt. Wie das Leben so spielt, trat die Astronomie für viele Jahre in den Hintergrund. Erst rund zwei Jahrzehnte später, im Jahr 2017, erwachte das alte Interesse erneut. Als erwachsener Mensch mit mehr Geduld und technischem Verständnis begann ich, mich wieder mit dem Thema zu beschäftigen - zunächst rein theoretisch. Ich las Fachbücher über Astronomie und Physik.

mich in die technischen Grundlagen und Vor- und Nachteile der verschiedenen Teleskoparten. Nach vielen Monaten des Vergleichens, Nachdenkens und Sparens fiel schließlich die Entscheidung: Ich beschaffte mir eine Sky-Watcher-Montierung EQ6R Pro sowie ein 8-Zoll-Newton-Teleskop mit 1.000 mm Brennweite. Damit legte ich den Grundstein für meine heutige Ausrüstung und den späteren Bau der eigenen Sternwarte.
Im Jahr 2019, nachdem ich erste Erfolge, aber auch einige frustrierende Versuche auf visueller Ebene hinter mir hatte, wagte ich meine ersten Schritte in die Welt der Astrofotografie. Ich hatte mir mein erstes

Teleskop samt passender Ausrüstung gekauft - ein Moment, der sich tief in meine Erinnerung eingebrannt hat. Die ersten Nächte unter dem Sternenhimmel, das leise Surren der Nachführung, das Staunen über den Anblick des Orionnebels auf dem Kameradisplay - all das entfachte in mir eine Faszination, die schnell zur Leidenschaft wurde. Doch je häufiger ich beobachtete, desto deutlicher trat ein Problem zutage: der ständige Auf- und Abbau meines Equipments. Jeder Beobachtungsabend wurde zu einer logistischen Herausforderung - Teleskop hinaustransportieren, ausrichten, Kabel verlegen, einnorden und das Ganze später im Dunkeln wieder abbauen. So reifte recht schnell die Idee, eine eigene

Nach einigen Wortwechseln in bekannten Foren versuchte ich zu verstehen, worauf es bei der Wahl eines Teleskops wirklich ankommt. Jedes System hat Stärken und Schwächen, und je nach Anwendung - visuelle Beobachtung, Fotografie, Planeten, Deep Sky - muss man sich bewusst entscheiden. Von 2018 bis 2019 vertiefte ich

1 Dachkonstruktion, erstellt mit SketchUp

34 | Journal für Astronomie Nr. 97

Amateurteleskope/Selbstbau

Sternwarte zu errichten - einen festen Ort, der jederzeit einsatzbereit war und mir das spontane Beobachten ermöglichte. Diese Idee setzte ich konsequent um.

2 Eckpfeiler
mit Rahmen

An meinem damaligen Wohnort entstand meine erste Sternwarte. Das Grundprinzip der Bauweise, das Dachkonzept und viele technische Details ähneln stark dem heutigen Aufbau. Im Jahr 2023 änderte sich vieles: Meine Frau und ich kauften ein Haus mit Garten - ein Ort, an dem wir Wurzeln schlagen wollten. Natürlich war für mich sofort klar: Die Sternwarte musste mit. Im neuen Garten begann die Planung von vorne. Dieses Mal jedoch nicht allein - meine Frau hatte ein wichtiges Wörtchen mitzureden. Gemeinsam suchten wir einen Platz, der nicht nur funktional war, sondern sich auch harmonisch in das Gesamtbild des Gartens einfügte. Es war mir wichtig, dass das Bauwerk nicht wie ein Fremdkörper wirkte, sondern Teil unseres gemeinsamen Zuhauses wurde.

Der Neubau der Sternwarte war das Projekt, auf das ich mich am meisten freute - noch vor Terrasse, Garten oder Einrichtung. Dieses Mal ging es nicht darum, etwas Bestehendes wieder zum Leben zu erwecken - es sollte etwas Neues entstehen. Ein Ort, der nicht nur passend und durchdacht war, sondern auch besser als je zuvor. Gemeinsam wählten wir einen geeigneten Platz im Garten aus - mit möglichst freier Sicht auf den Himmel und ausreichend Abstand zu Bäumen und Gebäuden.

3 Ständerbauweise mit Auslegern und Dachkonstruktion

Zur Planung der neuen Sternwarte nutzte ich diesmal die kostenlose Software SketchU p, mit der ich den gesamten Aufbau im Voraus als 3D-Modell konstruierte (Abb. 1). Es half enorm, die Umsetzung klar und effizient zu gestalten. Mein Vater erklärte sich bereit, mir beim Bau zu helfen - eine Entscheidung, die sich als echter Glücksfall herausstellte. Was zunächst

nach praktischer Unterstützung klang, entwickelte sich schnell zu einem wunderbaren Vater-Sohn-Projekt. Zwischen Holz, Schrauben und Maßband entstanden nicht nur Wände, sondern auch viele gemeinsame Momente, die ich nicht missen möchte. Die neue Sternwarte wurde - wie ihr Vorgänger - in Ständerbauweise errichtet. Anders als früher, wo die Maße großzügigere

3 m x 3 m betrugen, musste sich der neue Bau auf etwa 2 m x 2,5 m beschränken, um sich harmonisch in den Garten einzufügen. Das Fundament basiert auf vier stabilen Punktfundamenten, die als Träger für den gesamten Aufbau dienen. Auf diese Fundamente wurde zunächst der untere Rahmen aus stabilem Bauholz gesetzt. Darauf folgte die senkrechte Tragstruktur, die mit einem

Journal für Astronomie Nr. 97 | 35

Amateurteleskope/Selbstbau

4 Verkleidete Sternwarte mit geöffnetem Rolldach

oberen Rahmen versehen wurde (Abb. 2) und mit zwei fünf Meter langen Auslegern aus Konstruktionsvollholz abgeschlossen wurde (Abb. 3).

Die gesamte Hütte wurde anschließend mit Nut- und Federbrettern verkleidet (Abb. 4), was ihr ein rustikales, zugleich harmonisches Erscheinungsbild verleiht. Auf den beiden Auslegern wurden wiederum zwei massive U-Profilschienen montiert. Sie dienen als Führung für das Rolldach. Das Dach selbst ist als leichter Rahmen in Satteldachform ausgeführt und mit Trapezblechen verkleidet. Im Dachbereich wurden mehrere Belüftungsspalte eingeplant, damit es in den feuchten Jahreszeiten nicht zu Schimmelbildung kommt. Die Führung des Daches erfolgt über spezielle Industrie-Rollen, die doppelt gelagert sind und jeweils eine Traglast von bis zu 250 Kilogramm aufweisen. Diese wurden eigens aus Italien importiert - Qualität, auf die ich bewusst Wert gelegt habe. Das Ergebnis: Das gesamte Dach lässt sich mühelos per Hand auf- und zurollen, ohne Verkanten oder Klemmen.

Im Zentrum der Sternwarte - zwischen den vier Punktfundamenten - wurde ein quadratischer Aushub von 80 cm x 80 cm x 80 cm geschaffen. Dort wurde nebst mehreren hundert Kilogramm Schotter und

5 Betonsäule in Massivbauweise

36 | Journal für Astronomie Nr. 97

Beton ein massives Rohr nach DIN-Norm mit 250 kg Belastbarkeit einbetoniert (Abb. 5). Auf diesem Rohr sitzt heute der Adapter mit meiner Skywatcher-Montierung EQ6 - vibrationsfrei, massiv und perfekt zentriert. Der erste Spatenstich erfolgte im Mai 2024, sobald das Wetter und die Böden es zuließen. In mehreren Bauabschnitten entstand schließlich, mit viel Schweiß und Begeisterung, eine neue Heimstatt für meine Beobachtungen.

Amateurteleskope/Selbstbau

6 Eingangsschild Vandelay Observatory

verbundenen Resultate extrem steigern. Angefangen mit einem Selbstbau-FlatfieldPanel über diverse Filter, MGEN II bis hin zu einem ZWO EAF, steigerte sich nicht nur die Menge des Equipments, sondern auch meine eigenen Fähigkeiten, damit umzuge-

hen. Bei den Kameras begann ich mit einer Canon EOS 1000Da, ging über zu einer 750Da und endete schließlich bei der sich noch heute im Einsatz befindenden QHY 168C. Mit dieser Kamera entstand die Abbildung 8.

Fertiggestellt wurde die Sternwarte im Juni, mit den letzten Feinarbeiten etwa Anfang Juli 2024. Auch im Inneren wurde das Bauwerk weiter optimiert: Ein kleines Regal sorgt für geordneten Stauraum für Kabel, Zubehör und Kleinteile. In einer Ecke entstand eine kompakte Arbeitsfläche - ein schmaler Schreibtisch, auf dem der Laptop zur Steuerung des Teleskops steht. Um Streulicht und Kondensation zu vermeiden, fertigte ich dafür eine maßgeschreinerte Holzbox, in der der Laptop nachts geschützt untergebracht wird. Sie dient nicht nur dem Schutz vor Feuchtigkeit und Kälte, sondern verhindert auch unerwünschtes Licht während der Bildaufnahme. So entstand in der südlichen Pfalz, nahe Zweibrücken, eine kleine private Sternwarte, die auf den Namen ,,Vandelay Observatory" (Abb. 6) getauft wurde - ein Ort der Ruhe, der Technik und der Sternenträume.

Im Zentrum meiner astronomischen Ausrüstung stand lange Zeit mein bewährter 8-Zoll-Newton-Reflektor (Abb. 7), robust, lichtstark und ideal für detailreiche Deep-Sky-Aufnahmen. Im Laufe der Zeit wurde das Setup jedoch sinnvoll ergänzt: Ein 250-mm-Petzval-Refraktor der Firma William Optics kam hinzu. Diese Optik ermöglicht ein besonders ebenes Bildfeld ohne nennenswerte Koma - ideal für großflächige Aufnahmen von Nebeln und Sternfeldern. Neben vielem Zubehör wie Komakorrektor, Bahtinov-Masken und diversen Adaptern und Kleinteilen, ergänzte sich die Sammlung mit der Zeit um viele Dinge, die die Aufnahmequalität und damit

7 Geöffnete Sternwarte und Teleskop-Setup

Journal für Astronomie Nr. 97 | 37

Amateurteleskope/Selbstbau

8 IC 5146, aufgenommen mit einem Skywatcher Explorer 200PDS, f = 1.000 mm,
Kamera QHY 168c

Wenn die Nacht hereinbricht und sich langsam die ersten Sterne zeigen, kehrt eine ganz besondere Ruhe ein. Hier draußen, auf dem Land, ist die Dunkelheit nicht bedrohlich - sie ist ein stiller Begleiter. Kein Straßenlärm, kein grelles Licht, nur das gelegentliche Rascheln eines Tieres im Feld und das leise Surren der Montierung beim Nachführen. Es sind diese Nächte, in denen ich abschalten kann - wirklich abschalten. Während die Kameras unermüdlich Bild für Bild vom Himmel sammeln, sitze ich oft daneben, schaue hinauf und verliere mich im Sternenzelt. Manchmal vergehen Stunden, in denen ich einfach nur dasitze und beobachte. Kein Bildschirm, keine Ablenkung - nur ich und das Universum. Und manchmal teile ich diese Faszination mit anderen.

Ich habe bereits einige Abende veranstaltet, an denen Freunde und Familie eingeladen waren - sozusagen ein kleiner ,,Tag der offenen Sternwarte". Dann richte ich das Teleskop visuell aus, lasse sie durchsehen und erzähle ein wenig: über den Orionnebel, über Saturns Ringe, über Lichtjahre und Zeitreisen mit dem Blick ins All. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie auch in anderen das Staunen erwacht - dieses ehrliche, stille Staunen, das man als Erwachsener viel zu selten erlebt. Diese Sternwarte ist für mich mehr als nur ein technisches Projekt. Sie ist ein Rückzugsort, ein Denkraum, ein kleines Fenster in eine andere Welt. Und jedes Mal, wenn ich das Dach aufrolle und die erste Aufnahme startet, beginnt für mich eine Reise - hinaus in die Nacht, hinein in die Stille.

38 | Journal für Astronomie Nr. 97

Amateurteleskope/Selbstbau

Vermeidung von Taubeschlag auf meinem Newtonspiegel
von Jörg Kropp

Vorwort des Redakteurs
Viele nützliche Dinge können vom Astro-Praktiker selbst erledigt werden. Dazu müssen gar nicht immer technisch anspruchsvolle Lösungen herhalten. Nachfolgend zeigt Jörg Kropp von der Fachgruppe Astrofotografie, wie er das Betauen seines Newton-Teleskops einfach, aber wirksam verhindert.
Wer ähnliche Erfahrungen zum Selbstmachen gesammelt hat und sie hier vorstellen möchte, sende mir einen bebilderten Text an: redaktion-selbstbau@sternfreunde.de Peter Riepe

steigt sie auch hoch und reduziert demzufolge sogar noch die Beschlagsneigung für den Umlenkspiegel.
An dem Leitrohr, über das ich nachführe, habe ich vor der Frontlinse auf der Innenseite ebenfalls ein paar Wicklungen von dünnem Draht angeklebt und außen dann ebenfalls solch einen kleinen, flachen Stecker befestigt. Hier beträgt die Heizleistung dann nur etwa 2 Watt bei 12 Volt Spannungsversorgung.

Ich gehöre zu denen, die keine schöne ,,Schutzhütte" haben, die immer alles draußen auf- und wieder abbauen müssen. Darüber hinaus wird das Teleskop auch im Wohnmobil durch Europa gefahren, um gegebenenfalls einsatzbereit zu sein. Ich erlebe oft die Situation, dass die Nächte recht kalt und damit feucht werden und daher eine Betauung der Optiken beginnt, was natürlich bei längeren Belichtungsreihen schnell problematisch wird.

kleinen, flachen Stecker geklebt (wie zur Kontaktierung an den 9-V-Batterien), der praktisch keinen Platz beansprucht. Der Widerstand ist so bemessen, dass man bei einer Spannung von 12 Volt etwa 10 Watt an Leistung umsetzt. Dadurch erwärmt sich die Heizwicklung etwas und verhindert die Betauung des Spiegels. Dadurch, dass die Luft im Tubus schwach erwärmt wird,

Das ist für mich jetzt eine optimale Lösung. Ich brauche keine externen Heizmanschetten, die sowieso nicht an den richtigen Stellen erwärmen. Die kleinen Stecker an den Geräten stören nicht und ich kann sie schnell zur Erwärmung anstecken, wenn es notwendig wird.
Vielleicht interessiert den einen oder anderen Leser diese Lösungsvariante.

Ich weiß nicht, wie andere Teleskopbesitzer so etwas handhaben, speziell auch bei Newton-Systemen. Daher stelle ich hier einmal meine Lösung vor, die sich auch schon bewährt hat. Mein Hauptinstrument ist ein Newton (Takahashi Epsilon 160). Hier bringe ich üblicherweise vorn noch eine Tubusverlängerung an, die das Streulicht reduziert, aber auch das Eindringen der feuchten Luft etwas verringert. Das reicht aber leider nicht aus.

Beiliegend zwei Fotos von meinem Gebastel. Zunächst habe ich die Spiegelhalterung innen direkt mit einer ,,Heizspirale" umwickelt und diese nach hinten durch eine kleine Bohrung herausgeführt (Abb. 1). Außen auf der Rückseite der Spiegelhalterung (Abb. 2) habe ich zur Kontaktierung einen

1 Die Wicklungen des Heizdrahtes sind direkt an der Spiegelzelle angeklebt und verlaufen
durch eine Bohrung zur Rückseite der Spiegelhalterung.

Journal für Astronomie Nr. 97 | 39

Amateurteleskope/Selbstbau

2 Blick auf die Rückseite
der Spiegelzelle

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Astrofotografie

Brunos Universum
von Peter Riepe

Das gibt es nicht alle Tage: In einem Großplanetarium findet eine aufwändig geplante Ausstellung über die Arbeiten eines Amateur-Astronomen statt. So geschehen in Hamburg, der Heimat von Bruno Mattern, Mitglied sowohl der VdS-Fachgruppe Astrofotografie als auch der GvA Hamburg [1]. Seine schönsten Astroaufnahmen sind im Planetarium Hamburg [2] seit September 2025 auf der Galerie-Ebene zu bewundern. 36 Bilder - auf spezieller Folie gedruckt - werden großformatig in Leuchtrahmen von 1,4 m x 1,4 m Fläche präsentiert. Unter dem Motto ,,Brunos Universum" wurde diese Ausstellung am 13. September 2025 eröffnet, begleitet von einem Sat1-Kamerateam. Sie ist bis März 2026 geplant und wird vielleicht sogar weitergeführt.

1 Eingang zur Ausstellung

Bruno kam in den 1980er Jahren zur Astronomie. Dazu ein Kuriosum: Der heute 81-Jährige erhielt damals von seiner Frau Margret, die selbst Sternfreundin ist, einen 60-mm-Refraktor als Geschenk. Schon damals besuchten beide regelmäßig das Planetarium Hamburg. Seitdem verbindet sie die Liebe zum Universum und seinen Schönheiten. Brunos Astrofotografie wurde 1988 konkret, als der kleine Refraktor durch ein Celestron 8 auf einer SP-Montierung mit elektrischer Nachführung ergänzt wurde. Auf zahlreichen Exkursionen, unter anderem später auch nach Namibia zur Astrofarm Tivoli, entstanden dann erste herrliche Farbfotos, deren Qualität im Laufe der Zeit bis heute immer besser wurde. Seit 1994 hat Bruno in der Lüneburger Heide eine gut ausgerüstete, private Sternwarte aufgebaut und technisch stets weiter perfektioniert. Parallel dazu blieb Bruno dem Planetarium Hamburg treu. Zwischen 2000 und 2005 arbeitete er, als Techniker angestellt, bei den Führungen mit.
In der Heide sind unter einem sehr dunklen Landhimmel tiefe Fotos von Galaxien, Sternhaufen und Nebeln möglich. Dabei

2 Der Rundgang auf der Galerie-Ebene
des Planetariums Hamburg
kommen inzwischen verschiedene moderne Digitalkameras zum Einsatz. Auch die Aufnahmeteleskope sind entschieden größer geworden. Aber dazu vielleicht in einer späteren Journalausgabe mehr.
Jetzt zunächst freuen sich Freunde und Bekannte sowie unsere Leser über ,,Brunos Universum" im Planetarium Hamburg, wo sozusagen die Früchte seiner langjährigen astrofotografischen Arbeit gebührend gewürdigt werden.

Internethinweise (Stand 18.12.2025): [1] GvA Hamburg e.V., Gesellschaft
für volkstümliche Astronomie, www.gvahamburg.de
[2] Planetarium Hamburg, www.planetarium-hamburg.de/ de/startseite
Journal für Astronomie Nr. 97 | 41

Astrofotografie

Eine Sommernacht auf dem Hochgrat im Allgäu
von Till Credner

1 Auf dem Gipfel des Hochgrats in der späten
Abenddämmerung (www.allthesky.com/tmp/vds/ hochgrat06aug24_3381.jpg)
2 Die junge Mondsichel in der Abenddämmerung
über dem Bodensee (www.allthesky.com/tmp/vds/ hochgrat06aug24_3356.jpg)

42 | Journal für Astronomie Nr. 97

Astrofotografie

3 Richtung Süden ist der Nachthimmel über den Alpen sehr dunkel. Das Zentrum der Milchstraße, ein heller Meteor und eine Gewitterwolke
zeigten sich. Zwei aufeinanderfolgende Aufnahmen mit jeweils 13 s Belichtungszeit, 18 mm Brennweite und Blende 2,0 wurden kombiniert. (www.allthesky.com/tmp/vds/hochgrat06aug24_3489.jpg)

Der Hochgrat ist mit 1.834 m die höchste Erhebung der Nagelfluhkette im Allgäu und bietet damit einen sehr guten Blick in das Alpenvorland zwischen Bodensee und Allgäuer Hochalpen, aber auch in den

dunkleren Süden. Anfang August 2024 war eine stabile klare Nacht vorhergesagt und ich machte mich recht spontan mit meinen erwachsenen Kindern von Tübingen aus auf den Weg nach Oberstaufen, um diesen

Standort zu testen. Eine Seilbahn erleichtert den Aufstieg, insbesondere mit Fotoausrüstung. Nach einem Abendessen an der Bergstation ging es noch ca. 150 Höhenmeter zu Fuß auf das kleine und gut abgesicherte

Journal für Astronomie Nr. 97 | 43

Astrofotografie

4 Helligkeitskurve im Zenit. Durch Wetterleuchten und streifiges Airglow sind die Werte aufgehellt und streuen deutlich.
(www.allthesky.com/tmp/vds/skybrightness2024-08-07.png)

Gipfelplateau (Abb. 1). Der Sonnenuntergang über dem Bodensee und die schmale Mondsichel in der Abenddämmerung waren besonders beeindruckend (Abb. 2). Ein Wolkenfeld zog durch, und weit im Süden machten sich Gewitter bemerkbar (Abb. 3). Uns war klar: Im Notfall müssen wir wieder ein Stück absteigen zum 200 m tiefer gelegenen Staufner-Haus.
Rasch wurde es dunkler und das künstliche Lichtermeer wurde sichtbar. Ein Sky-Quality-Meter (SQM) mit Datenlogger wurde an einem Zaunpfahl mit Blickrichtung Zenit ausgerichtet, um minütlich Helligkeitsmessungen aufzunehmen. Nach ein paar Dämmerungsaufnahmen wurde eine Zeitraffersequenz mit der Milchstraße und durchziehender Gewitterwolke gemacht. Eine heiße Suppe war eine willkommene Mitternachtsstärkung. Der Himmel blieb größtenteils klar und kurz nach 1 Uhr MESZ startete ich ein 360 Grad x 180 Grad großes Vollpanorama mit 21 Weitwinkelfotografien auf Nodalpunktadapter. Danach entstand noch ein Horizontalpanorama mit 85-mm-Teleobjektiv, um die Quellen der Lichtverschmutzung besser zu identifizieren. Erst nach dem Start einer zweiten Zeitraffersequenz legte ich mich mit Isomatte und Schlafsack flach. Ein Fuchs streunte um uns herum auf der Suche nach Essen,

kein angenehmes Gefühl, wenn man einfach auf dem Boden biwakiert. Trotzdem haben wir unseren Schlaf bekommen und wurden erst durch die ersten Morgengäste des Staufner-Hauses wach. Wir machten uns Kaffee und Frühstück, um dann den kompletten Weg über die Brunnenauscharte abzusteigen. Die 1.000 Höhenmeter Abstieg rächten sich jedoch arg an meinen wenig trainierten Beinen, aber zum Glück hatte ich Wanderstöcke und meine beiden Scherpas Susanna und Moritz.
Die Himmelshelligkeit ging in der Nacht des 07.08.2024 gegen 2:00 Uhr MEZ bis auf 21,48 mag/arcsec2 herunter (Abb. 4). Das entspricht einer Aufhellung um den Faktor 1,61 (d. h. 61 % heller) im Vergleich zu einer natürlichen Nacht ohne Mond mit ca. 22 mag/ arcsec2. Hauptgrund ist sicherlich die Lichtverschmutzung aus den Siedlungs- und Industriegebieten. Besonders viel Licht kommt vom Rheintal und der Bodenseeregion (Abb. 5), siehe dazu auch [1]. Zudem fällt Kempten in ca. 30 km Entfernung mit seinem Industrie- und Gewerbegebiet Leubas auf, von wo schlecht abgeschirmte Beleuchtung direkt in die umliegende Natur strahlt. Dieses direkte Licht in die Umgebung erfüllt keinen Beleuchtungszweck, ist somit verschwendete Energie und schädlich für die Umwelt. Auch das nahe Oberstaufen und Sonthofen schi-

cken viel Licht ungenutzt nach oben. Neben dieser künstlichen Aufhellung des Nachthimmels gab es in dieser Nacht jedoch auch noch Streifen mit Airglow und Wetterleuchten im Süden (entfernte Gewitter). Dadurch sind die Werte der Kurve etwas heller und mit größerer Streuung.
Fazit Ein sehr guter Standort mit einzigartiger Rundumsicht, der jedoch nicht ohne Weiteres erreichbar ist. Die gemessenen Helligkeitswerte sind nicht besonders hervorzuheben, was jedoch auch am Airglow lag. Die Südrichtung ist besonders dunkel. Zum Vergleich werden in einer guten Frühjahrsnacht auf der Schwäbischen Alb durchaus Werte von 21,7 oder 21,8 mag/arcsec2 erreicht, im August mit Milchstraße ca. 21,4 mag/arcsec2. Wer es bequemer haben will, der fährt mit der Gondel auf und ab. Regulär übernachten kann man auf dem Staufner-Haus in ca. 1.600 m Höhe, einer Alpenhütte des Deutschen Alpen-Vereins.
Internethinweis (Stand 29.11.2025): [1] T. Credner, 2024: ,,Interaktives Voll-
panorama", www.allthesky.com/ nightscapes/hochgrat06aug24 vr-d.html

44 | Journal für Astronomie Nr. 97

Astrofotografie
5 Fischaugenansicht des ganzen Himmels über dem Hochgrat, zusammengesetzt aus
21 Einzelaufnahmen mit je 13 s Belichtung. Grünes Airglow hellt den Himmel auf. Norden ist oben, im Südwesten (rechts unten) liegt die helle Region des Rheintals und des Bodensees. (www.allthesky.com/tmp/vds/hochgrat06aug24circular.jpg)
Journal für Astronomie Nr. 97 | 45

Astrofotografie

TBG-N1 - ein neuer großer Planetarischer Nebel am Nordhimmel -
Teil 1: eine Entdeckungsgeschichte
von Werner E. Celnik, Peter Riepe, Jürgen Kozok und Thorsten Zilch

Es beginnt am 3. Februar 2022. Der Gemeinschaftsartikel zum Galaxienprojekt NGC 2403, bei dem wir aufzeigten, wie sinnvoll es ist, Beobachtungen mit mehreren verschiedenen Teleskopen zusammenzuführen, ist bei der Redaktion des VdSJournals für Astronomie abgeliefert [1, 2]. Wir sitzen am Nachmittag dieses Tages noch einmal zusammen in Werners Arbeitszimmer in Rheinberg vor den beiden großen PC-Bildschirmen, für eine kleine Nachbetrachtung des Projektes NGC 2403. ,,Nachbetrachtung" buchstäblich, denn wir betrachten auf dem Bildschirm im SDSS [3] die weitere Umgebung von NGC 2403, außerhalb des damals von den beteiligten Astrofotografen aufgenommenen Himmelfeldes, und forschen nach, ob es da nicht doch noch etwas gibt, was sich ,,versteckt", vielleicht doch eine kleine Zwerggalaxie, die bislang noch niemandem aufgefallen ist? Reichlich Kaffee und etwas Leckeres für den Gaumen sind natürlich dabei ...
Das SDSS-Feld wird mit einem Ausschnitt von ca. 1 Grad auf dem 30-Zöller dargestellt, Helligkeit und Kontrast hochgedreht, denn die Darstellung der Himmelsfelder ist im SDSS doch recht dunkel. Norden oben, wird NGC 2403 als Ausgangspunkt unten rechts eingestellt. Mit der Maus scrollen wir langsam nach Norden und nach Süden, einige Bildschirmhöhen weit - nichts. Also zurück zum Ausgangspunkt und eine Bildschirmweite nach Osten, dann wieder senkrecht scrollen - wieder nichts. Nicht, dass wir zwingend erwarten würden, etwas neues Flächenhaftes zu sehen, aber nett wäre es schon. So geht das eine Weile, Geduld ist gefordert. Nun sind wir schon 5 Grad östlich von NGC 2403 und wir beschließen, den einen Scan noch zu machen und dann auf der Westseite der Galaxie wieder anzufangen.

1 Der Triangle-Nebel in einem Bildausschnitt, Ausschnitt aus dem SDSS, kontrastverstärkt

Wie das dann so ist, hält Peter plötzlich Werners Maushand fest; ,,STOPP! Da ist was!" Tatsächlich, er entdeckt einen schwachen grünen Schimmer mitten im Nichts, zwischen kleinen fernen Galaxien. Schnell die Position notiert, damit wir es später wiederfinden. Und was sagt die Objektdatenbank zu diesem nur ca. 30 Bogensekunden kleinen, schwachen, dreieckig geformten Flächenobjekt, das im SDSS extrem verrauscht dargestellt wird (Abb. 1)? - Nichts. Man muss bedenken, dass im SDSS die HEmission dem Grünkanal zugeordnet wird, so macht es der Astrofotograf ja auch in der Hubble-Palette. Diese grüne Objektfarbe sagt uns sofort, dass es - wenn überhaupt - schon eine gasreiche Zwerggalaxie sein müsste, eine irreguläre beispielsweise. Aber außer dem dreieckigen grünen Fleck sehen wir keinerlei Hinweis auf irgendwelche stellaren Details der vermuteten Zwerggalaxie. Seltsam ... also muss das lichtschwache Objekt auf breiter Basis fotografisch ,,unter die Lupe" genommen werden.

Eine Woche später. Thorsten und Peter informieren die TBG-Gruppe (Tief Belichtete Galaxien) in der VdS-FG Astrofotografie und rufen zu Aufnahmen des Objektes auf. Ein erster Versuch von Peter Remmel am 14. Februar zeigt keinen Erfolg. Ist das Objekt zu schwach oder die LuminanzBelichtung zu kurz, und das bei f/1,9 und 4 Stunden Belichtung? Endlich, einigen Mitgliedern der TBG-Gruppe gelingt der Nachweis des Objektes Ende Februar, jedoch an der Nachweisgrenze. Das Objekt, welches immer noch für eine mögliche Zwerggalaxie als Begleiter von NGC 2403 gehalten wird, ist extrem lichtschwach und ist im SDSS offenbar nur durch seine kleine grüne Fläche aufgefallen.
Zwischenzeitlich nimmt Peter Kontakt zum Fachastronomen Prof. Igor Karachentsev auf, mit dem die TBG-Gruppe schon mehrfach zusammengearbeitet hat, er hat mit seinen Kollegen Zugriff auf das 6-m-Teleskop im Kaukasus. Kurze Zeit später (27. April 2022) schickt er bereits ein

46 | Journal für Astronomie Nr. 97

Astrofotografie

2 Der Triangle-Nebel und der hellste Teil des Cam-Nebels, links: H+[N II]-Bild, Mitte: Kontinuum neben H und [NII],
rechts: Die Kontinuumssubtraktion identifiziert den Triangle Nebula als Emissionsnebel. Aufnahmen aus April 2022 mit dem 6-m-Teleskop im Kaukasus. Bildfeld 7,7` x 7,7`. Norden oben. (Bild: I. Karachentsev, A. Moiseev)

Beobachtungsergebnis von Alexei Moiseev und Sergey Kotov von der Russischen Akademie der Wissenschaften: Routinemäßig werden kleine flächige Objekte daraufhin untersucht, ob es Emissionslinien- oder Kontinuumsstrahler sind. Ein Objekt, welches ausschließlich Emissionslinien abstrahlt, wie z. B. die H-Linie, muss ein heißer Gasnebel sein. Ein Objekt, welches nur ein kontinuierliches Lichtspektrum abgibt, muss aus Sternen bestehen oder ein Staubnebel sein, der Sternlicht reflektiert. Die gesendete Beobachtung (Abb. 2) beweist, dass es sich hier um ein Emissionsnebelobjekt handeln muss, also nicht etwa um eine Zwerggalaxie oder einen Reflexionsnebel.

Aperturen zwischen f/1,9 und f/4,2, also Celestron-HyperStar-Systemen, RASA und Newtons. Werner setzt parallel ein C14 EHD mit f/7,7 ein.
Da durch die Abbildung 2 nachgewiesen ist, dass der Nebel im Licht von H und [N II] strahlt, erscheinen uns Aufnahmen mit H+[N II]-Schmalbandfiltern am vielversprechendsten, um das Objekt auch in Amateurinstrumenten gut ablichten zu

können. Von Anfang an ist beabsichtigt, die Aufnahmen aller Beobachter zu einem Gesamtbild zu vereinigen. In der Tabelle 1 sind Details zu den Beobachtungen aufgeführt.
Wichtig ist bei diesen großen Öffnungsverhältnissen um die f/2, dass man keine ,,normalen" Schmalbandfilter verwenden kann, wie man sie für Aperturen von f/4 oder f/10 einsetzt, sondern so genannte ,,preshifted Filter", also vor-verschobene Filter verwen-

Eigentlich eine gute Nachricht, denn dann können wir mit Schmalband-Linienfiltern an unseren kleinen Amateur-Teleskopen versuchen, den Nebel mit längeren Belichtungen aufzunehmen. Nun ist auch klar, warum wir beim ersten Versuch ohne Schmalbandfilter nichts gesehen haben.

So beteiligen sich mehrere Astrofotografen in der TBG-Gruppe daran, dem Objekt, dem wir den Namen ,,Triangle Nebula" (Dreiecksnebel) geben, nachzuspüren: Neben Werner sind dies Peter Köchling, Martin Nischang, Carsten Reese, Peter Remmel und Thorsten Zilch. Alle diese Beobachter arbeiten mit lichtstarken Instrumenten mit

3 Der Triangle-Nebel und der hellste Teil des schwachen, von NO nach SW elongierten
Cam-Nebels, Aufnahme von W. E. Celnik mit C14 (f/7,7), H+[N II] -Filter, 1,6 Stunden belichtet am 27.05.2022. Norden oben, Bildfeld 7,3` x 4,9`.

Journal für Astronomie Nr. 97 | 47

Astrofotografie

det. Denn bei sehr schräg auf den Schmalbandfilter einfallenden Lichtstrahlen verschiebt sich die Durchlasskurve um bis zu einige Nanometer auf der Wellenlängenskala zu Blau hin. Schmalbandfilter müssen also nach Rot hin vor-verschoben werden, damit das Maximum der Durchlasskurve bei f/2 auf die Ziel-Wellenlänge fällt. Ein sehr schmaler ,,normaler" Filter zeigt bei z. B. f/2 sonst womöglich komplett neben die Emissionslinie des Objektes und man sieht - nichts vom Objekt. Dies wird recht gut erläutert auf der Webseite von Baader Planetarium [4].

Werner gelingen die ersten brauchbaren H+[N II]-Aufnahmen des Triangle-Nebels mit dem C14 Ende Mai 2022 (Abb. 3), schon besser als die Darstellung im SDSS. Allerdings fehlt hier noch die Auflösung des 6-m-Teleskops. Doch zeigt das Bild bereits eine von NO nach SW ausgerichtete flächige elliptische Aufhellung um den Triangle-Nebel herum, wie bei genauem Hinsehen auch das Bild mit dem 6-m-Teleskop (vgl. Abb. 2). Das bedeutet: Da ist noch mehr! Wir geben dem schwächeren elliptischen Nebel den Namen ,,Cam-Nebel", in Anlehnung an das Sternbild, in dem das Objekt zu finden ist.

Es ist der 14. November 2022. Werner reduziert seine Einzelbelichtungen der vergangenen Nacht, die er mit seinem C11 HyperStar (f/2) und einem preshifted H-Filter mit Halbwertsbreite 3,5 nm vor einer gekühlten CMOS-Kamera von Altair (AA26mTec) gewinnen konnte. Die Gesamtbelichtung summierte sich in dieser Nacht auf 239 x 124 s, insgesamt 8,2 Stunden. Er traut seinen Augen nicht, als er das Summenbild auf dem Monitor zu Gesicht bekommt: Nicht nur der Triangle-Nebel, auch der bereits zuvor erfasste, viel schwächere Cam-Nebel sind klar abgebildet, und dazu: EIN RING!

Jetzt bloß nicht ausflippen! Eine zweite Entdeckung! Was ist zu tun, bevor man dies so weitergibt? Klar, die Beobachtung muss (wie auch bei Kometen) verifiziert werden, um Artefakte auszuschließen. In diesem Fall durch mindestens zwei Methoden: Einmal durch erneute Beobachtung in einer weiteren Nacht, und dann noch einmal mit einem anderen Filter. Am 26.11. ergibt sich eine weitere Beobachtungsnacht mit derselben Instrumentierung und am 12.12. eine Beobachtung mit einem 6,5 nm breiten H+[N II]-Filter vor einer ColorKamera von Altair (AA26cTec). Auch die letztere Beobachtung mit der für extreme Objekte weniger geeigneten Color-Kamera wird dann am 28.02.2023 mit der MonoKamera und dem 6,5-nm-Filter bestätigt. Ein Summenbild des gesamten Nebels mit insgesamt 37 Stunden Belichtung am C11 HyperStar zeigt die Abbildung 4.

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4 TBG-N1 mit C11 HyperStar f/2,0 und
Schmalbandfiltern H+[N II] mit Halbwertsbreiten von 3,5 und 6,5 nm, in vier Nächten 37 Stunden belichtet, Norden oben, Bildfeldgröße 2,2 Grad x 1,5 Grad . Aufnahme W. E. Celnik

Astrofotografie

Auf dem Bochumer Astro-Stammtisch am 22. November 2022 zeigt Werner das erste Bildergebnis. Den Ring (wahrscheinlich eine Blase) benennen wir TBG-N1, den ersten von der Gruppe Tief Belichtete Galaxien entdeckten Nebel. Wir vermuten nun aufgrund der Morphologie des Nebels, dass es sich um einen Planetarischen Nebel handeln könnte.

Die 37 Stunden Belichtung (bei f/2) sind leider noch viel zu wenig, um feinere Strukturen in diesem lichtschwachen Objekt abbilden zu können. Jetzt sind alle beteiligten Beobachter gefordert, Belichtungsstunden zu sammeln. Und das tun sie, wie die Tabelle 1 belegt. Bis Juni 2023 kommen so viele Aufnahmen zusammen, dass wir es uns leisten können, die von der Qualität her ,,schlechtesten" Nächte auszusortieren, die das Endergebnis nicht verbessert hätten.
Der Zusammenführungsprozess der einzelnen Belichtungen erweist sich als relativ komplex und arbeitsintensiv. Jeder einzelne beteiligte Beobachter reduziert zunächst seine eigenen Beobachtungen einer Nacht zu einem ,,Einzel-Summenbild" je verwendetem Filter und Teleskop. Dabei werden Flats, Darks, Bias und Darkflats angewandt sowie Hintergrundgradienten neutralisiert. Das Einzel-Summenbild in einer 2. Version nur ,,linear" gestreckt und bearbeitet. Glättungen oder Entrauschen werden nicht vorgenommen. An dieser Stelle des Prozesses werden Sterne und Nebelpartien nicht separat bearbeitet. Diese Ergebnisse werden dann von allen Beobachtern eingesammelt, aufeinander ausgerichtet, zur Deckung gebracht und auf das gemeinsame Gesichtsfeld beschnitten. Die Hintergrundhelligkeiten und die Histogramme aller Bilder werden angeglichen, um für alle einen möglichst identischen Kontrastumfang zu erzielen. Dann wird die Qualität jedes Einzel-Summenbildes (halb subjektiv,

5 TBG-N1 im Licht von H+[N II]. Aufnahme von W. E. Celnik, M. Nischang, C. Reese,
P. Remmel und Th. Zilch mit C11 HyperStar (f/2,0), C14 HyperStar (f/1,9) und Newton-Teleskopen (f/4), 115 Stunden belichtet. Norden oben, Bildfeld 27,1` x 17,5`.

halb objektiv) auf einer Skala von 1-10 bewertet. Hauptkriterien sind das Rauschen im Bild und die Erkennbarkeit des Objektes mit seinem Kontrast zum Hintergrund.
Ein erster Test zur Zusammenführung der Einzel-Summenbilder ist das einfache Mitteln der Bilder in Photoshop-Ebenen. Dabei stellt sich erstaunlicherweise heraus, dass das mit der Qualität gewichtete Mittel ein weniger ,,gutes" Ergebnis erzielt als das reine Mitteln ohne Gewichtung. Aber insgesamt ist das Ergebnis immer noch nicht befriedigend. Jetzt werden etwas schärfere Methoden angewandt.
Die Einzel-Summenbilder werden nichtlinear bearbeitet, im Wesentlichen wird eine logarithmische Skalierung der Pixelwerte in der Tonwertkurve durchgeführt. Das Histogramm wird dadurch auf seiner dunklen Seite nicht beschnitten, die schwachen Helligkeiten werden angehoben. Dies erfolgt bei allen Bildern in ähnlicher Weise, ohne dabei zu übertreiben. Hier steckt also viel Subjektivität drin. Da das Rauschen im Bild durch diese Methode verstärkt wird, sollte es später noch reduziert werden. Bei jedem Einzel-Summenbild wird dann mit der Software ASTRO PIXEL PRO-

CESSOR eine Sternmaske erstellt. Diese Software deshalb, weil man durch die Anpassung verschiedener Parameter die minimale Größe der zu entfernenden Sterne und z. T. auch der schwachen Halos drum herum beeinflussen kann. Und diese Parameter sind bei jedem Einzel-Summenbild etwas anders.
Die sternlosen Einzel-Summenbilder werden von kleinen ,,Sternresten", die bei der Trennung der Sternmaske im Bild verblieben sind (vgl. dazu auch die Abb. 2) durch Ersetzen der Pixelwerte durch die der direkten Umgebung befreit. Denn sie würden den nächsten Bearbeitungsschritt stören. Die größeren Sternhalos um die hellen Sterne im Bild werden dagegen nicht entfernt, da unbekannt ist, ob sie tatsächlich Artefakte des abbildenden optischen Systems oder eigenständige flächige Objekte sind.
Mit der Software NEAT IMAGE wird das Rauschen in den sternlosen Einzelsummenbildern reduziert, aber nicht komplett entfernt, da es zur Natur gehört. Hochfrequentes Rauschen wird nur so weit reduziert, dass Nebelstrukturen nicht etwa ausgeglättet werden können. Niederfrequentes Rauschen wird nicht berührt.

Journal für Astronomie Nr. 97 | 49

Astrofotografie

andere) sind kreisförmige Halos zu sehen, die offensichtlich nicht zum Blasenobjekt TBG-N1 gehören, sondern sehr wahrscheinlich Artefakte sind. Insgesamt stellt sich uns TBG-N1 als blasenförmiger Nebel dar, der am südöstlichen Rand hellere Strukturen und im Inneren filamentartige Strukturen aufweist - ganz ähnlich einem Planetarischen Nebel. Wobei zu diesem Zeitpunkt noch völlig offen ist, ob es sich nicht doch um eine HII-Region oder einen Supernovarest handelt.

6 TBG-N1 im Licht der [O III]-Emissionslinie bei 501 nm. Aufnahme von W. E. Celnik und
Th. Zilch mit 8,5 nm breitem [O III]-Filter am C11 HyperStar bei f/2,0, 64 Stunden belichtet.

In Photoshop-Ebenen werden die im Rauschen reduzierten Bilder übereinandergelegt und verglichen. Das Rauschen sollte in allen Ebenen in etwa gleich sein, die Breite der Histogramme möglichst identisch. Dann wird gemittelt. Die Mittelung möglichst vieler Einzelbilder ist das objektivste Verfahren, Rauschen zu reduzieren, bei allen Frequenzen. Das erhaltene immer noch sternlose Gesamt-Summenbild wird so weit wie sinnvoll erneut logarithmisch skaliert und der Kontrast des Nebels zum Hintergrund noch etwas angehoben.
Von den zahlreichen separierten Sternmasken werden nur die besten nach Tiefe und Rauschen ausgesucht und gemittelt. Da der Hintergrund der Sternmasken schwarz ist, kann die resultierende Summenmaske einfach zum sternlosen Nebelbild addiert werden. Fertig.
Die Abbildung 5 zeigt das Ergebnis. Allein mit H+[N II]-Filtern wurden in 25 Nächten 3.245 Einzelbelichtungen gewonnen, die wir nun zu einem Summenbild von 115

Stunden Gesamtbelichtung bei einer mittleren Apertur von f/2 kombiniert haben.
Was ist nun auf dem Bild zu sehen? Der Triangle-Nebel, obwohl ein relativ lichtschwaches Objekt, erscheint durch die Bildbearbeitung überbelichtet ausgebrannt, doch die dreieckige Struktur ist erhalten. Darum herum tritt der elliptische Cam-Nebel deutlich hervor. Dessen Helligkeit nimmt von seinem Zentrum ausgehend nach außen ab, im Südwesten etwas schneller als im Nordosten. Fast eine Abbruchkante ist an seiner nordwestlichen Längsseite zu erkennen. Die beiden Schmalseiten des Cam-Nebels gehen in die äußeren Partien der ca. 8,5 Bogenminuten durchmessenden Blase über, die nach außen hin relativ scharf begrenzt ist. Im Inneren der Blase sind filamentartige Strukturen erkennbar. Zwischen dem Zentrum der Blase und dem Rand des Cam-Nebels wird das Innere der Blase deutlich dunkler. Um die hellsten Sterne im Bild westlich der Blase (z. B. TYC 4125 1002 mit 11,7 mag und TYC 4125 706 mit 9,9 mag visueller Helligkeit, aber auch

Nach den ersten Erfolgen bei den H+[N II]-Aufnahmen fertigen einige Beobachter auch Aufnahmen mit [O III]-Emissionslinienfiltern bei der Wellenlänge 500,7 nm an, einfach, um zu schauen, was es da gibt. Und hier sind die Amateure tatsächlich die ersten, die aussagefähige Aufnahmen des Objektes im Licht von [O III] gewinnen können!
Insgesamt 1.606 verwertbare Einzelbelichtungen können in 12 Nächten gewonnen werden, alle mit der Apertur f/2. Die Gesamtbelichtung beträgt 64 Stunden. Die Bearbeitung erfolgt wie bei den H+[N II]-Aufnahmen. Das Ergebnis zeigt die Abbildung 6.
Auf den ersten Blick ist das Erscheinungsbild von TBG-N1 im Licht von [O III] ganz ähnlich wie in H+[N II]: Eine ring- oder blasenförmige, sehr lichtschwache Nebelstruktur tritt hervor, wenn auch deutlich schwächer als bei H+[N II], auch wenn hier ebenfalls lichtschwache Filamentstrukturen zu erkennen sind. Der Cam-Nebel ist wieder deutlich abgebildet, doch der Triangle-Nebel erscheint extrem schwach - ein erster wesentlicher Unterschied. Auch wenn die großen Halos um die hellen Sterne hier nicht vorhanden sind, gibt es dennoch Artefakte um die Sterne herum und auch in der kleinen Galaxie am unteren

50 | Journal für Astronomie Nr. 97

Astrofotografie

Bildrand. Diese wurden vermutlich durch eine nicht vollständig gelungene Trennung von Nebel und Sternen erzeugt. Insgesamt hätte das Bild sicherlich mehr Belichtung vertragen können als nur 64 Stunden.

Eines ließ uns jedoch nicht los: Wenn die Astronomen am 6-m-Teleskop eine Kontinuumssubtraktion (KS) bei den H+[N II]-Aufnahmen des Triangle-Nebels durchführen konnten (Abb. 2), ist das dann nicht auch mit [O III]-Beobachtungen möglich, um die Natur des Cam-Nebels als Nebel zu verifizieren? Ein mögliches KSVerfahren haben wir in [5, 6, 7] beschrieben und Beispiele dargestellt. Da wurden zwei verschieden breite Schmalbandfilter verwendet, um Linienemission und Kontinuumsstrahlung zu trennen. Das wird bei [O III] wegen benachbarter Linien im Spektrum schwierig. Abhilfe schafft hier ein im Handel erhältlicher Filter für die Sonnenbeobachtung: der ,,Solar Continuum Filter" von Baader Planetarium [8]. Ein Schmalbandfilter mit einer Zentralwellenlänge bei 538 nm und einer HWB von 8,5 nm (Ergebnis beauftragter Messungen durch Astronomik). Eine maximale Transmission von über 91% macht ihn nicht nur

Tabelle 1

Daten der fotografischen Beobachtungen von TBG-N1

7 Die Kontinuums-
subtraktion der [O III]Linie bei 501 nm am Cam-Nebel beweist seine Eigenschaft als Emissionsnebel. Oben: Aufnahme mit [O III]-Filter, unten: Aufnahme mit SolarContinuum-Filter, Mitte: Differenz. Aufnahmen von W. E. Celnik mit C14 EHD bei f/7,7. Details s. Text.

Spektralbereich

Brennweiten

Aperturen

H+[N II] [O III] [S II] Luminanz Farbe NIR Summe

560-1.270 mm 560 mm 560 mm 560-960 mm 560-2.737 mm 676-2.737 mm

f/1,9-f/4,2 f/2,0 f/2,0 f/2,0-f/3,2 f/2,0-f/7,7 f/1,9-f/7,7

Filter

Zentralwellenlängen

Baader/Astronomik Astronomik Baader Baader Neodym/IDAS RG 850

656,3-659,0 nm 502,0 nm 672,0 nm -

HWB
3,5-6,5 nm 6,0 nm 6,5 nm -

Anz. Nächte

Anz. Einzelbel.

25 3.245

12 1.606

3

348

5

495

12 1.841

4 1.284

61 8.819

Summe Belichtung
115,0 h 64,2 h 11,6 h 16,5 h 45,1 h 24,1 h 276,5 h

Journal für Astronomie Nr. 97 | 51

Astrofotografie

8 Die Region von TBG-N1, 12 Stunden belichtet mit C11 HyperStar f/2,0 und [S II]-Filter bei
Zentralwellenlänge 672 nm. Der Triangle-Nebel ist sichtbar, die anderen Nebelteile sind noch unterbelichtet. Bild: Peter Köchling

für die Sonnenbeobachtung, sondern auch für die Deep-Sky-Fotografie interessant. Im Transmissionsbereich dieses Filters gibt es keine Linien von Emissionsnebeln, was ihn prädestiniert für den Vergleich von Aufnahmen mit [O III]-Filtern und Kontinuum. So führen wir das mit Aufnahmen des Cam-Nebels am C14 EHD (f/7,7) durch. Wir belichten mit [O III]-Filter 5,4 Stunden und mit dem Solar-Continuum-Filter

5,8 Stunden. Das Ergebnis der KS zeigt die Abbildung 7, mit dem Beweis, dass es sich auch bei dem Cam-Nebel um ein Emissionslinienobjekt handelt und nicht etwa um eine Hintergrundgalaxie.
Wir fertigen auch Aufnahmen mit einem Schmalbandfilter für die beiden [S II]Emissionslinien bei 671,6 und 673,1 nm Wellenlänge an. In drei Nächten können

wir 348 Einzelaufnahmen bei f/2 und einer Gesamtbelichtung von fast 12 Stunden gewinnen. Die Bearbeitung erfolgt wieder wie bei den H+[N II]-Aufnahmen. Das Ergebnis zeigt die Abbildung 8. Auch wenn das offensichtlich zu kurz belichtete Bild auf den ersten Blick enttäuschend wirkt, so birgt es doch interessante Informationen: Die Blase ist (trotz längerer Belichtungszeit wie bei der Entdeckungsaufnahme der Blase in H+[N II]) nicht zu sehen, der CamNebel höchstens angedeutet, doch der Triangle-Nebel ist deutlich erfasst.
Im 2. Teil unseres Beitrags werden wir unsere weiteren durchgeführten Beobachtungen vorstellen: Luminanz-, Color- und Nah-Infrarot-Aufnahmen sowie die gewonnenen Spektren, die dann ja doch etwas Klarheit in die Natur dieses von Sternfreunden entdeckten Objektes bringen werden.

Literatur- und Internethinweise (Stand 29.11.2025):

[3]

[1] W. E. Celnik, P. Riepe, M. Hoppe, G. Hilverkus, H.G. Weber, 2022: ,,Die Galaxie NGC 2403

- ein Gemeinschaftsprojekt (Teil 1), VdS-Journal für Astronomie 82, S. 59-65

[2] W. E. Celnik, P. Riepe, M. Hoppe, G. Hilverkus, H.G. Weber, 2022: ,,Die Galaxie NGC 2403

- ein Gemeinschaftsprojekt (Teil 2), VdS-Journal für Astronomie 83, S. 40-45

[4]

[3] SkyServer: ,,Sloan Digital Sky Survey (SDSS) DR16", https://skyserver.sdss.org/dr16/en/home.

aspx

[4] Baader Planetarium: ,,Preshift ...", www.baader-planetarium.com/de/blog/preshift-und-weitere-

informationen-zu-baader-cmos-filtern/

[5]

[5] P. Riepe, W. E. Celnik, H. Tomsik, 2019: ,,Kontinuumssubtraktion in der Astrofotografie, Teil 1:

Grundlagen und Methodik", VdS-Journal für Astronomie 68, S. 47, https://journal.sternfreunde.

de/Jpdf/VdS-Journal_68.pdf

[6] W. E. Celnik, P. Riepe, H. Tomsik, 2019: ,,Kontinuumssubtraktion in der Astrofotografie, Teil 2: Theorie, Technik und eine praktische Anwendung mit Adobe Photoshop", VdS-Journal für [6]

Astronomie 69, S. 52, https://journal.sternfreunde.de/Jpdf/VdS-Journal_69.pdf

[7] W. E. Celnik, 2020: ,,Kontinuumssubtraktion in der Astrofotografie, Teil 3; Anwendung an einer

großflächigen HII-Region", VdS-Journal für Astronomie 73, S. 68-72

[8] Baader Planetarium, 2022: ,,Solar Continuum Filter (540 nm)", www.baader-planetarium.com/de/

[8]

baader-7-5nm-solar-continuum-filter-540nm.html?sku=2961581

52 | Journal für Astronomie Nr. 97

Astronomische Vereinigungen

Der Planetenweg des Deutschen Museums in München: Ein Spaziergang durch unser Sonnensystem
von Franz Gubitz und Silvia Gajetzki

Der Weltraum fasziniert die Menschheit seit jeher - unendliche Weiten, fremde Welten und gewaltige Dimensionen.

Entfernungen im Sonnensystem und erst recht im interstellaren Raum übersteigen jede menschliche Alltagserfahrung. Ebenso entziehen sich die Größen von Himmelskörpern unserer Vorstellungskraft. Auch mit Standardmaßen wie Lichtgeschwindigkeit, Astronomischer Einheit (AE), Lichtjahr und Parsec bleiben diese Entfernungen ohne greifbaren Maßstab schwer vorstellbar. Selbst die durchschnittliche Entfernung der Erde zur Sonne - rund 150 Millionen Kilometer - lässt sich intuitiv kaum erfassen.

Zur Veranschaulichung dieser Größenordnungen hat sich das Konzept des Planetenwegs bewährt in dem Versuch, die riesigen Distanzen und die Größenverhältnisse begreifbarer zu machen. Ein Planetenweg ist ein maßstabsgetreues Modell des Sonnensystems, bei dem die Abstände und Größen der Himmelskörper so stark verkleinert werden, dass diese astronomischen Entfernungen und die enormen Dimensionen des Weltraums im wörtlichen Sinne ,,begehbar" sind - zum Beispiel in einem Park oder entlang eines Wanderweges.
Der Münchner Planetenweg - ein Ausflug ins All Ein Spaziergang entlang eines Planetenwegs ist wie eine kleine Reise durch das Sonnensystem - nur ohne Rakete. Statt Millionen von Kilometern legt man hier wenige Kilometer zu Fuß zurück (Abb. 1).
Der Münchner Planetenweg führt auf einer etwa 4,5 km langen Wanderung durch unser Sonnensystem. Beginnend an der Sonne im

1 Karte des Planetenweges. Der Planetenweg beginnt im Innenhof des Dt. Museums
und endet am Tierpark Hellabrunn. (Grafik: F. Gubitz, Hintergrundkarte: (C) Bayerische Vermessungsverwaltung (2025), Datenquelle: Geoportal Bayern www.geoportal.bayern.de)
Vorwort zur Fachgruppe Astronomische Vereinigungen
Duplizität der Ereignisse: Im Journal für Astronomie 96 haben wir auf die sensationelle Planetenwegsammlung auf unserer Webseite hingewiesen und im aktuellen Journal können wir Franz Gubitz und Silvia Gajetzki auf dem Planetenweg des Deutschen Museum in München folgen. Und noch eine nette Duplizität: Das Goldene Jubiläum der Sternwarte Zwickau fiel genau mit dem Tag der Mondfinsternis zusammen. Da kann man tatsächlich Feste feiern, wie sie fallen! In NRW gibt es wieder Astronomie im Lehrplan! Und eine Vorschau: Die erste Astromesse 2026 am Bodensee lädt uns ein. Astrid Gallus

Journal für Astronomie Nr. 97 | 53

Astronomische Vereinigungen

2 Die Sonnen-Stele, hier an der Sonne be-
ginnt der Planetenweg (Bild: F. Gubitz)
3 Die Mars-Stele des Planetenweges
(Bild: F. Gubitz)

Innenhof des Deutschen Museums spannt sich ein maßstabsgetreues Modell unseres Sonnensystems am östlichen Isarufer entlang bis zum äußersten (Zwerg-)Planeten Pluto am Tierpark Hellabrunn (Abb. 1 und 2).

fernungen spürbar größer! Neptun, der äußerste Planet, ist dann fast 3,5 Kilometer von der ,,Sonne" entfernt und hat einen Durchmesser von nur rund 5 Zentimetern. Pluto erreicht man nach ca. 4,5 km, sein Durchmesser ist gerade mal 1,8 mm.

Ein besonders anschaulicher Maßstab, der bei zahlreichen öffentlichen Planetenwegen und insbesondere auch in München verwendet wird, ist 1:1,29 Milliarden. In diesem Maßstab entspricht die Entfernung der Erde zur Sonne - also 1 AE - genau 116 Metern. Die Erde selbst misst in diesem Modell nur etwa 1 Zentimeter im Durchmesser.
Etwa 60 m weiter, nach insgesamt 177 m Fußweg, findet sich mit dem Mars schon der letzte Gesteinsplanet (Abb. 3). Nach weiteren 430 m ist mit Jupiter der erste Gasriese erreicht. Ab jetzt werden die Ent-

Pluto ist zwar seit 2006 kein offizieller Planet mehr, wird aber in vielen Planetenwegen weiterhin dargestellt. Jetzt Zwergplanet und ehemals äußerster Planet unseres Sonnensystems stellt er aber weiterhin einen anschaulichen Punkt im Sonnensystem dar, an dem der Kuipergürtel beginnt und wo sich in immer größerer Entfernung die anderen bekannten Transneptun-Objekte finden.
Die Erklärungen auf den Dreieckssäulen an der Sonne und an den Planeten-Stationen sind recht knapp und eher minimalistisch. Deutlich mehr kann man bei geführten Touren erfahren, die von der Beobachtergruppe des Deutschen Museums für Gruppen von min. 5 Personen bis max. 25 Personen angeboten werden - Sonderführungen sind auch möglich. Durch die sachkundige Begleitung erhalten Sie ausführliche Erklärungen zu unserer Sonne und den Planeten sowie viele Zusatzinformationen. Man siehe dazu auch: www.beobachtergruppe.de bzw.: Anmeldungen unter planetenweg@ beobachtergruppe.de

4 Die Saturn-Stele des Planetenweges
(Bild: F. Gubitz)

Am Ende des Münchner Planetenwegs, beim fernen Pluto, wird deutlich, wie weit sich unser Sonnensystem tatsächlich erstreckt und wie winzig zugleich unser eigener Heimatplanet darin erscheint. Der Spaziergang macht anschaulich, was Zahlen allein oft nicht vermitteln können: die fast unvorstellbaren Dimensionen des Alls. Wer den Weg gegangen ist, nimmt ein wenig astronomisches Wissen mit und hoffentlich auch ein Gefühl von Staunen und Demut gegenüber der Größe des Universums.

54 | Journal für Astronomie Nr. 97

Astronomische Vereinigungen
Goldenes Jubiläum mit besonderem Himmelsereignis
von Monika Müller

Die Schulsternwarte Zwickau feierte am 07.09.2025, dem Tag der totalen Mondfinsternis, ihr 50-jähriges Bestehen. Im Herbst 1975 zog die Astro-AG unter der Leitung des Astronomielehrers Erhart Liebold in das Gelände der Gartenanlage ,,Am Kreuzberg" in Zwickau-Oberplanitz um. Der Standort an der Goetheschule war auf Grund der Entstehung des Neubaugebietes Neuplanitz nicht mehr für Beobachtungen geeignet.

1 Luftbildaufnahme des Sternwartengeländes; 11.08.2019
(Bild: Vereinsmitglied Jürgen Müller)

Viele Schüler der Stadt Zwickau kamen in die Sternwarte, um im Rahmen des Astronomieunterrichtes über den Sternenhimmel und die Beobachtung der Gestirne informiert zu werden, einige davon sind heute im Förderverein tätig. Diesen Unterricht gab es in der DDR als eigenständiges Fach in der Klasse 10 und wurde dann in Sachsen ab dem Schuljahr 2006/07 leider abgeschafft. Astronomische Inhalte werden jetzt im Sachkundeunterricht der Grundschule und in Physik in den weiterführenden Schulen behandelt. Die betref-

2 Teleskope in der Beobachtungskuppel; 29.05.2018 (Bild: Vereinsmitglied Jürgen Müller)

Journal für Astronomie Nr. 97 | 55

Astronomische Vereinigungen

3 Sternwartengründer E. Liebold im Einsatz am Tag der Astronomie am 19.10.2024
(Bild: Vereinsmitglied Dirk Ullrich)

fenden Lehrerinnen und Lehrer unterstützt der Förderverein, der 2005 den Betrieb der Sternwarte übernommen hat, indem er

lehrplangerechte Vorträge im Planetarium und Beobachtungstermine für Schüler anbietet.

Im Laufe der 50 Jahre kamen zur Beobachtungskuppel noch weitere Gebäude, u. a. ab 1978 ein Planetarium, dazu. Es wurden Beobachtungssäulen für bewegliche Teleskope gesetzt, verschiedene Typen von Sonnenuhren und ein maßstabsgerechtes Modell der Planeten des Sonnensystems aufgestellt. Vieles davon erstand in Eigenleistung durch die AG- bzw. Fördervereinsmitglieder. Die Fernrohrtechnik wurde im Rahmen der Möglichkeiten immer wieder erneuert. So besitzen wir auch noch einige Telementoren und setzen diese insbesondere für die Sonnenbeobachtung mittels Projektion gerne ein. Im Moment haben wir neben einem ZKP1 fürs Planetarium als

4 Mondfinsternis am 07.09.2025, Aufnahme um 20:46 Uhr vom Gelände der Zwickauer Sternwarte aus.
(Bild: Vereinsmitglied Andreas Schäfer)
56 | Journal für Astronomie Nr. 97

Astronomische Vereinigungen

Hauptinstrumente in der Beobachtungskuppel ein RC-Spiegelteleskop (14 Zoll, f/8) und einen Apo-Refraktor (APM Doublet SD Apo, 140 mm, f/7) nebst EQ8-Steuerung sowie u. a. einen beweglichen Dobson und ein astronomisches Fernglas (APM Semi Bino, 100 mm, 90 Grad -Einblick). Ein Seestar 30 soll unsere nächste Neuerwerbung werden.
Neben den Schülern können die Sternwarte und das Planetarium auch von der interessierten Öffentlichkeit genutzt werden. Dazu bieten wir Beobachtungsabende und auf Wunsch Vorträge zu vielen Themen der populärwissenschaftlichen Astronomie

an. Das Angebotsspektrum reicht dabei von der Weiterbildung für Pädagogen über Kindergeburtstagsfeiern bis hin zu Heiratsanträgen unterm Sternenhimmel. Und natürlich nehmen wir jährlich am Tag der Astronomie teil.
Im Jahr 2025 fand allerdings unsere Hauptveranstaltung am 7. September zur totalen Mondfinsternis statt. Wir nutzten das himmlische Ereignis, um unsere Feierstunde zum 50-jährigen Bestehen mit einem astronomischen Highlight zu krönen. In diesem Rahmen wurde auch eine Plakette zu Ehren des Gründers enthüllt, der mit über 90 Jahren immer noch aktiv im För-

derverein tätig ist. Nach der Feierstunde mit Vortrag zur Geschichte der Sternwarte warteten alle Anwesenden gespannt auf die Erstsichtung des verfinsterten Mondes. Bei klarem Himmel war dies ab 20:20 Uhr bis zum Wiederaustritt aus dem Kernschatten für die Besucher ein tolles Erlebnis.
Wir hoffen, als kleiner Verein mit momentan 15 aktiven Mitgliedern noch lange weiterhin für astronomisch Interessierte da sein zu können und entsprechendes Wissen vor allem an die junge Generation weitergeben zu können.

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Astronomische Vereinigungen

Die Astronomische Vereinigung Bodensee e.V. lädt zur Astro-Messe 2026 am Bodensee ein
von Simon Wachter
Die Astronomische Vereinigung Bodensee e.V. (AVB) lädt hiermit zur ersten AstroMesse am Bodensee ein. Die AVB präsentierte sich bereits vom 27. bis 29. Juni auf der Amateurfunk-Messe ,,HAM RADIO" 2025 in der Messehalle in Friedrichshafen. Die Teilnahme erfolgte im Hinblick auf die geplante Astronomie-Messe ,,ASTRO" im nächsten Jahr, die zeitgleich mit der HAM RADIO am Samstag, den 27.06.2026, erstmals stattfinden wird. Das Messe-Organisationsteam der AVB hatte im Vorfeld zusammen mit der Messe Friedrichshafen GmbH den Stein ins Rollen gebracht.

Der Aufbau des Messestandes begann bereits einige Tage zuvor. Markus Kohler, der Jugendleiter der AVB, inspizierte gemeinsam mit einem Kollegen der Firma Baader Planetarium, einem Hersteller und Vertreiber astronomischer Werkzeuge und Zubehör, das Gelände und den Ausstellungsort. Die AVB zeigte sich dem Messepublikum mit einer Vielzahl astronomischer Geräte. Dazu gehörten Teleskope, verschiedene Filter, ein Sonnensystem aus Legosteinen sowie weitere große und kleine Ausrüstungsgegenstände.

1 Halle A1, Astronomische Vereinigung Bodensee e.V., Markus Kohler, Jugendleiter
(Bild: Berthold Waßmuth)

In einem Interview mit Markus Kohler wurde berichtet, dass rund 2.000 interessierte Besucher den Stand besuchten. Markus Kohler zeigte sich besonders begeistert von einem jungen Mann, dem er spontan seine Kontaktdaten gab. Seine Begründung: ,,Der würde sehr gut in meine Jugendgruppe passen".

Michael Denzler, zweiter Vorsitzender der AVB, gab folgenden Kommentar: ,,Wir haben ein durchweg positives Feedback von den Besucherinnen und Besucher der HAM RADIO bekommen. Das Publikum war mehr als interessiert und das Thema Astronomie fand guten Anklang hier. Wir konnten zum Glück unser Stand-

2 Halle A1, Astronomische Vereinigung Bodensee e.V., Max Büchelmaier,
Markus Kohler, Tim Botzelmann (Bild: Berthold Waßmuth)

58 | Journal für Astronomie Nr. 97

personal spontan aufstocken, was wichtig war, weil die Resonanz so groß war und wir ständig Zulauf und einen regen Austausch mit den Leuten hatten. Für mich ist das mehr als ein positives Zeichen. Die Überschneidungen der beiden Thematiken sind ja auch vorhanden. Ich würde mich freuen, wenn sich die Messe in der Szene etabliert, denn die ASTRO und die HAM RADIO passen inhaltlich sehr gut zusammen. Viele Amateurfunker sind Fotografen bzw. Hobbyfotografen und haben zuhause entsprechendes Equipment stehen, das mit kleineren Erweiterungen auch super nachts eingesetzt werden kann. Ich bin auf alle Fälle sehr begeistert, weil tolle Gespräche zustande gekommen sind. Uns sind schon am ersten Tag die Flyer ausgegangen, was meiner Ansicht nach ebenfalls ein Zeichen dafür ist, dass das Interesse da ist."
Der Standort Friedrichshafen im Dreiländereck ist ebenfalls ideal, das Messegelände liegt perfekt und die Händler sind begeistert, weil endlich wieder eine Messe im Süden der Republik seit dem Ende der AME angeboten wird.
Weitere Stimmen zur HAM RADIO 2025 finden Sie unter [1].
Internethinweis (Stand 01.12.2025): [1] HAM RADIO, 2025: ,,Stimmen zur Ham
Radio 2025 und zum Amateurfunk", www.hamradio-friedrichshafen.de/medienpresse/pressemitteilungen/stimmen-zurham-radio-2025-und-zum-amateurfunk

Astronomische Vereinigungen
Impression
Sonne hinter dem Königstuhl
In jedem Jahr gibt es zwei Tage, an denen die Sonne von Neustadt aus gesehen genau hinter dem Königstuhl bei Heidelberg aufgeht. Ich habe mehrere Jahre gewartet, bis die Wetterbedingungen für eine Aufnahme günstig waren. Kamera Panasonic Lumix TZ61 mit Objektiv Leitz Vario-Elmar, 1/800 s bei f = 129, das entspricht einer Brennweite von etwa 900 mm im Kleinbildformat. Bild: Ernst Brodkorb.
Journal für Astronomie Nr. 97 | 59

Astronomische Vereinigungen

Astronomie in NRW zurück im Lehrplan
von Claudia Dirschauer
Seit Herbst 2025 kooperiert die neue Schulsternwarte Minden-Lübbecke e.V. mit der für Lehrerfortbildungen zuständigen Stelle im Regierungsbezirk Detmold (NRW). Die Schulsternwarte ging 2024 an den Start.
Erfreulicher Hintergrund: Im Jahr 2022 wurden in NRW im Kernlehrplan Physik für die gymnasiale Sekundarstufe I neue Schwerpunkte gesetzt. Hier taucht nun erstmals auch die Astronomie konkret auf: Unter dem Punkt ,,Sterne und Weltall" ist u. a. der Part ,,Sternentwicklung" als Thema genannt.
Das Team der Schulsternwarte übernimmt unter der Leitung von Vorstandsmitglied Lars Böker den praktischen Part der Fortbildung, am Standort Hille erfolgt die Einführung in die Welt der Teleskope. Die nächste Fortbildung für Lehrkräfte ist für April 2026 geplant.
Kontakt und Infos unter www.sternwarte-minden.de
2 Beobachtungs-Plattform in sechs Metern Höhe
mit dem fest montierten Spiegelteleskop (TS-Ritchey Chretien 16 Zoll f/8)

1 Luftaufnahme der in Jahr 2024
an den Start gegangenen Schulsternwarte Minden-Lübbecke
Beide Bilder: Schulsternwarte MindenLübbecke e.V.

60 | Journal für Astronomie Nr. 97

Astrophysik & Algorithmen

Sonnenfinsternisse - der globale Verlauf
von Uwe Pilz

Im vorigen Heft habe ich eine erste, einfache Rechnung vorgestellt, mit der man grundlegende Aussagen über den Verlauf einer Sonnenfinsternis gewinnen kann: Die zentrale Finsternis bewegt sich fast linear über die Erdscheibe - welche aber darunter rotiert.

Um etwas über die Weltgegend zu sagen, an welcher die Finsternis stattfindet, kann zunächst ein Globus helfen (Abb. 1). Ich habe ein Modell, an dem man das Datum einstellen kann und auch zu einem Ort die Uhrzeit. Die Uhrzeit für andere Orte lässt sich dann ablesen. Im Foto ist das Datum auf den 1. August gestellt, für unsere Beispielfinsternis am 1. August 2008. Außerdem habe ich den Nullmeridian auf 10:22 Uhr gestellt, das ist die Uhrzeit der größten Finsternis.

Danach muss man die x- und y-Werte für den interessierenden Zeitpunkt t aus den Bessel-Elementen berechnen. t sind Stunden, gezählt von der Referenzzeit. Die grafische Ermittlung erfordert nur eine geringere Genauigkeit, so dass man für x und y mit dem linearen Term auskommt. Für die betrachtetete Finsternis sind das
x = 0,101 + 0,528 · t y = 0,851 - 0,202 · t
Für das Maximum der Finsternis gilt t = 0,367
Damit erhalten wir x = 29% und y= 78%
Um die x- und y-Werte hier anwenden zu können, muss man genau aus Richtung der Sonne auf diesen Globus schauen, denn so sind diese Werte ja definiert bzw. berechnet worden. Die geografische Länge muss dafür derjenigen entsprechen, für die wahrer Mittag ist. Am Globus kann man das ablesen, ich habe die kleine Lupe dort montiert, damit man das besser sieht. Dann

1 Ein Globus ist hilfreich für das Verständnis des globalen Pfades einer Sonnenfinsternis.

muss man noch wissen, wie die Sonne in Bezug auf den Himmelsäquator steht. Am 1. August steht sie 21 Grad nördlich. Man muss also von der Sonne aus auf den Punkt schauen, der 21 Grad nördliche Breite hat. So habe ich das Foto aufgenommen. Dann kann man die Koordinaten eintragen, und das funktioniert ganz gut.
Für andere Uhrzeiten im Verlauf der Finsternis kann man den Globus und die Kamera so stehen lassen und einfach die Kugel auf andere Uhrzeiten drehen, am besten immer Weltzeit am Nullmeridian ablesen. Auf die Fotos für die anderen Zeiten lassen

sich die Koordinatenwerte einsetzen, die hierzugehören.
Die Verwendung eines Globus ist aus meiner Sicht sehr lehrreich. Es geht jedoch auch anders und einfacher. Ich habe bei meinem Sternkartenprogramm den Standort auf ,,Sonne" gestellt und lasse mir die Erde anzeigen. Damit blickt diese Software in die Richtung, wofür die Besselschen Elemente gelten. In diese Abbildungen der Erdoberfläche kann man die Koordinaten einfacher einsetzen. In der Abbildung 2 habe ich dies für einige Zeitpunkte getan, das gibt ein recht anschauliches Bild vom globalen Verlauf.

Journal für Astronomie Nr. 97 | 61

Astrophysik & Algorithmen

2 Ein Sternkartenprogramm dient dazu, die Punkte einzutragen, die den globalen Verlauf markieren.

Die Besselschen Elemente enthalten die Hilfsgrößen d und m, welche zur Berechnung der geografischen Koordinaten dienen. Mit ihrer Hilfe habe ich ein kleines Python-Programm geschrieben, welches den Verlauf der Schattenachse für den Verlauf der Finsternis berechnet. Zusätzlich gebe ich noch die Breite der zentralen Finsterniszone mit aus. Auch hierfür steht eine Hilfsgröße bereit. Wenn man sich die Bessel-Elemente für eine Finsternis besorgt, dann kann man den globalen Verlauf auf einfache Weise selbst ermitteln. Auf der Eclipse-Seite [1] der NASA sind die Elemente für mehrere Jahrtausende angegeben. Ich lege das Programm und auch eine csv-Datei mit den Bessel-Elementen auf die Fachgruppen-Seite [2].
Im nächsten Heft gibt es dann Berechnungen zu den Schattengrenzen für Kern- und Halbschatten, welche die Lage der Totalitätszone und derjenigen der partiellen Finsternis beschreiben.

Internethinweise (Stand 02.12.2025): [1] NASA, Eclipse web site: eclipse.
gsfc.nasa.gov

[2] Astrophysik und Algorithmen, Programme: fg-astrophysik.vdsastro. de/_programme.html

Geschichte
Online-Meetings 2026, FG Geschichte
Seit der Neuorganisation unserer Fachgruppe hatten wir im Jahr 2025 drei OnlineMeetings über Teams angeboten, die eine breite Zustimmung fanden. Wir wollen daher auch im Jahr 2026 drei Termine zum Online-Treffen organisieren, in dem ungezwungen gefachsimpelt werden kann.
Sie finden am Samstag, den 07. Februar, 09. Mai und 01. August 2026, jeweils von 10:00 bis 12:30 Uhr statt.
Interessierte, die noch nicht auf unserer Mailing-Liste stehen, möchten sich bitte per E-Mail bei fg-geschichte@sternfreunde.de anmelden. Es wird dann rechtzeitig eine Einladungs-E-Mail zur Teams-Konferenz von uns vor den jeweiligen Terminen versendet. Interessierte, die schon auf unserer Mailing-Liste stehen, bekommen automatisch eine Einladung per E-Mail zugesandt. Petra Mayer

62 | Journal für Astronomie Nr. 97

Atmosphärische Erscheinungen

Beobachtung atmosphärischer Erscheinungen über Webcams (Teil 2)
von Claudia Hinz
In der letzten Ausgabe des VdS-Journals für Astronomie haben wir die Webcamnetze und verwendeten Kameras vorgestellt sowie erste Auswertungen dokumentiert. Diese Serie soll hier fortgesetzt werden.

Mondregenbögen und Wolkenbögen Auch eine Untersuchung von Mondregenbögen [3] und Wolkenbögen wurde nur durch Webcams ermöglicht, da viel zu wenige Augenbeobachtungen vorliegen, um diese Phänomene zu analysieren. So tritt der Mondregenbogen hauptsächlich in den Tagen um Vollmond auf, wobei er nur in der Vollmondnacht die gesamte Nacht hindurch scheint und bei abnehmender Phase arbeitnehmerunfreundlich immer später in der Nacht aufgeht. Da zudem das Wetter (am besten zusammenfallende Schauer oder Gewitter) auf der Gegenseite mitspielen muss und unser Auge zudem mit Farbsehen in der Nacht zu kämpfen hat, sind Zufallsbeobachtungen eine große Seltenheit.
Auch die ,,echten" Wolkenbögen [4] in meist mittelhohen oder hohen Wolken über dem Beobachter (nicht unterhalb im Wolkenmeer) werden selten wahrgenommen, da der Kontrast des weißen Bogens zu den Wolken meist gering ist. Bei den Webcambildern hilft bei der Entdeckung die

6 Sankt-Elms-Feuer an den Meteorologischen Geräten des Observatoriums auf dem
Hohen Sonnblick, aufgenommen am 29.10.2018 um 19:30 Uhr. (Quelle: foto-webcam.eu)

,,Bewegung", also das Anschauen mehrerer Bilder in Folge, welche das ,,Weiterwandern" des oft nur unscheinbar weißen Streifens sichtbar macht. So konnte ich mehr als 50 Fälle auswerten, die zeigen, dass der Wolkenbogen fast ausschließlich im Winter und oft sehr großflächig auftritt. So war er beispielsweise - zwei Augenbeobachtungen und zahlreichen Webcams sei Dank am 11. bis 13.01.2022 zwischen Helgoland und Dachstein auf einer Strecke von 860 km nachzuweisen, meist in dünnem Altocumulus einer Warmfrontokklusion.

Häufigkeit und Entstehung von Sankt-Elms-Feuer Ein völlig neues Bild offenbarten die Kameras beim St.-Elms-Feuer, welches bis dato als extrem selten galt. Nach anfänglichen Zufallsfunden begannen wir, gezielt danach zu suchen. Da vor allem neuere Kameras nachts immer höhere und bessere Auflösung haben, wurden die Funde zahlreicher. Allein im Jahre 2022 konnten 1.018 Elmsfeuer auf Webcams entdeckt werden. Die Sammlung liefert nicht nur die Erkenntnis, dass Elmsfeuer keinesfalls selten sind,

7 Polarlicht am 05.11.2023, aufgenommen von der Webcam Torri Cortina in den Ampezzaner Dolomiten, Italien.
(Quelle: www.panomax.com)
Journal für Astronomie Nr. 97 | 63

Atmosphärische Erscheinungen

8 Leuchtende Nachtwolken, aufgenommen am 13.06.2019 von der Webcam Funtensee
tauern im Nationalpark Berchtesgaden. (Quelle: foto-webcam.eu)

sondern immer dann als Dauerentladung auftreten, wenn die Spannung nicht für eine Blitzentladung ausreicht. Sie sind nicht nur bei Gewittern zu beobachten, sondern

sind fast ausnahmslos an Niederschläge wie Starkregenschauer und Schneefall gebunden [5].

Hier zeigt sich aber auch ein Nachteil der Webcams. Da Nachtaufnahmen häufig bis zu 30 Sekunden belichtet werden, ist nicht nachvollziehbar, was das menschliche Auge gesehen hätte. Aufgrund der zunehmenden Lichtverschmutzung kann Elmsfeuer visuell fast nirgendwo mehr wahrgenommen werden. Kameras bilden es aber selbst bei Umgebungslicht ab.

9 Dämmerungsfarben nach dem Ausbruch des Hunga Tonga an der Webcam Huaraz
in Peru. Morgendliches intensives Purpurlicht, aufgenommen am 22.05.2022. (Quelle: foto-webcam.eu)

Südlichstes Auftreten von Polarlicht und Leuchtenden Nachtwolken Bei der systematischen Sammlung von Polarlichtern [6] und Leuchtenden Nachtwolken [7] ist auch immer das südlichste Auftreten von Interesse. Da es vor allem in den Alpen schwierig ist, die oft nur flach über dem Nordhorizont befindlichen Erscheinungen überhaupt zu sehen, sind die auf Berggipfeln installierten Webcams mit freier Horizontsicht inzwischen eine unverzichtbare Hilfe. Zudem neigen viele Menschen inzwischen zur Überbearbeitung ihrer Bilder, so dass selbst ein schwaches Polarlicht in den ,,Photoshop-Farbtopf getaucht" wie ein hell sichtbares Ereignis wirkt. Die Webcams zeigen hingegen die Rohbilder, was eine bessere Vergleichbarkeit ermöglicht. Allerdings gibt es auch hier

64 | Journal für Astronomie Nr. 97

Atmosphärische Erscheinungen

1 0 Kranz um Mond und Venus am
08.02.2020, aufgenommen von der Webcam Nordost der Universität Innsbruck. (Quelle: foto-webcam.eu)
1 1 Helle Feuerkugel, vom Hohenpeißenberg
in Richtung Alpen (Süden) geblickt, aufge-n o mmen am 29.11.2018 um 05:10 Uhr. (Quelle: foto-webcam.eu)

neben der schon erwähnten Frage, was davon visuell überhaupt noch sichtbar wäre, ein weiteres Problem. Je mehr Webcams hinzukommen und verwendet werden, desto weniger sind natürlich die Ergebnisse mit früheren Sichtungen vergleichbar. Denn in den Zeiten vor den Webcams und dem sofortigen ,,darauf aufmerksam

machen" in den sozialen Medien waren landesweit etwa nur 10 bis 20 Beobachter Nacht für Nacht unterwegs, um entsprechende Erscheinungen zu dokumentieren. Eine ,,saubere" Statistik ist deshalb bei beiden Erscheinungen inzwischen nicht mehr möglich.

Journal für Astronomie Nr. 97 | 65

Atmosphärische Erscheinungen

1 2 Komet C/2023 A3 (Tsuchinshan-
ATLAS), aufgenommen am 21.10.2024 um 21:00 Uhr auf dem Zugspitzplatt. (Quelle: foto-webcam.eu)
Atmosphärische Störungen auf der Südhalbkugel durch den Ausbruch des Hunga Tonga Am 15. Januar 2022 explodierte der submarine Vulkan Hunga Tonga im Inselstaat Tonga im Pazifik und erzeugte eine Eruptionssäule, die bis zu 58 km hoch in die Mesosphäre reichte [8]. Insgesamt wurde etwa ein Kubikkilometer Material freigesetzt, welches sich nachfolgend in den höheren Atmosphärenschichten ausbreitete. Vulkanische Asche sinkt sehr schnell ab, aber die winzigen Schwefelsäuretröpfchen können sich monatelang in der Stratosphäre halten und aufgrund der größeren Lichtstreuung zu intensiven Dämmerungserscheinungen führen. Bis Februar 2023, also über ein Jahr lang, gab es auf der Südhalbkugel intensive Dämmerungsfarben und Purpurlichter. Auf der Webcam Huaraz in Peru auf 3.050 m Seehöhe konnte man dieses Spektakel inklusive der charakteristischen Crepuscularstrahlen und Staubschlieren verfolgen und beobachten, wie lange die Vulkanpartikel die Dämmerungen beeinflussten und sich die anfangs apokalyptischen Farben

zum Ende des Zeitraums immer mehr abschwächten. Es gibt sicherlich noch viele Beispiele, in denen die immer zahlreicher werdenden Webcams neue Erkenntnisse liefern und dem Auge bisher Ungesehenes boten. Es steckt sicherlich viel Arbeit in der regelmäßigen Durchsicht anfangs aller, inzwischen nur noch ausgewählter Cams, aber die immer größer werdende Bildersammlung birgt inzwischen einige wertvolle Schätze, zu denen beispielsweise auch untere Regenbögen, Kränze um Mond und Planeten, zahlreiche zum Teil sehr

helle Meteore, Zodiakallicht, aus Raketenabgasen entstandene ,,Nachtwolken" oder physikalische Besonderheiten gehören, die Objektivspiegelungen, zusätzliche Regenbögen an den Tropfen auf einer Fotolinse oder Kränze am beschlagenen Objektiv zeigen. Solche Bilder helfen nicht selten bei der Identifizierung unbekannter Erscheinungen. Vor allem die Übersichtsseiten der beiden größten und inzwischen weltweit agierenden Kameranetze [1, 2] sind auf jeden Fall sehr lohnend!

[1] Literatur- und Internethinweise (Stand 02.12.2025):

[1] foto-webcam.eu: www.foto-webcam.eu

[2] Panomax: www.panomax.com/all-cameras.html

[3] C. Hinz, E. Schmidt, A. Haußmann, W. Hinz, 2021: ,,Die Beob-

[2]

achtung von Mondregenbögen", VdS-Journal für Astronomie

78 (III/2021), S. 66

[4] C. Hinz, 2022: ,,Wolkenbogen": https://fichtelbergwetter.

wordpress.com/2022/01/15/wolkenbogen

[4]

[5] R. Timm, C. Hinz, 2022: ,,Neues vom St. Elmsfeuer", METEO-

ROS Nr. 4 / 2022, S. 103 ff

[6] Polarlicht-Archiv für Deutschland: www.polarlicht-archiv.de

[7] Noctlilucent Cloud Observing Network (NLCNET):

[6]

https://ed-co.net/nlcnet

[8] C. Hinz, 2023: ,,Der Hunga-Tonga-Ausbruch und dessen

atmosphärische Auswirkung auf die Südhalbkugel",

VdS-Journal für Astronomie 84 (I/2023), S. 65

[7]

66 | Journal für Astronomie Nr. 97

Geschichte

Von einer Kometenentdeckung bis zu einem spektakulären Mondmodell
- Julius Schmidt im Rheinland
von Michael Geffert

Vor etwa 20 Jahren wurde ich gebeten, das Entsorgen von ausrangierten Materialien in einem Kellerraum unseres Instituts zu beaufsichtigen. Dabei fiel mir ein kleines, unscheinbar wirkendes Buch in die Hände. Bei meinem ersten Blick entdeckte ich darin eine Kometenzeichnung, dazu handschriftliche Bemerkungen und viele Zahlen. Dann tauchte das Wort ,,Bilk" auf. In diesem Moment dämmerte es bei mir, dass ich möglicherweise einen kleinen Schatz gefunden hatte. Die Bilker Sternwarte in Düsseldorf war mir bekannt wegen ihrer AsteroidenEntdeckungen im 19. Jahrhundert. Nach weiterem Suchen fanden sich insgesamt 19 handgeschriebene Bücher (Abb. 1). Bei sieben Büchern handelte es sich um Tagebücher mit Skizzen und kleinen Zeichnungen astronomischer Objekte aus den Jahren 1842 bis 1850. Alle Bücher stammten von dem Astronomen Johann Friedrich Julius Schmidt (1825-1884), der im Folgenden Julius Schmidt genannt werden soll.

1 Der Teilnachlass Julius Schmidts, der im Keller des Argelander-Instituts
für Astronomie aufgefunden wurde. (Bild: Michael Geffert)

Wer war Julius Schmidt? Julius Schmidt war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Athen Direktor der dortigen Sternwarte. Seinen Mondatlas aus dem Jahre 1878 (Abb. 2) mit mehr als 30.000 gezeichneten Kratern ist vielen Astrofreunden bekannt. Man kann ihn heute wohl als den Höhepunkt der zeichnerischen Erfassung der Mondoberfläche ansehen. Auch erinnerte ich mich an seine Statistik von Sonnenflecken und seine Kometenzeichnungen. Aber wie kam dieses Material in den Keller des Bonner Instituts, und was hatte Julius Schmidt mit der Sternwarte in Bilk zu tun?

2 Ausschnitt aus
dem Mondatlas von Julius Schmidt. Rechts von der Mitte ist die ,,große Wand" zu sehen. (Scan: Michael Geffert)

Schmidts Lebenslauf [1, 2] löste schließlich das Rätsel. Geboren war er am 26. Oktober 1825 in dem kleinen Städtchen Eutin (Abb. 3) in Schleswig. Nach drei-

Journal für Astronomie Nr. 97 | 67

Geschichte

3 Das Geburtshaus
Julius Schmidts in Eutin (Bild: Michael Geffert)

den Vorbeizug von Merkur vor der Sonne (Abb. 6). Seit der englische Astronom Edmond Halley darauf hingewiesen hatte, dass man aus Transitbeobachtungen der Venus die Astronomische Einheit bestimmen konnte, bemühten sich Astronomen, solche Transitphänomene zu studieren.

jähriger Lehrzeit bei Professor Christian C. L. Rümker (1788-1862) an der Hamburger Sternwarte holte ihn Johann F. Benzenberg (1777-1846) nach Düsseldorf, wo Schmidt sich an Benzenbergs neuer Sternwarte in Bilk mit der Beobachtung von Sternschnuppen und der Suche nach einem Planeten innerhalb der Merkurbahn beschäftigen sollte.

ril 1845 in seinem Tagebuch, dass er zwar in Düsseldorf angekommen, die neue Sternwarte aber noch nicht fertig war. Dafür durfte er in seiner ersten Zeit im Garten von Benzenberg in Düsseldorf seine eigenen Projekte beobachten. Hier erfasste er im April 1845 eine große Anzahl Sonnenflecken (Abb. 5) und protokollierte am 8. Mai

Das Beobachtungstagebuch aus der Düsseldorf-Bilker Zeit lieferte dann für Anfang Juni eine kleine Überraschung: Julius Schmidt gelang am 8. Juni 1845 die Entdeckung eines hellen Kometen (Komet C/1845 L1) (Abb. 7). Auf insgesamt 27 Seiten seines Tagebuches hat er dessen Beobachtungen dokumentiert [3]! Obwohl neun weitere Astronomen in Europa den gleichen Kometen ebenfalls unabhängig voneinander entdeckten, sind die Aufzeichnungen Julius Schmidts mit ihren 8 Zeichnungen und etlichen Skizzen etwas Beonderes. Es handelt sich nämlich um die einzigen Bilddokumente dieses Kometen!

Das Bilker Beobachtungstagebuch Der erwähnte Band meines Zufallsfundes enthielt die Beobachtungen, die der Astronom aus Norddeutschland in Düsseldorf und später an der Bilker Sternwarte (Abb. 4) durchgeführt hatte. Über 160 Seiten dieses Buches mit Messergebnissen, Bemerkungen und zahlreichen Skizzen und Zeichnungen zeugen von der enormen Intensität, mit der Julius Schmidt als Astronom arbeitete! Zu dieser Zeit mussten Astronomen ihre Beobachtungen zeichnerisch festhalten, da die Fotografie erst in ihren Anfängen steckte. Aus diesem Grunde sind die Abbildungen in dem Bilker Beobachtungsbuch so einzigartig.
Der Aufenthalt in Bilk begann für den angereisten Astronomen allerdings erst einmal enttäuschend. Er bemerkte am 17. Ap-

4 Die Bilker Sternwarte um 1910. (Bild: Düsseldorfer Stadtarchiv / Wikipedia:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sternwarte_Martinstraße.jpg?uselang=de, Stand: September 2025)

68 | Journal für Astronomie Nr. 97

Geschichte

Im Sommer 1845 konnte Julius Schmidt in Bilk außerdem noch eine sehr nahe Marsopposition miterleben. Er fertigte in seinem Tagebuch mehr als 30 kleine Skizzen des Planeten an. In dieser Zeit widmete er sich zusätzlich auch noch der Beobachtung der Sonne und der Messung einiger veränderlicher Sterne.

Julius Schmidt in Bonn Ende September 1845 enden die Aufzeichnungen Schmidts in seinem Bilker Beobachtungstagebuch.Grund ist wohl eine Verstimmung zwischen ihm und Benzenberg, der ihm die Benutzung des Refraktors in Bilk nur für bestimmte Projekte gestattete. Letztlich führte das dazu, dass Julius Schmidt die Sternwarte in Düsseldorf-Bilk spätestens im Oktober 1845 wieder verließ.

5 Zeichnung der Sonnenflecken am 25. April 1845. (Zeichnung: Julius Schmidt)

Schmidt begann dann im Februar 1846 eine Tätigkeit als Assistent bei Friedrich W. A. Argelander an der Bonner Sternwarte, die im Jahre 1845 fertiggestellt worden war. Auch hier setzte er seine Aufzeichnungen in Tagebüchern fort.

In Bonn war er zuständig für die Positionsbestimmung von Kometen und beteiligte sich an dem nördlichen Teil der Bonner Durchmusterung. Mit 19 eigenen Veröffentlichungen in den Astronomischen Nachrichten wuchs Julius Schmidt zu ei-

6 Skizze des Merkurdurchgangs am 8. Mai 1845
(Zeichnung: Julius Schmidt)

7 Skizze des Kometen C/1845 L1 am 11. Juni 1845
(Zeichnung: Julius Schmidt)
Journal für Astronomie Nr. 97 | 69

Geschichte

nem erfolgreichen Wissenschaftler heran. Auf Empfehlung Argelanders übernahm Julius Schmidt 1853 dann die Leitung einer Privatsternwarte in Olmütz (Olomouc) und 1858 die Leitung der Sternwarte in Athen.

8 Das Reliefmodell
des Mondes von Thomas Dickert und Julius Schmidt in einer Ausstellung des Columbian-Field-Museums in Chicago. (Bildnachweis: https:// publicdomainreview. org/collection/fieldcolumbian-museum1894-1920, Stand: August 2025)
Das Bonner Mondmodell Vor einiger Zeit erfuhr ich dann noch von einem ganz besonderen Projekt Julius Schmidts in Bonn. Als meine Kollegin Carmen Perez Gonzales für ihren Band

über ,,Selene's Two Faces" [4] zu Monddarstellungen aus drei Jahrhunderten recherchierte, stieß sie auf ein Foto aus dem Jahr 1893, das ein Relief des Mondes von der Chicagoer Weltausstellung von 1893 zeigte (Abb. 8). In einem Begleitartikel wurden die Urheber dieses Modells als die Bonner Julius Schmidt und Thomas Dickert angegeben. Das Foto ließ erahnen, dass es sich um ein sehr beeindruckendes Objekt handeln musste! Ein Relief ist eine dreidimensionale Erweiterung einer Landkarte. Berge werden dabei als Höhen und Täler als Tiefen modelliert. Dadurch ist ein Relief viel anschaulicher als eine einfache Landkarte. Weder im Bonner Stadtarchiv noch in der astronomischen Literatur gab es Hinweise zu diesem Modell. Es schien in Vergessenheit geraten zu sein. Eine Suche im Internet ergab schließlich zunächst eine Beschreibung des Objektes von Julius Schmidt [5]

9 ,,Relief der sichtbaren Halbkugel des Mondes, angefertigt von Th. Dickert in Bonn". Es handelt sich um eine künstlerische Darstellung,
auf der die Mondoberfläche nicht naturgetreu abgebildet ist. (Bildnachweis: Illustrirte Zeitung, Nr. 589 vom 14. Oktober 1854, S. 253, Scan: Michael Geffert)
70 | Journal für Astronomie Nr. 97

Geschichte

bei der Platform e-rara der ETH Zürich. Demnach war das Objekt aus 116 sphärischen Segmenten aus Gips hergestellt. Diese hatte man bündig auf einem Holzrahmen befestigt, der eine Halbkugel bildete. Die Oberfläche gestaltete der Bonner Restaurator Thomas Dickert vom Naturhistorischen Museum im Bonner Poppelsdorfer Schloss. Julius Schmidt beaufsichtigte das Projekt, dem die Mondkarten von Beer und Mädler und weitere Beobachtungen von Schmidt selbst zu Grunde lagen. Höhen und Tiefen der Mondoberfläche waren im dreifachen Maßstab im Verhältnis zu dem Maßstab der Mondoberfläche modelliert. Das Relief zeigte die typischen Formationen der Mondlandschaften (Maria, Krater, Rillen etc.). Übrigens ist der Beschreibung anzumerken, dass Julius Schmidt damals der Meinung war, dass die Details auf der Mondoberfläche vorwiegend durch Vulkanismus entstanden waren.
In einem Artikel des Astronomiehistorikers Jürgen Blunck aus der Zeitschrift ,,Der Globusfreund" [6] erfuhr ich weitere Ein-

zelheiten über die Ausstellungsgeschichte des Modells. Ursprünglich war geplant, das Objekt 1851 auf der Weltausstellung in London zu zeigen. Obwohl Thomas Dickert viel Erfahrung beim Herstellen solcher Reliefs und bereits fünf große Gebirgsregionen modelliert hatte, konnte er das Mondrelief erst im Frühling 1853 nach vierjähriger Bauzeit fertigstellen. Eine künstlerische Darstellung in der Illustrirten Zeitung zeigt das Objekt bei der ersten Ausstellung im Poppelsdorfer Schloss in Bonn (Abb. 9).
Danach konnte man das Modell 1853 in Elberfeld und 1854 in Hamburg besichtigen. Blunck berichtet, dass das Modell überall großen Anklang fand und die Ausstellungen immer verlängert werden mussten. In der Folgezeit soll es nach Amerika verkauft worden sein, wo es wohl einige Jahre immer mal wieder gezeigt wurde. Zur Weltausstellung in Chicago hat das Columbian-FieldMuseum das Modell ausgestellt. Hier verliert sich aber nach 1900 die Spur.

Schlussbemerkung Julius Schmidt, der zu den großen Astronomen des 19. Jahrhunderts gezählt werden muss, hat schon in seiner Zeit im Rheinland bedeutende Beiträge zur Astronomie geleistet. Seine Beobachtungen in Düsseldorf und Bilk, die bis heute noch unveröffentlicht sind, liefern einen interessanten Einblick in die Arbeitsweise eines beobachtenden Astronomen. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Material in Zukunft weiter ausgewertet wird. Einen Anfang macht dabei der Faksimile-Nachdruck der Seiten über die Kometenentdeckung im Bilker Tagebuch durch den Kölner Albireo Verlag. Außerdem wäre es schön, wenn der Verbleib des imponierenden Bonner Mondmodells noch geklärt werden könnte.

Literatur- und Internethinweise (Stand 02.12.2025):

[1] Johann Friedrich Julius Schmidt, https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_

[1]

[2]

Friedrich_Julius_Schmidt

[2] Adalbert Krüger, 1884: ,,Todesanzeige Johann Friedrich Julius Schmidt",

Astron. Nachr. 108, S. 129, https://articles.adsabs.harvard.edu//full/1884AN....

108..129K/0000082.000.html

[3]

[5]

[3] Michael Geffert, Detlef Haberland (Hrsg.), 2025: ,,Der Juni-Komet 1845 -

Beschreibungen und Zeichnungen aus dem Tagebuch von Julius Schmidt",

Albireo Verlag Köln, ISBN 978-3-9827287-0-4, https://albireo-verlag.org/product/

der-juni-komet-1845/

[4] Carmen Perez Gonzalez (Hrsg.), 2018: ,,Selene`s Two Faces", Nuncius Series

[6]

Vol. 3, Brill Leiden, Boston, ISBN-13: 978-9004298866

[5] Johann Friedrich Julius Schmidt, 1854: ,,Das Relief der sichtbaren Halbkugel

des Mondes angefertigt durch Thomas Dickert", Carl Georgi Verlag, Bonn,

www.e-rara.ch/zut/doi/10.3931/e-rara-3090

[6] Jürgen Blunck, 1999: ,,Deutsche Pionierarbeiten mit erhabenem Relief",

Der Globusfreund Nr. 47/48, S. 293, www.jstor.org/stable/41628974

Journal für Astronomie Nr. 97 | 71

Geschichte

Alte Texte astronomisch neu interpretieren am Beispiel der Bibel
von Peter Köchling

Alte Texte können noch heute wertvolle wissenschaftliche Quellen sein, die astronomische Ereignisse dokumentieren oder einfach nur ein Bild davon geben, welches astronomische Wissen die Menschen des Altertums trotz einfacher Mittel bereits besaßen. Dies soll hier am Beispiel der Bibel gezeigt werden.
Die astronomische Deutung der biblischen Erzählungen ist Teil der historisch- oder wissenschaftlich-kritischen Bibelexegese, die ihren Höhepunkt seit dem 19. Jahrhundert fand. Eines der umfassenden Werke dazu ist beispielhaft ,,The Astronomy of the Bible" von Edward Walter Maunder aus dem Jahre 1908 [1]. Zur biblischen Deutung berufen sich viele Autoren auf die griechische, ägyptische oder babylonische Mythologie, ohne zu begründen, wie dies mit der hebräischen Glaubenswelt im Einklang stehe [2].
Problematisch an heutigen Bibelinterpretationen bleibt, dass eigene Interessen im Vordergrund zu stehen scheinen und das Prestige der Bibel genutzt wird, die eigene Arbeit hervorzuheben. Am Beispiel des Sterns von Bethlehem heben Planetarien hervor, dass es sich dabei um eine besondere Planetenkonstellation handeln könnte, die man in einer der Vorführungen heute noch nachvollziehen kann. Astrologen halten den Stern von Bethlehem für eine besondere astrologische Stellung der Gestirne, die nur die Weisen aus dem Morgenland kannten, die somit Sterndeuter gewesen sein müssen. Somit legitimiere das Neue Testament die Praxis der Astrologie. Und heutige Astrophysiker äußern in Interviews kurz vor Weihnachten, dass der Stern von Bethlehem eine Supernova oder ein Gammablitz gewesen sein könnte, was zufällig ihr aktuelles Forschungsgebiet ist.
Wie kann man aber unabhängig und möglichst objektiv alte Texte deuten und daraus

einen Mehrwert ziehen? Dazu beantworte ich drei Fragen. - Erstens, was sind nach dem vorliegen-
den Text die plausiblen und unplausiblen Thesen? - Zweitens, welche der plausiblen Thesen sind nach heutiger wissenschaftlicher Sicht die wahrscheinlichsten Erklärungen? - Drittens, welche der plausiblen und wahrscheinlichen Thesen passen am besten zu der Motivation und Intention des Autors?
Durch diesen dreifachen Filter bleiben hoffentlich nur wenige Thesen übrig, die dem wahren Ereignis am nächsten kommen.
Angewendet auf den Stern von Bethlehem sollten wir uns zur Beantwortung der ersten Frage vor Augen führen, dass das Evangelium nach Matthäus nur davon berichtet, dass die Weisen aus dem Osten den Stern zweimal gesehen haben. Einmal vor Beginn ihrer Reise und ein weiteres Mal, als sie von Jerusalem nach Bethlehem zogen. Und da der König Herodes sogar nachfragte, wann sie den Stern zuerst gesehen hätten, scheint es so zu sein, dass der Stern wohl nicht dauerhaft zu sehen war, sondern jeweils nur für einen kurzen Augenblick durch die Weisen aus dem Osten. Somit sind alle Thesen, nach denen der Stern von Bethlehem über einen langen Zeitraum sichtbar war, ohne weitere Annahmen als eher unplausibel einzustufen. Unter den wenigen plausiblen, möglichen, kurzzeitigen astronomischen Ereignissen, wie Gammablitze, Meteore und weitere, bleibt nach der zweiten Frage des wahrscheinlichsten Ereignisses schließlich jeweils ein heller Meteor übrig, den die Weisen sahen. Manche lehnen eine helle Sternschnuppe als Erklärung schlichtweg deswegen ab, weil diese zu einfach und gewöhnlich sei. Tatsächlich deckt sich diese Einfachheit aber hervorragend mit der Botschaft, die der Evangelist Matthäus verbrei-

ten wollte, dass Jesus als einfaches, armes Kind in einem Stall geboren wurde. Somit ist auch Frage drei zufriedenstellend beantwortet.
Problematisch bei alten Texten und insbesondere der Bibel sind die Übersetzungen einzelner, aber häufig entscheidender Begriffe. Rund um den Stern von Bethlehem werden die Weisen bis heute als Sterndeuter oder sogar heidnische Könige interpretiert. Tatsächlich lautet der ursprüngliche Begriff im Griechischen ,,magoi". Derselbe Begriff wird auch für den Propheten Daniel im Alten Testament benutzt, der am königlichen Hof in Babylon Träume deutete und damit in Konkurrenz zu anderen spirituellen Beratern, wie zum Beispiel Astrologen, stand. Somit ist die plausible und wahrscheinlichste Erklärung der Weisen aus dem Osten, die das Jesuskind besuchten, dass es sich um gläubige Juden handelte, die in der Tradition des Propheten Daniel als Traumdeuter standen. Dazu erinnere man sich, dass die Weisen auch in einem Traum gewarnt wurden, nicht zum König Herodes zurückzukehren.
Das Problem irreführender Bibelübersetzung mit astronomischen Bezügen wird in einem weiteren Buch sehr offensichtlich. Das Buch Hiob ist eines der späteren Werke des Alten Testamentes und ist ein großer Schatz altertümlicher Beschreibung verschiedener Naturphänomene. In wenigen Zeilen werden im Kapitel 9 und 38 auch Sternbilder wie Orion, das Siebengestirn oder der Große Bär erwähnt. Auch Amos 5, 8 erwähnt das Siebengestirn und das Sternbild Orion. Dies ist insofern beachtlich, weil man sich, getreu den Mosaischen Gesetzen, im Judentum nicht viel aus Sternbildern und Astrologie gemacht hatte oder diese sogar ablehnte. Geht man ins hebräische Original, so findet man für diese astronomischen Objekte Ausdrücke wie ,,asch", ,,aisch ol-bnie", ,,ksil", ,,kime", ,,chdri thmn"

72 | Journal für Astronomie Nr. 97

Geschichte
Tabelle 1 Diese Auflistung zeigt die Erwähnung von astronomischen Objekten im Alten Testament. Mit weiteren Bibelübersetzungen vom Hebräischen in andere Sprachen kam es zu Umdeutungen. In der letzten Spalte wird versucht, aus dem ursprünglichen hebräischen Text unter Bezug zum Akkadischen die ursprüngliche Bedeutung herauszuarbeiten, wie in [3] näher begründet wird.

oder ,,mzruth". Die Bedeutung vieler dieser Ausdrücke ist auch im Hebräischen heute nicht mehr sicher bekannt. Und die Übersetzungen des Alten Testamentes im Laufe der Geschichte zunächst ins Griechische, dann ins Lateinische und später ins Deutsche und in andere Sprachen war tatsächlich nicht sehr sorgfältig oder sogar eigenwillig (s. Tab. 1). Erst wenn man zurück ins Akkadische geht, die Ursprache semitischer Sprachen wie Hebräisch oder auch Babylonisch findet man ähnliche Ausdrücke, die nicht nur auf Sternbilder hindeuten, sondern zudem noch auf die Planeten, Sternhaufen und sogar die Dunkelwolken in der Milchstraße. Bereits einige Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung finden wir also schon erste systematische Einteilungen von astronomischen Objekten, die der heutigen nicht unähnlich sind. Eine ausführliche Erklärung und Begründung für diese Deutung gebe ich dazu im Buch ,,Reise zum Mittelpunkt des Universums" [3]. Besonders bemerkenswert ist der Ausdruck ,,aisch ol-bnie", der im Altgriechi-

schen und Lateinischen mit ,,dem Abendstern und seine Jungen" beschrieben wird. Damit wäre wohl der Planet Venus und die anderen Planeten gemeint. Demnach ist also die Venus als hellster Stern und nicht der Jupiter der führende Stern und göttliches Wesen am Himmel. Diese Mythologie unterscheidet sich von allen anderen antiken Mythologien des Mittelmeeres und des Nahen Ostens, bei denen immer der Planet Jupiter die höchste Stellung hatte. Der babylonische Ischtar-Kult räumt dem Pla-

neten Venus zwar eine besondere Stellung ein. Nachkommen hatte die Göttin Ischtar aber nicht. Somit scheint es eine eigene unabhängige hebräische Mythologie um die Planeten und vielleicht auch anderen astronomischen Objekte gegeben zu haben.
Diese Beispiele der Bibel zeigen, welches Potenzial bis heute in alten Texten steckt. Uns unabhängigen und objektiven Hobbyund Amateurastronomen steht bei weiteren Entdeckungen eine besondere Rolle zu.

Literatur- und Internethinweise (Stand 04.12.2025): [1] E. W. Maunder, 1908: ,,The Astronomy of the Bible", Green- [1]

wich, www.atlascoelestis.com/Bibbia,%20Maunder%20

2009%20base.htm

[2] J. Böckle, 2022: ,,Legst du ihre Himmelsschrift auf die

[2]

Erde an?", Old Testament Essays 35/2 (2022), S. 237-267,

https://ote-journal.otwsa-otssa.org.za/index.php/journal/

article/view/530

[3] P. Köchling, 2025: ,,Reise zum Mittelpunkt des Universums,

eine astronomische Interpretation der Bibel", tredition

GmbH, ISBN-13: 9783384637888

Journal für Astronomie Nr. 97 | 73

Kleine Planeten

Kosmische Begegnungen
von Wolfgang Ries und Klaus Hohmann

Ab und zu findet man auf Astroaufnahmen von Deep-Sky-Objekten kurze Strichspuren. Der Verursacher ist meist ein Kleinplanet, der sich während der Belichtungszeit ein kleines Stück auf seiner Bahn um die Sonne weiterbewegt hat. Für viele Astrofotografen sind solche zufälligen kosmischen Begegnungen eine Bereicherung des Bildes. Besonders dann, wenn man nach einiger Recherche herausfindet, wer der Verursacher der Strichspur war.
Nachdem ich in der letzten Ausgabe neben der altbekannten kosmischen BegegnungsSeite von Klaus Hohmann eine weitere Internet-App von Klemens Waldhör für das Planen einer kosmischen Begegnung vorgestellt habe, hat sich auch Wolfgang Strickling die Mühe gemacht, eine weitere tolle App für diese Aufgabe zu programmieren [1]. Dazu verpasste er seinem bereits existierenden Desktopprogramm ,,Deep Sky Browser" ein Upgrade. Nun kann man sich dort auch Listen mit kosmischen Begegnungen anzeigen lassen. Voraussetzung ist, dass man Java auf seinem Computer installiert hat. Aber Wolfgang ist noch einen Schritt weiter gegangen und hat den Deep Sky Browser Smartphone-tauglich gemacht! Im Google Play Store kann man sich die kleine App runterladen und ist praktisch überall und jederzeit in der Lage, sich kosmische Begegnungen anzeigen zu lassen. Vielen Dank, Wolfgang, für deine tolle Arbeit!
In diesem Artikel werde ich nur kurz die Android-Version vorstellen, da die Desktop-Version ähnlich funktioniert. Wolfgang Strickling hat den Deep Sky Browser programmiert, um sich Objektlisten anzeigen zu lassen. Damit ist diese App z. B. auch für visuelle Beobachter oder Astrofotografen interessant, die kurzfristig Objektvorschläge brauchen.

Aber beginnen wir von vorne. Nachdem man den Deep Sky Browser auf dem Handy installiert hat, kann man die App öffnen. Es erscheint eine simple Eingabemaske, wo man nach einem Objekt suchen kann, falls man den Namen des Objektes kennt. Gibt man den Namen ein und sucht danach, erscheinen wichtige Informationen und ein DSS-Bild (Abb. 1).

Der aufregende Teil ist

aber, wenn man auf die

Schaltfläche LISTE ER-

STELLEN tippt. Dann

erscheint ein neues Fens-

ter. Zeit und Ort werden

automatisch übernom-

men, können aber geän-

dert werden. Spannend

ist die Objektauswahl, in

der man von Galaxien bis

Planetarische Nebel die

verschiedenen Objektarten auswählen kann.

1 Deep Sky Browser von Wolfgang Strickling bei Google Play

Weiters kann man ein

Magnituden-Limit ein-

geben. Als nächstes wählt man die Beob- Deep-Sky-Objekt eintragen. Anschließend

achtungsrichtung aus. Für kosmische Be- wird die Liste erstellt. Das kann je nach ge-

gegnungen ist es günstig, nach Süden/Zenit setzten Parametern langsamer oder rascher

zu beobachten, da dann die Kleinplaneten erfolgen. Schließlich erscheint eine Liste

am schnellsten ihre Bahn am Himmel zie- mit den Deep-Sky-Objekten und Asteroi-

hen und entsprechend lange Strichspuren den mit allen wichtigen Daten für die kos-

im Bild hinterlassen. Am Abend nach Wes- mische Begegnung. Man kann in der Liste

ten und am Morgen nach Osten ist oft Still- auf ein Deep-Sky-Objekt tippen, und ein

stand. Auf meinem Smartphone muss ich neues Fenster mit zusätzlichen Daten sowie

nun ein wenig nach unten scrollen, damit einem DSS-Bild erscheint. Das ist eine tolle

ich ein Häkchen bei ,,Finde Begegnungen Möglichkeit, um rasch zu entscheiden, ob

mit Asteroiden" setzen kann. Des Weite- die Begegnung ,,fotogen" ist. Des Weiteren

ren kann man dann noch das Limit für die kann man auch Listen aus der Internet-App

Asteroidenhelligkeit und den Abstand zum von Klemens Waldhör hineinkopieren. Das

74 | Journal für Astronomie Nr. 97

Kleine Planeten

2 Der Kleinplanet (805) Hormuthia und M 10, aufgenommen von Wolfgang Strickling
am 18.10.2025 mit einem 10-zölligen Newton bei f/5,36 und einer Canon EOS R6 Mark II.

könnte in Zukunft noch weiterentwickelt werden. Fein, dass die Software-Spezialisten sich hier gegenseitig unterstützen!

der Deep Sky Browser seine erste Bewährungsprobe mit Bravour bestanden und seine Praxistauglichkeit bewiesen.

Auch für diesen Artikel gibt es wieder einige kosmische Begegnungen, die ich Ihnen dank der Bildautoren vorstellen kann. Normalerweise reihe ich die Bildvorstellungen alphabetisch nach den Bildautoren. Diesmal möchte ich gerne Wolfgang Stricklings Bild (Abb. 2, [2]) vorziehen, weil es auch die erste kosmische Begegnung ist, die er mit seiner tollen App geplant hat und tatsächlich fotografieren konnte. Am Abend des 18. August 2025 klarte es überraschend auf. Daher ließ Wolfgang sich von seiner neuen App mögliche kosmische Begegnungen anzeigen. Rasch fiel seine Wahl auf M 10 und (805) Hormuthia. Die Schnelligkeit war auch nötig, da es nur ca. eine Stunde einigermaßen akzeptable Bedingungen gab und es dann wieder zuzog. Aber die Aufnahmen waren im Kasten und damit hat

Charles Messier entdeckte den Kugelsternhaufen M 10 im Jahr 1764 und sah einen Nebel ohne Sterne. Erst 20 Jahre später löste ihn William Herschel in Sterne auf. Am Himmel erscheint er 6,6 mag hell und ca. 20 Bogenminuten groß. Der Haufen ist rund 16.500 Lichtjahre von uns entfernt und seine Sternpopulation von einigen Hunderttausend Mitgliedern verteilt sich über ein 85 Lichtjahre großes Gebiet [3]. Seine Daten entsprechen einem durchschnittlichen Kugelsternhaufen, trotzdem ist er fotografisch und visuell ein sehr schönes Objekt.
Der kosmische Besucher ist der Hauptgürtelasteroid (805) Hormuthia, die rechts unterhalb des Kugelsternhaufens ihre Strichspur hinterließ. Während der Aufnahme war sie 14,7 mag hell und ca. 323

Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Der ca. 67 Kilometer große Brocken gehört der Spektralklasse C an. Damit ist er kohlenstoffreich und mit einer Albedo von ca. 0,05 relativ dunkel. Entdeckt wurde (805) Hormuthia 1915 von Max Wolf in Heidelberg. Namenspatronin war die Ehefrau des Astronomen August Kopff, die den Vornamen Hormuth trug. August Kopff selber war ein sehr erfolgreicher Entdecker, dem 66 Kleinplaneten und ein Komet ins Netz gingen [4].
Das nächste Bild (Abb. 3, [5]) ist ein Gemeinschaftsprojekt vom altgedienten Remote-Spezialisten Wolfgang Bodenmüller und dem rüstigen Neueinsteiger HansHellmuth Cuno. Hellmuth war das letzte Jahr mit einem Umzug so sehr beschäftigt, dass er befürchtete, sein Remotekonto verfalle. Daher bat ich Wolfgang, ihn bei den Aufnahmen zu unterstützen. Seither wurden einige Projekte gemeinsam geplant und umgesetzt. Die Begegnung von M 90 mit drei Kleinplaneten ist das erste davon, das ich hier vorstellen will. Aufgenommen wurde es am 23. April 2025 remote in Utah.

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Kleine Planeten

gravitativ gebundene Galaxienpaar Arp 76. Im Gegensatz zu M 90 ist ihre 35.000 Lichtjahre große Begleiterin reich an Sternentstehungsgebieten. Interessant ist, dass man sie erst 111 Jahre später als M 90, also im Jahr 1892 entdeckte [7]. Da hat man wohl sehr lange nur auf die Große geguckt und die Kleine übersehen.

3 Die Kleinplaneten (15751) 1991 VN4 Mitte oben, (38577) 1999 XZ10 Mitte unten,
(26994) 1997 XU1 oben links und M 90. Remote aufgenommen am 23.04.2025 von Wolfgang Bodenmüller und Hans-Hellmuth Cuno mit einem 20-zölligen CDK20 f/4,5 und einer FLI PROLINE 11002.

Die drei Kleinplaneten sind (15751) 1991 VN4 mit 17,3 mag (oberhalb von M 90), (38577) 1999 XZ10 mit 17,6 mag (unterhalb von M 90) und der 18 mag helle (26994) 1997 XU1 (schwache Spur links von (15751)). Bei (15751) und (26994) handelt es sich um Hauptgürtelasteroiden, die 14 bzw. 6 km groß sind [8+10]. Die Entdecker dieser beiden stammen aus Japan und sind Satoru Otomo für den hellen Brocken und das Team Yoshisada Shimizu und Takeshi Urata für (26994). In den 80er und 90er Jahren war die Jagd nach Kleinplaneten und auch Kometen in Japan sehr popu-

Dank des 20-Zoll-Teleskops hinterlassen auch lichtschwächere Brocken noch eindrucksvolle Strichspuren. So passen sie sehr gut zur prachtvollen Spirale von M 90, die genau genommen eine Balkenspiralgalaxie ist. Charles Messier entdeckte sie im Jahr 1781. Am Himmel ist sie 9,4 mag hell und misst in der langen Achse fast 10 Bogenminuten. Die Galaxie ist ca. 44 Millionen Lichtjahre von uns entfernt und Mitglied im Virgo-Galaxienhaufen. Mit 150.000 Lichtjahren Durchmesser ist sie um einiges größer als die Milchstraße. Für eine Galaxie ihres Typs scheint sie ziemlich alt zu sein und weist keine Sternentstehungsgebiete mehr auf. Man nimmt daher an, dass sie sich zu einer Ellipse weiter entwickeln wird [6].
Bei ihrem kleinen Begleiter im Bild handelt es sich um die irreguläre Galaxie IC 3583, die 13,3 mag hell ist. Sie bildet mit M 90 das

4 Der Kleinplanet (1370) Hella und 29P/Schwassmann-Wachmann, aufgenommen
am 23.02.2025 von Steffen Fritsche mit einem 11-zölligen Celestron RASA f/2,2 und einer EOS 6D Mark II.

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Kleine Planeten

5 Der Kleinplanet (5232) Jordaens und 29P/Schwassmann-Wachmann, aufgenommen am 18.03.2025 von Steffen Fritsche
mit einem 11-zölligen Celestron RASA f/2,2 und einer EOS 6D Mark II.

lär. So entdeckte Satoru Otomo rund 150 Stück und die beiden anderen annähernd 1.000 Brocken. (38577) 1999 XZ10 wurde hingegen von einem automatischen Suchprogramm entdeckt, und zwar vom Catalina Sky Survey. Mit fast 20 km Durchmesser ist er etwas größer als die beiden anderen Asteroiden. Er zieht seine Bahn im äußeren Asteroidengürtel [9].
Das nächste tolle Bild (Abb. 4 [11]) stammt von Steffen Fritsche, der hier zum ersten Mal vertreten ist. Seit er als Elfjähriger eine Mondfinsternis beobachtet hatte, brennt er für die Astronomie und hat seit damals alles verschlungen, was ihm über Astronomie in die Finger kam. Prägend war dann auch der Komet Halley, den er mit einigen Freunden seines damaligen Astrovereins einige Male fotografierte. Aber auch die Sonne hat es ihm angetan, und so engagierte er sich in

der Fachgruppe Sonne mit Auswertungen der mit bloßem Auge sichtbaren Sonnenflecken.
Durch das Studium und die Familiengründung wurden die Kometenbeobachtungen stark eingeschränkt. Als die Kinder größer wurden, steigerten sich auch seine Kometenbeobachtungen. Aktuell steht ein kleiner Allsky Dome von Baader bei ihm im Garten und er kann jederzeit mit den Beobachtungen starten. Als Mitglied der Fachgruppe Kometen wertet er seine Beobachtungen aus, und da er auch den Stationscode M18 gemacht hat, werden die astrometrischen Daten ans MPC geschickt. Im Frühling 2025 machte er regelmäßig Aufnahmen vom Kometen 29P Schwassmann-Wachmann. So auch am 23. Februar, auf der sich auch der Kleinplanet (1370) Hella befand.

Der Komet 29P/Schwassmann-Wachmann 1, auch kurz SW1 genannt, wurde 1925 von Friedrich Karl Arnold Schwassmann und Arthur Arno Wachmann an der Hamburger Sternwarte in Bergedorf fotografisch entdeckt. Später fand man Aufnahmen aus dem Jahr 1902, auf denen er ebenfalls zu sehen war. Er ist mit einer Umlaufzeit von 14,7 Jahren ein kurzperiodischer Komet, der zur Familie der Zentauren gehört. Sie umfasst 45 Mitglieder, die ihre Bahnen zwischen Jupiter und Neptun ziehen. Die Bahn von SW1 ist ziemlich kreisförmig. Der sonnennächste Punkt befindet sich in einer Entfernung von 5,76 AE und der sonnenfernste Punkt bei 6,26 AE.
Die Kerne der Zentauren sind klein und eisig. SW1 ist auch für seine Helligkeitsausbrüche bekannt. Daher lohnt sich eine stetige Überwachung des Kometen. Der-

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Kleine Planeten

6 Der Kleinplanet (18) Melpomene und NGC 4365, NGC 4334, remote aufgenommen
von Jean-Marie Will am 31.03.2025 mit einem 14-zölligen CDK-f/7,2-Teleskop und einer ZWO ASI 2600MM.

zeit registriert man durchschnittlich 7,2 Ausbrüche pro Jahr, wobei die Helligkeit des üblicherweise um die 16 mag hellen Kometen innerhalb von 2 Stunden um ein bis fünf Größenklassen zunimmt [12]. Zum Zeitpunkt der Aufnahme befand sich SW1 im Sternbild Löwe und war 790 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.
Nur 242 Millionen Kilometer entfernt befand sich damals der Hauptgürtelasteroid (1370) Hella. Sie war damals 17,2 mag hell und hinterließ eine doch sehenswerte Strichspur. Steffen konnte dank seiner lichtstarken Optik noch insgesamt 9 weitere lichtschwache Strichspuren nachweisen. (1370) Hella wurde 1935 vom deutschen Astronomen Karl Wilhelm Reinmuth in Heidelberg entdeckt. Sie ist ein Asteroid des inneren Hauptgürtels und braucht für eine Umrundung der Sonne ca. 3 Jahre und 5

Monate. Sie ist nur ca. 5 Kilometer groß, hat aber als S-Klasse Asteroid eine relativ hohe Albedo von ca. 0,24. Hella gehört zur FloraFamilie, der größten Familie von Steinasteroiden. Reinmuth benannte sie nach seiner Kollegin Helene Nowacki [13].
Am 18. März pirschte sich (5232) Jordaens noch näher an SW1 heran und Steffen gelang eine weitere tolle Aufnahme einer kosmischen Begegnung (Abb. 5). Der Komet hatte sich auf eine Distanz von 809 Millionen Kilometer von der Erde entfernt und Jordaens war 305 Millionen Kilometer weit weg. Der Hauptgürtelasteroid war damals 16,6 mag hell. Man nimmt an, dass er ca. 12 Kilometer groß ist. Für die Umrundung der Sonne benötigt er rund 4,8 Jahre. Entdeckt wurde er 1988 vom belgischen Astronomen Eric Walter Elst am Observatoire de HauteProvence im Südosten Frankreichs. Auf das

Konto von Elst gehen 3.868 Kleinplanetenentdeckungen. Den Asteroiden hat er nach dem flämischen Maler des Barock Jacob Jordaens benannt, der ein Zeitgenosse von Peter Paul Rubens war und zu den bedeutenden Historienmalern seiner Zeit zählt. Neben seinen Bildern war er auch für seine Gestaltung von Wandteppichen bekannt [14].
Jean-Marie Will hat schon ein Bild für das Journal Nr. 90 beigesteuert. Daher freut es mich, dass er erneut ein Bild zur Verfügung gestellt hat. Am 31. März 2025 fotografierte er die nahe Begegnung von (18) Melpomene und NGC 4334 remote von Chile aus (Abb. 6 [15]). Diese kosmische Begegnung plante er mit Hilfe der Internetseite von Klaus Hohmann. Aus den angezeigten Vorschlägen wählte Jean-Marie die Begegnung aus, bei der auch das Wetter bei einer der weltweit verteilten Stationen mitspielte.
Das eigentlich hellste Objekt im Bild ist aber nicht (18) Melpomene oder NGC 4334, sondern die 9,6 mag helle Ellip-

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Kleine Planeten

se NGC 4365 am linken Bildrand. Wenn Messier schon damals Weitwinkelokulare gehabt hätte, wäre sie vielleicht ein MessierObjekt geworden, da M 49 nur 1,3 Grad östlich liegt. So muss sich die rund 52 Millionen Lichtjahre entfernte Ellipse mit einer NGC-Nummer zufriedengeben. Mit einem Durchmesser von 110.000 Lichtjahren ist sie etwas größer und massereicher als unsere Milchstraße [16]. Das auffälligste Objekt im Bild ist die Balkenspirale NGC 4334, die mit 13 mag deutlich lichtschwächer als die Ellipse ist. Sie hat einen ähnlich großen Durchmesser wie diese, befindet sich aber mit 187 Millionen Lichtjahren viel weiter weg. Während die große Ellipse von William Herschel entdeckt wurde, fand erst 46 Jahre später dessen Sohn John Herschel die Balkenspirale [17].
Die wunderbar helle Strichspur hinterließ, wie bereits erwähnt, der Hauptgürtelasteroid (18) Melpomene. Sie war zum Zeitpunkt der Aufnahme 10,3 mag hell und 268 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Der relativ kugelförmige Kleinplanet hat ei-

nen Durchmesser von ca. 140 Kilometern. Da er der silikatreichen Klasse S angehört, ist seine Albedo mit 0,18 relativ hoch. Für eine Umrundung der Sonne benötigt (18) Melpomene 3 Jahre und 174 Tage. Entdeckt wurde sie 1852 vom englischen Astronomen John Russell Hind am George Bishop's Observatory in London und war eine von insgesamt zehn Asteroidenentdeckungen. Auch fand er mehrere Kometen. Den Amateurastronomen ist er aber vor allem als Entdecker und Namensgeber von Hinds Veränderlichem Nebel im Sternbild Stier bekannt. Den Namen für Kleinplanet Nummer 18 vergab er aber nicht selbst, sondern überließ das seinem Kollegen George Biddell Airy, der ihn nach der Muse der Tragödie benannt hat, nachdem das Datum der Entdeckung, ein 24. Juni, für ihn eine ganz besondere Bedeutung hatte: An einem 24. Juni starb sein Sohn, und Jahre später verlor er auch eine Tochter an dem Datum. Als er dann erfuhr, dass an einem 24. Juni ein neuer Planet entdeckt wurde und er ihn benennen sollte, entschied er sich für den Namen der Muse der ,,Traurigkeit" [18].

Ich möchte Sie im Namen der Fachgruppe Kleine Planeten der VdS bitten, Ihre kosmische Begegnung einzusenden, um zukünftige Ausgaben des VdS-Journals für Astronomie mit Ihren Bildern zu bereichern. Schicken Sie die Bilder per Mail mit dem Betreff ,,Kosmische Begegnung" an ries@sternwarte-altschwendt.at. Bitte vergessen Sie nicht, das Aufnahmedatum, die fotografierten Objekte und die Daten des Teleskops bzw. der Kamera mitzuteilen. Der Autor eines ausgewählten Bildes wird anschließend aufgefordert, eine unkomprimierte Version des Bildes für den Druck zur Verfügung zu stellen.
Für die Planung ihrer persönlichen kosmischen Begegnungen können wir Ihnen nun drei Hilfsmittel anbieten. Die interaktive Tabelle für kosmische Begegnungen auf der Homepage von Klaus Hohmann [19]. Weiter das Internettool von Klemens Waldhör [20] und als Drittes den Deep Sky Browser [1] von Wolfgang Strickling, der auch für Android-Smartphones verfügbar ist.

Literatur- und Internethinweise (Stand 04.12.2025):

[1] Wolfgang Stricklings Softwareecke: https://strickling.net/softwareecke.

htm#DeepSky

[1]

[2] W. Strickling, 2025: "M 10 und (805) Hormuthia", https://strickling.net/

M10+805_Hormuthia.jpg

[3] Wikipedia: "Messier 10", https://de.wikipedia.org/wiki/Messier_10

[4] Wikipedia: "(805) Hormuthia", https://de.wikipedia.org/wiki/(805)_

[3]

Hormuthia

[5] W. Bodenmüller, H.-H. Cuno, 2025: "Kleinplaneten bei der Galaxie Messier

90", fotocommunity, www.fotocommunity.de/photo/kleinplaneten-bei-der-

galaxie-messier-90-wobodi/49647420

[5]

[6] Wikipedia: "Messier 90", https://de.wikipedia.org/wiki/Messier_90

[7] Wikipedia: "IC 3583", https://de.wikipedia.org/wiki/IC_3583

[8] NASA Small-Body Database Lookup: "15751 (1991 VN4)", https://ssd.jpl.

nasa.gov/tools/sbdb_lookup.html#/?sstr=15751&view=OPD [7] [9] NASA Small-Body Database Lookup: "38577 (1999 XZ10)", https://ssd.jpl.

nasa.gov/tools/sbdb_lookup.html#/?sstr=38577%201999%20XZ10

[2] [4]

[6]

[8]

[9]

Journal für Astronomie Nr. 97 | 79

Kometen

[10] NASA Small-Body Database Lookup: "26994 (1997 XU1)", https://ssd.jpl.nasa. [10]

[11]

gov/tools/sbdb_lookup.html#/?sstr=26994%201997%20XU1&view=OPD

[11] S. Fritsche, 2025: "29P/Schwassmann-Wachmann", VdS-Fachgruppe

Kometen, Bilddatenbank, https://fg-kometen.vdsastro.de/pix/test/bild.

php?nr=39167

[12]

[13]

[12] Wikipedia: "29P/Schwassmann-Wachmann 1", https://de.wikipedia.org/

wiki/29P/Schwassmann-Wachmann_1

[13] Wikipedia: "1370 Hella", https://en.wikipedia.org/wiki/1370_Hella

[14] Wikipedia: "(5232) Jordaens", https://de.wikipedia.org/wiki/(5232)_Jordaens [14]

[15]

[15] J.-M. Will, 2025: "Kleinplanet (18) Melpomene bei NGC 4334", flickr,

www.flickr.com/photos/39433492@N00/54421586617/

[16] Wikipedia: "NGC 4365", https://de.wikipedia.org/wiki/NGC_4365

[17] Wikipedia: "NGC 4334", https://de.wikipedia.org/wiki/NGC_4334 [18] Wikipedia: "(18) Melpomene", https://de.wikipedia.org/wiki/(18)_Melpomene [16] [17]

[19] K. Hohmann, 2024: "Astrofotografie: Kosmische Begegnungen", http://

astrofotografie.hohmann-edv.de/aufnahmen/kosmische.begegnungen.php

[20] K. Waldhör: "Suche nach Kometen, Kleinplaneten und NEOS für ein Datum",

www.waldhor.com/astronomie/ephemworker/jplabfragesmallobjects.html

[18]

[19]

[20]

Bedeutende Kometen des 3. Quartals 2025
von Uwe Pilz

Nach einer langen Kometenflaute zeigte sich Mitte August C/2025 K1 (ATLAS) am Himmel und wurde langsam heller (Abb. 1). Die Magnitude stieg bis Mitte September auf 11 mag. Es war bis Ende des Quartals nicht sicher, ob dieser Komet das Perihel im Oktober überleben würde.

Anfang Juli wurde die Entdeckung des dritten interstellaren Objektes bestätigt, des Kometen 3I/ATLAS. Kurz darauf wurde er von unserer Fachgruppe beobachtet, nur 18 mag ,,hell" (Abb. 2). Die Exzentrizität liegt über 6, das bedeutet, dass der Komet sehr große Überschussenergie trägt: Die Bahn ist stark hyperbolisch.

C/2025 R2 (SWAN) war bei seiner Entdeckung am 11. September bereits ein Fernglaskomet: 7 mag! Die Ursache für das späte Auffinden lag in der Bahn, der Komet kam aus Richtung Sonne und wurde von den

1 C/2025 K1 (ATLAS) am 30.08.2025, 02:35 Uhr UT, Öffnung 5 Zoll,
Belichtungszeit 18 min. (Bild: Kamila Cymorek)

80 | Journal für Astronomie Nr. 97

Kometen

2 3I/ATLAS am 02.07.2025, 22:10 Uhr UT, Öffnung 16 Zoll,
Belichtungszeit 30 min. (Bild Roland Fichtl)

Suchprogrammen nicht gefunden. Entdeckt wurde er schließlich auf Bildern eines weltraumgestützten Sonnenteleskops. Im deutschen Sprachraum war er im 3. Quartal noch nicht sichtbar, aber von Namibia aus (Abb. 3) bereits 2 Tage nach der Entdeckung. Der Komet ist dynamisch alt mit einer Umlaufzeit von 680 Jahren.
C/2025 A6 (Lemmon) umrundet ebenfalls die Sonne nicht zum ersten Mal, er ist alle 1320 Jahre ein Gast im inneren Sonnensystem. Im August erschien er für uns am Morgenhimmel und wurde auf den Teleskoptreffen im September viel beobachtet. Da Erd- und Sonnennähe fast auf denselben Zeitpunkt fielen, stieg die Helligkeit rasch an und erreichte zum Ende des Quartals 7 mag (Abb. 4).

3 C/2025 R2 (SWAN) am 13.09.2025, 17:38 Uhr UT,
Öffnung 12 Zoll, Belichtungszeit 28 min. (Bild: Gerald Rhemann, Michael Jäger)

4 C/2025 A6 (Lemmon)
am 29.09.2025, 03:28 Uhr UT, Öffnung 11 Zoll, Belichtungszeit 22 min. (Bild: Steffen Fritsche)
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Mond
Totale Mondfinsternis am 7. September 2025
zusammengestellt von Sven Melchert Diese Mondfinsternis war eine Herausforderung und bot gleichzeitig die Gelegenheit, den verfinsterten Mond zusammen mit einem schönen irdischen Vordergrund aufzunehmen. Am Ort bei 50 Grad nördl. Breite und 10 Grad östl. Länge ging der Mond bereits total verfinstert auf und stand zur Mitte der Finsternis nur 3 Grad über dem Horizont - die Sonne zu dieser Zeit nur 4 Grad darunter. Es war also noch helle Dämmerung und der verfinsterte Mond kaum zu erkennen. Bis zum Ende der Totalität um 20:53 Uhr MESZ betrug die Mondhöhe 9 Grad und die Sonnentiefe 10 Grad . Einige der Aufnahmen zeigen den Mond daher am Ende der totalen Phase, als sein südöstlicher Teil bereits deutlich heller wurde. Die Bilder folgen der zeitlichen Abfolge dieses Finsternisabends.
1 Überall, wo der horizontna-
he Mond sich gegen die Wolken durchsetzen konnte, bildeten sich kleinere und auch größere Beobachtergruppen. Aufnahme von Uwe Pelzl, ca. um 20:45 Uhr, 35-mm-Objektiv f/1,8, 10 s belichtet bei ISO 100.

82 | Journal für Astronomie Nr. 97

2 Sabine Mauerer erwischte den
total verfinsterten Mond noch in der Abenddämmerung. Kamera: Olympus OM-1 mit Zuiko-Objektiv 40-150 mm.

3 Auf einem Bahnübergang in Stuttgart hatten
sich einige Fotografen versammelt, um den total verfinsterten Mond während des Aufgangs neben der Grabkapelle auf dem Württemberg aufzunehmen. Canon EOS R7, Canon EF 300 mm, ISO 3200, 0,25 s. Bild: Sven Melchert.
4 In Schwülper hatte der verfinsterte Mond alle
Schwierigkeiten, sich gegen den Dunst durchzusetzen. Erst um 20:40 MESZ, also 13 Minuten vor dem Ende der Totalität, gelang diese Aufnahme. Man sieht an der Aufhellung unten links schon das baldige Ende. Hofheim-Newton 200 mm / 800 mm, ZWO ASI533 MC, 40 Belichtungen zu je 1 s. Bild: Jürgen Burghard.
5 Der total verfinsterte Mond, aufgenommen mit
einer Canon EOS 250D an einem Skywatcher-EDRefraktor 80 mm / 600 mm, ISO 6400, 0,3 s. Bild: Stefan Schnelle.
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Mond
6 An der Volkssternwarte Riesa
beobachteten Mitglieder und Gäste die Mondfinsternis. Beim Blick durch das Teleskop waren neben dem verfinsterten Mond auch Sterne zu sehen. Aufnahme mit Samsung Galaxy 24 Ultra, ISO 3200, 0,5 s. Bild: Stefan Schwager.
7 Mondfinsternis über dem Bruchsee in Heppenheim.
Handyaufnahme von Jens Rothermel eine Minute nach Ende der Totalität mit Spiegelung im See.
8 Die totale Mondfinsternis war auch in Berlin
sehr gut zu beobachten. Aufnahme von Rainer Schendel mit Kamera Kodak Pix Pro AZ 401, ISO 800, 2 s.
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1 0 Aufnahme in der Eifel in
der Nähe der Hohen Acht, belichtet 1,6 s durch ein 400-mmTeleobjektiv bei Blende 7,1 mit einer Canon EOS R6 Mark II bei ISO 1000. Bild: Stefan Binnewies.
1 1 Oliver Schneider war zum
Zeitpunkt der MoFi im Urlaub und konnte bei sehr klarem Himmel das Naturschauspiel aus dem Strandkorb heraus bewundern und fotografieren. Die Übersicht zeigt die Seebrücke von Grömitz. Canon EOS 6D mit Tamron 70-300 mm bei 109 mm, ISO 1600, 0,2 s.

Mond
9 Mondfinsternis um 21 Uhr, aufgenommen
mit Nikon P520, 42-fach Zoom, 0,25 s. Bild: Kurt Hopf.
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Mond
1 2 Zur MoFi hatten wir in Bremerhaven leider mit vielen Zirren und Dunst zu kämpfen, aber ab etwa 5 Grad Höhe
war der Mond immerhin durchs Teleskop und kurz darauf auch visuell zu sehen. Das Bild ist ein HDR aus einer Belichtungsreihe mit fünf Aufnahmen. Canon EOS R6 MkII und 8-Zoll-Newton mit f = 800 mm. Bild: Maciej Libert.
1 3 Das Bild zeigt das Ende der Totalität bis zum Austritt aus dem Kernschatten.
Kamera: Olympus OM-1 mit 840 mm Brennweite. Bild: Peter Riewaldt.
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Mond

1 4 Von der Sternwarte Fürth / Odenwald aus konnte die totale Mondfinsternis bei wolkenlosem Himmel von Mondaufgang
bei Mitte der Totalität bis Ende beobachtet werden. Die Farbe des Kernschattens erschien kupferrot. Aufnahmeserie von Peter Stolzen mit einem 600-mm-Teleobjektiv. An der Sternwarte von Felix Wenz waren 10 Teleskope für die zahlreichen Beobachter aus dem Ort und der Umgebung aufgebaut worden.
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Mond

Zur Mondfinsternis vom 07.09.2025
- eine kleine Geschichte
von Mario Koch

Einmal im Monat biete ich bei uns in Ilmenau/Thüringen eine öffentliche Beobachtung des Sternenhimmels an. Diese Veranstaltung findet im Rahmen einer christlichen Pfadfinderarbeit statt, aber es können immer auch Interessierte dazukommen, da die Beobachtung an einem öffentlichen Platz stattfindet.

Der Auftakt der Beobachtungssaison nach der Sommerpause war natürlich gleich die totale Mondfinsternis! Ich hatte mein Großfernglas Brightsky 30 x 100 der Marke Omegon aufgebaut, aber auch wieder ermutigt, eigene Geräte mitzubringen. Für das Kind, das den beim Aufgang schon total verfinsterten Mond zuerst sah, gab es als Preis eine SoFi-Brille als Geschenk (man denke nur an die totale Sonnenfinsternis im kommenden August).
Mittlerweile hatten sich ca. 25 Leute eingefunden, darunter etwa acht Kinder. Dass mein Astrofeldstecher ständig belagert war, hatte ich mir schon gedacht, nur nicht aus welchem Grund: Jemand hat herausgefunden, dass man durch das Okular mit dem Smartphone recht ordentliche Fotos ma-

1 Ein kleiner Meteor saust vor dem verfinsterten Mond vorbei. Aufnahme mit einem
Smartphone an einem Feldstecher 30 x 100 während einer öffentlichen Beobachtung. Ort: Ilmenau/Thüringen. Bild: Vanessa Brasil, Brasilien

chen konnte. Das wurde auch rege genutzt, so dass ich selbst kaum mal hindurchsehen konnte. Plötzlich waren alle am Gerät in heller Aufregung. Wie sich herausstellte, drückte gerade in dem Moment jemand auf den Auslöser, als ein Meteor vor dem verfinsterten Mond vorbeizog. Das Foto machte dann schnell die Runde, da es jeder haben wollte.

Die Fotografin, Vanessa Brasil aus Brasilien, konnte selbst kaum glauben, was sie da fotografiert hatte. Ich bot ihr an, das Foto an die VdS-Fachgruppe Astrofotografie zu schicken, was hiermit auch geschehen ist. Als dann der Mond langsam aus dem Kernschatten herauswanderte und die Familien mit Schulkindern sich verabschiedeten, ging jeder mit der Überzeugung nach Hause, einen wirklich einzigartigen Abend erlebt zu haben.

Sechste European Conference on Amateur Radio Astronomy - EUCARA 2025 in Oxfordshire, UK
von Hermann Fenger-Vegeler

Zum ersten Mal in Großbritannien wurde die EUCARA 2025 von der BAA-RA (British Astronomical Association - Section Radio Astronomy) veranstaltet [1, 2].
Die Konferenz fand vom 05. bis 07. September 2025 im RAL-Center auf dem Harwell Campus nahe Oxford statt. RAL, das Rutherford Appleton Laboratory, umfasst verschiedene Forschungs- und Entwicklungsbereiche. Zu Gast waren wir bei RAL

Space, wo unter anderem Komponenten für zahlreiche Raumfahrtmissionen entwickelt und getestet werden [3].
Die Veranstaltung war mit 78 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus acht Nationen sehr gut besucht. Zwischenzeitlich - auch dank der Anwesenheit der Hauptrednerin Jocelyn Bell Burnell [4] - waren es sogar noch deutlich mehr.

Jocelyn Bell Burnell, die 1967 den ersten Pulsar entdeckte, ist auch im hohen Alter noch sehr aktiv und engagiert sich energisch für die Rechte und Förderung von Frauen in der Wissenschaft. In ihrem Vortrag über die Entdeckungsgeschichte der Pulsare gab sie zudem wertvolle Tipps für beruflich ausgegrenzte Personen im Wissenschaftsbetrieb. Besonders wichtig sei es, das Imposter-Syndrom zu erkennen und zu kontrollieren, das sich in solchen Situatio-

88 | Journal für Astronomie Nr. 97

Radioastronomie

nen häufig einstellt - und trotz aller Widerstände mit umso größerer Entschlossenheit die eigene Arbeit fortzusetzen.
Als besonderes Zeichen spendete sie 3 Millionen Dollar an eine Stiftung, die sich der Förderung von Frauen in der Physik widmet. Dieses Geld stammte aus dem Preisgeld des Special Breakthrough Prize in Fundamental Physics 2018, den Jocelyn Bell Burnell für ihre herausragenden Leistungen in der Physik erhalten hatte.
Es gab viele weitere Highlights während des Treffens. 16 Vorträge aus unterschiedlichen Bereichen der Radioastronomie boten einen nahezu umfassenden Überblick darüber, was im Amateurbereich - und darüber hinaus - alles möglich ist: von der Geschichte der Radioastronomie und der Entwicklung des Radars über Beobachtungen und Auswertungen zu Meteor-Scatter, Pulsaren, Wasserstoff und Wasser-Masern bis hin zu Beiträgen zum Square Kilometre Array, zu Space-Weather-Monitoring sowie zu Radarbeobachtungen des Mondes und der Venus.
Gerade die Erde-Mond-Erde- und ErdeVenus-Erde-Experimente sind hervorragende Beispiele für internationale Zusammenarbeit von Amateurastronomen. Sie wurden von CAMRAS aus den Niederlanden und dem Astropeiler Stockert e.V. in Bad Münstereifel durchgeführt. Auch ein umfangreiches Softwarepaket zur Berechnung aktueller Parameter für Pulsare wurde vorgestellt.

1 EUCARA 2025 - Gruppenbild mit Jocelyn Bell Burnell vor dem RAL-Besucherzentrum.
(Mit freundlicher Genehmigung: BAA-RA, Bild: EUCARA25 delegates)

Von deutscher Seite gab es Beiträge von Wolfgang Herrmann (Astropeiler Stockert e.V.) über Wasser-Maser-Beobachtungen bei 22 GHz und von Hermann Fenger-Vegeler (VdS e.V.), der über seine Langzeitbeobachtungen des Pulsars B0329+54 berichtete. Es war eine sehr informative und intensive Zeit - wenn man bedenkt, dass all dies in nur anderthalb Tagen stattfand und zusätzlich durch Führungen, Poster, viele fachliche und persönliche Gespräche sowie ein Conference Dinner abgerundet wurde.

Fazit: Ein fantastisches Wochenende in einem hervorragenden Umfeld - perfekt organisiert. Herzlichen Dank an das RAL, die BAA-RA, an Paul Hearn, Andrew Thomas und das gesamte EUCARA-Team.
Fast alle Präsentationen wurden auf der EUCARA-Website veröffentlicht. Zusätzlich plant die BAA-RA, alle Beiträge auf ihrem YouTube-Kanal einzuspielen, aber auch so lohnt sich hier immer ein Besuch [6].

Bereits am Freitagnachmittag gab es mit einer Begrüßung durch Paul Hearn, den Direktor der BAA-RA, ersten Führungen und vielen Gesprächen eine inoffizielle Eröffnung der Konferenz.

Gemäß dem 2-jährigen Turnus findet die nächste EUCARA im Jahr 2027 statt, dann bei den Freunden der CAMRAS in Dwingeloo, Niederlande [5].

Internethinweise (Stand 07.12.2025):

[1] EUCARA 2025, https://eucara.org

[2] British Astronomical Association - Radio

Astronomy - BAA-RA, https://britastro.org/

sections/radio-astronomy

[1]

[2]

[3] Rutherford Appleton Laboratory -RAL-

Space, www.ralspace.stfc.ac.uk/Pages/

home.aspx

[4] Wikipedia: ,,Jocelyn Bell Burnell", https://

[3]

[4]

de.wikipedia.org/wiki/Jocelyn_Bell_Burnell

[5] Stiftung C. A. Muller Radio Astronomy

Station - CAMRAS, www.camras.nl

[6] BAA-RA auf YouTube, www.youtube.com/ [5] [6] playlist?list=PLzBTybazXT43aO-L06ACQ

qeNo9etLMuBD

Journal für Astronomie Nr. 97 | 89

Remote-Sternwarten

Die Galaxie NGC 7331 mit der Supernova SN2025rbs
von Kai-Oliver Detken

Die Entdeckung der Supernova SN2025rbs in der Galaxie NGC 7331 erfolgte am 14. Juli 2025 durch den Gravitational-wave Optical Transient Observer (GOTO), ein internationales Netzwerk von robotischen optischen Teleskopen mit großem Sichtfeld (40-cm-Astrografen mit f/2,7), das ursprünglich für die Entdeckung der elek-

tromagnetischen Gegenstücke von Gravitationswellenereignissen wie Neutronensternverschmelzungen konzipiert wurde. Einen Tag später machte der SupernovaJäger Manfred Mrotzek [1] dies über die Mailingliste der VdS-Fachgruppe Astrofotografie bekannt [2]. Die Helligkeit war mit +17,1 mag noch recht schwach, sollte

Technische Informationen zum Bild:

Teleskop: Brennweite: Öffnungsverhältnis: Kamera: Gain: Montierung: Autoguiding: Reducer/Flattner: Filter: Belichtungszeit: Aufnahmesoftware: Software:
Datum: Operator:

TS-12-Zoll-Newton-Astrograf 1.391 mm 1/4,56 TS-Optics ToupTek Mono 2600MP G2 100 (High Conversion Gain - HCG) 10Micron GM3000 100-Sterne-Pointing-Modell ohne AG Komakorrektor 3 Zoll N-AGK3 Astronomik-Deep-Sky-RGB-Filter-Set 2 Zoll 12/12/12 (3 Stunden Gesamtbelichtung) N.I.N.A. Version 2.3 Astro Pixel Processor 2.0.0, Fitswork 4.47, PixInsight 1.8.9, BlurXTerminator 2.0.4, Photoshop CS6, NoiseXTerminator 2.3.3 30. Juli 2025 Kai-Oliver Detken

aber noch ansteigen. Außerdem war sie im hellen kernnahen Bereich entstanden, wodurch ihre Beobachtung oder Fotografie erschwert wurde. Nach der Bekanntgabe gab es in der Fachgruppe eine regelrechte Jagd auf die Supernova, da die Galaxie NGC 7331 im Sternbild Pegasus auch eine interessante Spiralgalaxie vom Hubble-Typ Sbc darstellt. Sie ist ungefähr 46 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt und besitzt einen Scheibendurchmesser von ca. 140.000 Lichtjahren. Sie ist scheinbar umringt von weiteren Galaxien (u. a. NGC 7335, NGC 7336, NGC 7337, NGC 7340). Diese liegen aber weit im Hintergrund in rund 300-390 Millionen Lichtjahren. Die Galaxie wurde im Jahr 1784 von Wilhelm Herschel entdeckt.
Ich wollte im Juli in Norddeutschland ebenfalls mein Glück versuchen, aber das Wetter spielte absolut nicht mit. Obwohl NGC 7331 eigentlich ein Nordobjekt ist, wurde daher alternativ geschaut, ob man die Galaxie auch mit der VdS-Remote-Sternwarte in Namibia erreichen könnte. Und in der Tat war das knapp über dem Horizont bei ca. 30 Grad möglich, weshalb am 30. Juli von

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Smart-Teleskope

3-6 Uhr morgens eine kleine Belichtungsreihe angestoßen werden konnte. Zum Zeitpunkt der Aufnahme betrug ihre Helligkeit bereits +11,9 mag [3]. Damit hatte sie ihr Maximum erreicht. Die Supernova SN2025rbs ist vom Typ Ia und damit eine thermonukleare Explosion eines weißen Zwergsterns in einem Doppelsternsystem. Dieser Mechanismus führt zu einer sehr konstanten Spitzenleuchtkraft (die Verzerrung findet immer um dieselbe Masse herum statt), was Supernovae vom Typ Ia zu wertvollen Standardkerzen in der Kosmologie macht. Das heißt, sie eignen sich hervorragend für eine genaue Entfernungsbestimmung. Die Abbildung zeigt einen Ausschnitt des Aufnahmefeldes und das Bildnegativ im Vergleich.

[1] Internethinweise (Stand 07.12.2025):

[1] M. Mrotzek: www.astro-photos.net

[2] IAU Supernova Working Group: ,,SN

2025rbs", www.wis-tns.org/object/

[2]

2025rbs

[3] Purdue University: ,,Latest Supernovae",

www.rochesterastronomy.org/

supernova.html

[3]

Neue Fachgruppe ,,Smart-Teleskope"
Der Himmel für alle - Smart-Teleskope öffnen neue Wege zur Astronomie

Smart-Teleskope erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, dies zeigt die steigende Anzahl der Berichte im VdS-Journal für Astronomie, die Diskussionen in den Astronomie-Foren und die stetig zunehmende Präsenz in den sozialen Medien.
Smart-Teleskope senken die Einstiegshürde massiv und genau das öffnet der Astronomie neue (und alte) Zielgruppen: Jugendliche, Familien, Lehrkräfte oder einfach neugierige Beobachter, die bislang den technischen Aufwand gescheut haben. Smart-Teleskope ziehen zunehmend auch in Schulen und Bildungseinrichtungen ein. Es ist nun erstmals auch technisch weniger versierten Menschen möglich, mit einem Smart-Teleskop innerhalb kurzer Zeit zu ansehnlichen Ergebnissen zu kommen (Abb. 4). So profitiert die Hobby-Astronomie insgesamt von dieser Entwicklung!

1 Das Logo der VdS-Fachgruppe
Smart-Teleskope

Inzwischen haben die Geräte einen festen Platz in der Astro-Szene, mit stark ansteigender Nutzerzahl. Nicht wenige Amateurastronomen schaffen sich eines (oder

mehrere) dieser kleinen Geräte zusätzlich zu ihrem klassischen Equipment an. Und vor allem Neueinsteigern wird durch die niedrige Einstiegshürde und den attraktiven Einstiegspreis die Faszination Astrofotografie nähergebracht (Abb. 3).

Auch beim VdS-Zukunftsworkshop, der im Vorfeld zur 37. VdS-Tagung und Mitgliederversammlung Ende Oktober 2025 in Hofheim am Taunus stattfand (Abb. 2, [1]), wurde die Wichtigkeit dieser neuen Gerätekategorie deutlich - von nahezu allen Protagonisten wurde die Bedeutung der Smart-Teleskope für die Amateur-Astronomie hervorgehoben.

2 FG-Leiter Mathias Scheurer beim Zukunftsworkshop der VdS am 24.10.2025
in Hofheim am Taunus (Bild: Thomas Grohmann - www.taunuslights.com)

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Smart-Teleskope

3 Zwei Smart-Teleskope bei der Arbeit
(Bild: Mathias Scheurer)
Internethinweise (Stand 12.12.2025): [1] M. Scheurer, 2025: Sternwarte Hof-
heim, ,,Bericht zum Zukunftsworkshop"
[1]
[2] Fachgruppe Smart-Teleskope, smartteleskope.sternfreunde.de [2]

Die VdS begleitet diese Entwicklung mit der Gründung der neuen Fachgruppe ,,Smart-Teleskope" (Abb. 1). Wichtige Vorarbeit hat hier die Fachgruppe ,,Amateurteleskope und Selbstbau" geleistet, aus der auch die im April 2025 gegründete SignalGruppe mit über 40 Mitgliedern (Tendenz steigend) hervorging.

Die Fachgruppe möchte vernetzen und die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Geräte aufzeigen.

Die Koordination hat der Unterzeichnende, Mitglied der Sternwarte Hofheim, übernommen. Er wird auch die zukünftige Fachgruppen-Website unter smartteleskope.sternfreunde.de [2] verantworten, die er zu einer zentralen Plattform zum Thema ausbauen möchte. Peter Riepe übernimmt weiterhin die redaktionelle Arbeit zu den Smart-Teleskopen, jetzt also auch für die Fachgruppe selbst.

Per E-Mail erreichbar ist die Fachgruppe unter fg-smartteleskope@sternfreunde.de. Seid dabei!
Euer Mathias Scheurer

4 Die HII-Region IC1396 im Sternbild Cepheus, als Beispiel dafür, was ein
Smart-Teleskop leisten kann. (Bild: Mathias Scheurer)

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Sternbedeckungen

Streifende Sternbedeckungen durch den Mond im II./III. Quartal 2026
von Eberhard Riedel

Da im II. Quartal dieses Jahres keine einfach zu beobachtende streifende Sternbedeckung durch den Mond stattfindet, soll an dieser Stelle bereits auf ein sehenswertes Ereignis am 6. Juli hingewiesen werden. Die Landkarte zeigt die Bewegung des Mondschattens bei diesem Ereignis quer über Deutschland, wobei die Linie die Projektion des mittleren Mondrandes während des Vorbeizuges am Stern beschreibt. Von jedem Punkt in der Nähe dieser Linie ist zum richtigen Zeitpunkt das oft mehrfache Verschwinden und Wiederauftauchen des Sterns zu verfolgen. Die Streifung ist bereits mit kleineren bis mittleren Fernrohren zu beobachten. Die nachfolgenden Erläuterungen und Grafiken verdeutlichen die genauen Umstände dieses Ereignisses.

können höhenkorrigierte Grenzlinien und Profilhöhen automatisch in eine Google Earth-Karte übertragen werden, mit der es dann einfach ist, die besten Beobachtungsstationen festzulegen.
Die Software (Windows) kann kostenlos unter www.grazprep.com heruntergeladen und installiert werden (Password: IOTA/ES). Zusätzlich benötigte Vorhersa-

gedateien sind dort ebenfalls herunterzuladen oder sind direkt vom Autor (e_riedel@ msn.com) oder über die IOTA/ES (www. iota-es.de) zu beziehen. Weiterführende Informationen, z. B. über die Meldung der Bedeckungszeiten, sind dort ebenfalls erhältlich. Die VdS-Fachgruppe Sternbedeckungen informiert ferner über Beobachtungs- und Aufzeichnungstechniken dieser eindrucksvollen Ereignisse.

Karte mit der Grenzlinie des Streifungsereignisses am 6. Juli 2026

Grundlage der hier veröffentlichten Profildaten sind Laser-Messungen des amerikanischen Lunar Reconaissance Orbiters, die in ein dichtes Netz von librationsabhängigen Profilwerten umgerechnet wurden.

Um streifende Sternbedeckungen erfolgreich beobachten zu können, werden eine ganze Reihe präziser Informationen benötigt. Die europäische Sektion der International Occultation Timing Association (IOTA/ES) stellt diese Daten zur Verfügung. Kernstück ist die Software ,GRAZPREP` des Autors, die sowohl eine komplette und stets aktualisierte Auflistung aller interessanten Ereignisse als auch für jedes Ereignis die genauen Koordinaten der Grenzlinien und viele weitere Informationen liefert. Darüber hinaus können von jedem Standort aus das Profil des Mondes und die zu erwartende Sternbahn grafisch in verschiedensten Vergrößerungen dargestellt werden, um so den besten Beobachtungsstandort auswählen zu können. Letzterer muss auch unter Berücksichtigung der Höhe optimiert werden, weil diese einen Einfluss auf den Blickwinkel zum Mond hat. Hierzu

Journal für Astronomie Nr. 97 | 93

Sternbedeckungen

Ereignis 1: 06.07.2026
Am frühen Morgen des 6. Juli zieht ab 03:30 Uhr MESZ der zu 68% beleuchtete zunehmende Mond mit seinem Nordrand am 6,4 mag hellen Stern 11 Piscium (SAO 146733) vorbei. Die Streifung findet am unbeleuchteten Mondrand in bequemem Abstand zum Terminator statt und ist daher ohne störende Lichteinflüsse der beleuchteten Mondareale einfach zu verfolgen. In Deutschland beginnt die Streifung in Marktoberdorf und läuft über Landsberg am Lech, Ingolstadt, Weiden in der Oberpfalz, Tischenreuth, Oederan, Großenhain und Beeskow bis westlich Frankfurt (Oder).
Die Abbildung 1a zeigt für die Länge 13 Grad Ost, dass die scheinbare Sternbahn (blauweiß gestrichelte Linie mit Minutenangaben) den mittleren Mondrand (weiß gepunktet) tangential berührt. Bei der Beobachtung von der Grenzlinie aus (hier berechnet für Meereshöhe) würde der Mondrand den Stern allerdings nur für knapp 4 Sekunden bedecken. Die roten Begrenzungslinien geben den durch die Mondparallaxe verursachten Versatz der scheinbaren Sternbahn an, wenn man sich 3.000 Meter beidseits von der Zentrallinie entfernt (jeweils senkrecht zum Verlauf der Zentrallinie gerechnet). Dadurch wird abschätzbar, wie weit man sich von der für den mittleren Mondrand gerechneten Linie entfernen muss, um mehrere Bedeckungen des Sterns sehen zu können. Da die Randstrukturen des Mondes hier in 6-facher Überhöhung dargestellt sind, verläuft die scheinbare Sternbahn gekrümmt.
Die Abbildung 1b zeigt die scheinbare Sternbahn für die gleiche geografische Länge, wie sie sich ergibt, wenn man von einer ca. 1.750 m südlich der für den mittleren Mondrand gerechneten Position aus beobachtet. Da diese geografische Position ca. 580 m über dem Meeresspiegel liegt, ist diese Höhe bei dieser Darstellung eingerechnet. Die Mondhöhen sind diesmal 12-fach überhöht dargestellt, wodurch die

1 a Die scheinbare Sternbahn von 11 Piscium (blauweiß gestrichelte Linie) bei
Beobachtung genau von der vorhergesagten Grenzlinie, mit 6-facher Mondhöhendehnung, rote Begrenzungslinien bei +/- 3000 Meter

1 b Die scheinbare Sternbahn von 11 Piscium, 12-fache Mondhöhendehnung,
rote Begrenzungslinien bei +/- 2000 Meter

vielen kleinen Hügel und Täler sichtbar werden, die zum häufigen Verschwinden und Wiedererscheinen des Sterns beitragen können. Bei der gewählten Position können zwischen 03:38:26 und 03:40:15 Uhr MESZ ca. 12 Kontakte des Mondrandes mit dem Stern beobachtet werden. Die ungefähren Kontaktzeiten sind in der kleinen Tabelle angegeben.
Die Sonne steht an dieser Position während der Bedeckung nur noch 10 Grad unter dem Horizont. Weiter östlich in Deutsch-

land wird die Beobachtung durch die größere Himmelshelligkeit erschwert. 11 Piscium ist nicht als Doppelstern bekannt. Jedoch sind bereits zahlreiche Doppelsternentdeckungen bei Sternbedeckungen durch den Mond gelungen.
Die Abbildung 2 zeigt das Mondrandprofil, wie es sich ein Stück östlich des Ortes Ehrenfriedersdorf in der dortigen Geländehöhe von ca. 580 m über eine Strecke von knapp 4 km auf die Erdoberfläche projiziert (Quelle der geogr. Oberfläche: Goo-

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Sternbedeckungen

gle Earth). Der Abstand zwischen den gelben Linien beträgt jeweils 50 m. Die Mondhöhen entsprechen dabei genau den realen Höhen auf dem Mond, die lediglich durch die Horizonthöhe des Mondes von 31 Grad verlängert dargestellt sind. Entlang der Richtung der Bewegung des Mondschattens ist das Profil zur besseren Darstellung gestaucht. An den Rändern ist die bei jeder Beobachtungsposition zu erwartende Anzahl der Kontakte vermerkt.

Diese Grafik macht es sehr einfach, den besten Beobachtungsstandort in der jeweiligen Region zu ermitteln (zur Software s. Text).

2 Darstellung des auf die Erdoberfläche projizierten Mondrandprofils,
Linienabstand 50 m. (Quelle der geogr. Oberfläche: Google Earth)

Die 20. BAV-Beobachtungs- und Urlaubswoche in Kirchheim
von Andre Wolfstein und Niels Hempel
Vom 16. bis zum 24. August 2025 fand auf der Volkssternwarte Kirchheim wieder die bekannte Beobachtungs- und Urlaubswoche der Bundesarbeitsgemeinschaft für Veränderliche Sterne e.V. (BAV) statt. Bei dieser Veranstaltung besteht traditionell (seit 2004) die Möglichkeit, die Beobachtung veränderlicher Sterne ,,von der Pike auf " zu erlernen und von den anwesenden gestandenen Veränderlichen-Beobachtern viele Tipps und Tricks zu erhalten. Außerdem sollten das gegenseitige Kennenlernen, kulturelle Erlebnisse und die Erholung nicht zu kurz kommen. Teilgenommen haben Gerd-Uwe Flechsig, Eyck Rudolph, Axel Thomas, Gerhard Bösch sowie Andre Wolfstein und Niels Hempel als die zwei Novizen aus Berlin.

Da wir aus der Astrofotografie kommen, haben wir gleich unsere eigene Ausrüstung mitgebracht: jeweils ein 8-Zoll-Newtonteleskop (f/5) auf einer entsprechend trag-

1 Der Wizard-Nebel (NGC 7380), aufgenommen am 19.08.2025 mit 3,5 Stunden
Belichtungszeit und Dualbandfilter für H und [O III]. (Bild: A. Wolfstein)

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Veränderliche

2 Lichtkurve des veränderlichen Sterns DY Peg vom 20.08.2025. (Bild: N. Hempel)
3 Lichtkurve des veränderlichen RR-Lyrae-Sterns DH Peg vom 18.08.2025.
(Bild: A. Wolfstein)
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fähigen Montierung (EQ6-R bzw. Ragdoll-20) und mit einem AutoguidingSystem für die Langzeitbelichtung. Als Hauptkameras kamen gekühlte CMOSFarbkameras zum Einsatz.
Das Wetter war überwiegend wolkenfrei und der Himmel sehr dunkel. Die aus Berlin bekannte Luftverschmutzung hielt sich hier in Grenzen. Entsprechend konnten wir fünf interessante und lange Nächte Photonen sammeln. Die reine Astrofotografie beschränkte sich für uns dabei auf eine Nacht. Hier waren der ,,Wizard-Nebel" (NGC 7380) angesagt sowie der ,,Fliegende Drache" (SH2-114). Da es sich um Emissionsnebel handelt, verwendeten wir zur Kontraststeigerung Duoschmalbandfilter. Wir konnten für diese farblich sehr ansprechenden Objekte immerhin knapp vier Stunden Belichtungszeit nutzen (Abb. 1).
Dann standen aber die veränderlichen Sterne im Fokus unserer Aktivität: Für die ersten schnellen Erfolgserlebnisse war die Beobachtung der kurzperiodischen Veränderlichen DY Peg und CY Aqr geeignet. ,,Die Maxima kann man hier gar nicht verpassen" - so hieß es bei den Empfehlungen der erfahrenen Teilnehmer.
Die Beobachtung von DH Peg mit einer Periodendauer von sechs Stunden brauchte hingegen mehr Planung. Hierzu gab es eine umfangreiche Einführung von Gerd-Uwe Flechsig in die Benutzung des BAV-Circulars, um die Ephemeriden korrekt zu bestimmen und
4 Lichtkurve des kurzperiodisch
veränderlichen Sterns CY Aqr (SXPhoenicis-Stern) vom 23.08.2025. (Bild: A. Wolfstein)

Veränderliche

um die richtige Auswahl eines Objekts zu treffen. Zur Umwandlung von Julianischen Tagesbruchteilen in die MEZ nutzten wir die entsprechende Tabelle am Anfang des BAV-Circulars. Außerdem waren zur genauen Positionsbestimmung beim automatisierten Anfahren unserer Zielobjekte und zur sicheren Identifizierung geeigneter Vergleichssterne die Aufsuchkarten der AAVSO sehr hilfreich. Auch hier erfolgte eine umfangreiche Einarbeitung in die Handhabung dieser Karten.

5 Lichtkurven (oben: unkorrigiert, unten: korrigiert) vom Exoplanetentransit vor TOI-2046
vom 18.08.2025. (Bild: N. Hempel)

Die Haupttätigkeit eines VeränderlichenBeobachters besteht jedoch in der Datenauswertung. Entsprechend wurden wir tiefgründig in die Nutzung von MuniWin, ASTAP, Peranso und Starcurve eingearbeitet. Gerd-Uwe Flechsig zeigte uns zusätzlich noch historische Methoden zur Bestimmung des Minimums und des Maximums via Millimeter-Papier.

tung eingereicht und mittlerweile auf der Homepage veröffentlicht. Auch die folgenden Lichtkurven von DH Peg (Abb. 3) und von CY Aqr (Abb. 4) werden zeitnah bei der BAV eingereicht.

Ebenso wagten wir uns an einen Exoplaneten: Für den 18.08.2025 sagte die ,,Exoplanet Transit Database" (ETD) für den Exoplaneten TOI-2046 b einen Transit mit einer Dauer von 145 min und einer Tiefe von

Um zu vermeiden, dass ein Stern in die Sättigung des Sensors einer Kamera kommt, sind genaue Belichtungszeiten sehr wichtig. Diese sind normalerweise - so Gerhard Bösch - durch Vorab-Aufnahmen mit unterschiedlich langen Belichtungszeiten und unmittelbarer Auswertung in ASTAP zu ermitteln. Als ,,Faustregel" belichteten wir jedoch bei einem Stern mit einer Helligkeit von 10 mag 30 Sekunden lang, bei einem Stern mit 11 mag 60 Sekunden lang und bei einem Stern mit 12 mag 120 Sekunden lang. Zudem legten wir großen Wert auf die Erstellung exakter Kalibrierbilder und machten entsprechende Darks, Flats und Bias-Bilder.
Mit dem Ergebnis der Fotometrierungen (siehe Abbildungen) waren wir schon sehr zufrieden. Die Maxima und die Minima konnten eindeutig bestimmt werden. Die erhaltene Lichtkurve von DY PEG (Abb. 2) wurde bereits bei der BAV zur Begutach-

6 Andre Wolfstein
bei der Sonnenbeobachtung. (Bild: J. Schulz)

Journal für Astronomie Nr. 97 | 97

Veränderliche

hann-Sebastian-Bach-Kirche" in Arnstadt und die Kulturstadt Weimar.

Auch dieses Mal ging die Beobachtungswoche viel zu schnell vorbei. Es war interessant, hat Spaß gemacht und wir haben viel gelernt.

7 Die Sonne als Startpunkt des ,,Planetenwegs" an der Sternwarte Kirchheim.
(Foto: A. Wolfstein)

0,016 mag vorher. Der Mutterstern wies eine Helligkeit von 11,55 mag auf. Der Transit sollte von 20:52 bis 23:16 Uhr UTC dauern. Obwohl wir noch nicht über die für die Beobachtung von Exoplanetentransits empfohlene Ausrüstung (insbesondere fehlte noch die 16-Bit-Monokamera) verfügen, wagten wir dennoch den Versuch. Nach der Aufnahmeserie extrahierten wir den Grünkanal in MuniWin und erhielten die Lichtkurve von Abbildung 5.

Lichtgeschwindigkeit durch unser Sonnensystem angetreten und sind hierbei bis Uranus gekommen. Neben den kulinarischen Besuchen im legendären Restaurant ,,Bombay" in Erfurt, in der ,,Krone" in Eischleben und im ,,Osteria Bella Ciao" in Arnstadt erkundeten wir die historisch wertvolle ,,Jo-

Ganz herzlich möchten wir uns bei allen Beteiligten bedanken, die die Beobachtungswoche 2025 ermöglicht haben. Ein ganz besonderer Dank gilt der Sternwarte Kirchheim (Dr. Schulz) für die sehr herzliche Aufnahme. Und überhaupt für die engagierte Aufrechterhaltung des technisch anspruchsvollen Equipments der Sternwarte.
Auch 2026 ist wieder eine BAV-Beobachtungs- und Urlaubswoche geplant. Wir freuen uns schon sehr darauf!

Trotz der noch starken Schwankungen der Einzelwerte waren wir sehr überrascht, was in der Amateurastronomie heute schon alles möglich ist. Wir sind auf jeden Fall schon gespannt auf die neuen Termine für die AAVSO-Kurse zur Einführung in die Exoplanetenbeobachtung in 2026. Wir werden definitiv dabei sein!

Über die Beobachtung der Veränderlichen hinaus sei hier noch die Sonnenbeobachtung mit dem Refraktor in der Kuppel der Sternwarte erwähnt. Die Protuberanzen im H-Licht waren wirklich eindrucksvoll.
Neben den umfangreichen fachlichen Möglichkeiten nutzten wir auch die Gelegenheit, die wunderschöne Thüringer Umgebung zu erkunden: Wir haben auf dem ,,Planetenweg" die Reise mit 5-facher

8 Besuch der
,,Johann-SebastianBach-Kirche" in Arnstadt. (Bild: A. Wolfstein)

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Veränderliche

ASASSN-24fw - Verfinsterung eines Sterns
von Klaus Wenzel, Franz-Josef Hambsch und Mario Ennes

Am 30.09.2024 erschien im BAV-Forum ein Hinweis von Wolfgang Kriebel über die plötzliche, unerwartete Verfinsterung eines Hauptreihensterns. Dies machte neugierig, was war geschehen?
Das automatische Überwachungssystem ,,All Sky Automated Survey for Supernovae" (ASASSN) entdeckte zwischen dem 16.09.2024 und dem 24.09.2024 den plötzlichen Helligkeitseinbruch eines Hauptreihensterns von 13 auf etwa 15 mag [1]. Anfang Oktober 2024 unterschritt der Stern bereits die 16. Größe. Daraufhin begannen die BAV-Beobachter Josch Hambsch und Klaus Wenzel unabhängig voneinander mit der Überwachung des Sterns.
ASASSN-24fw (GSC 00174-1797, Pos.: Rektasz. 07h 05m 18,96s, Dekl. +06 Grad 12' 19,1'', 2000.0) hat eine Oberflächentemperatur von etwa 6.600 K und befindet sich in einer Entfernung von 1 kpc ( 3.200 Lj). Die VHelligkeit beträgt normalerweise 12,9 mag [1].

stand noch die Auswertung des Sonneberger Plattenarchivs aus, die freundlicherweise Mario Ennes übernommen hat.
ASASSN-24fw auf Sonneberger Platten (Ennes) Nach der Veröffentlichung der Veränderlichkeit von ASASSN-24fw wurde von mehreren BAV-Mitgliedern die Anfrage zwecks Durchsicht des dortigen Plattenarchivs an Sonneberg gestellt. Durch E. Splittgerber wurden Anfang Oktober 2024 sowohl das Feld als auch die infrage kommenden Ablageorte der gescannten Daten ermittelt, später dann zusätzlich eine Umgebungskarte, basierend auf dem Sonneberger Himmelsatlas, zur Verfügung gestellt. Nach der Ankündigung aus Sonneberg Anfang November 2024, das Archiv bzgl. 24fw zu prüfen, kam sehr bald die Erkenntnis: Das Objekt liegt an der Detektionsgrenze der Sonne-

berger Himmelsüberwachung. Damit ruhte die weitergehende Auswertung der Scans zunächst.
Erst Ende März 2025 wurde das ATel 16919 vom 24.11.2024 mit vorläufigen Elementen zu 24fw durch den Autor registriert. Etwa zeitgleich beobachteten mehrere BAV-Mitglieder den Wiederanstieg der Helligkeit. Das ATel, die Beobachtungen der Kollegen und nicht zuletzt die für Mai in Sonneberg geplante BAV-Tagung führte dann zur Entscheidung, sich detailliert mit 24fw auf den Sonneberger Platten zu beschäftigen.
Eine erste Sichtung mehrerer Scans repräsentativer Aufnahmen der Sonneberger Himmelsüberwachung zeigte folgende Herausforderungen auf: Der Abbildungsmaßstab ist im Vergleich zu den Heidelberger Platten, die mit dem

In einem weiteren ,,Astronomer`s Telegram" (ATel) berichteten Denis Denisenko und Kollegen von Nachforschungen im Harvard-Archiv [2]. Sie entdeckten dort zwei weitere historische Verfinsterungen dieses Sterns in den Jahren 1937 und 1981. Demnach handelt es sich hier wohl offensichtlich um einen langperiodischen Bedeckungsveränderlichen mit einer Periode von 43,8 Jahren. Die Verfinsterungsdauer beträgt etwa 8 Monate. Aufgrund dieser Daten sollte er bei der aktuellen Verfinsterung bis Ende Mai 2025 wieder zur Normalhelligkeit zurückgekehrt sein.

Bei Recherchen im Heidelberger Plattenarchiv konnten 18 Aufnahmen dieser Himmelsregion zwischen 1902 und 1936 aufgefunden werden, die alle logischerweise ASASSN-24fw im Normallicht zeigen. Jetzt

1 ASASSN-24fw im Normallicht am 02.09.2025, Aufnahme: PIRATE-Teleskop (Teneriffa),
Bildfeld 10' x 15' (Bild: K. Wenzel)

Journal für Astronomie Nr. 97 | 99

Veränderliche

100 | Journal für Astronomie Nr. 97

2 ASASSN-24fw
auf einer Aufnahme mit dem Heidelberger Bruce-Teleskop (B4450b) vom 15.01.1921 (Bild: Karl Reinmuth, mit freundl. Genehmigung)
3 24fw, Tessar,
Beispiel einer Plattenaufnahme (Bild: Sonneberg, mit freundl. Genehmigung)

400-mm-Bruce-Astrografen (f = 2.000 mm) gewonnen wurden, bei den in Sonneberg überwiegend verwendeten Tessaren (55 mm / 250 mm) ca. um den Faktor 8 schlechter. 1 mm auf der Platte entsprechen in Heidelberg 1,8 Bogenminuten, während es bei Sonneberg 13,8 Bogenminuten sind (Abb. 2 und 3). Die Trennung von benachbarten Sternen vergleichbarer Helligkeit ist damit deutlich erschwert.
Die Grenzhelligkeit bei den durchgesehenen Scans liegen im günstigsten Fall bei ca. 14. Größe (pg). 24fw mit einer Gaia-BPHelligkeit (BP = blaue Fotometer-Helligkeit) von 13,1 mag liegt damit knapp über der Detektionsgrenze. Anders als bei digitalen Sensoren, gibt es bei den Plattenaufnahmen keine ,,Konstanz" der Grenzhelligkeit. Die verwendete Emulsion, der zusätzliche Filter, die Entwicklungschemikalien und nicht zuletzt der Entwicklungsprozess haben entscheidenden Einfluss auf die Helligkeit der schwächsten abgebildeten Sterne.
Aus diesen Gründen ist auch der resultierende Kontrast bei den entwickelten Platten sehr unterschiedlich. Zur Vorbereitung der Auswahl der zu verwendenden Plattenscans wurden anhand der Beobachtungsbücher und Scanprotokolle in den dazugehörigen Datenbanken Statistiken zu den Platten bzw. deren Scans ermittelt.

4 Umgebung von
ASASSN-24fw zur Grenzgrößenbestimmung (Bild: Sonneberg, mit freundl. Genehmigung)

Für das Feld ,,07000+0000" sind insgesamt 1.206 Platten aufgeführt. Die Aufnahmen wurden mit 10 verschieden Optiken ausgeführt. Dabei entfallen 1.127 auf 7 Tessare und 79 Aufnahmen auf 3 andere ObjektivTypen. Die spektralen Empfindlichkeiten der Aufnahmen verteilen sich wie folgt: 854 Aufnahmen im blauen (,,photographisch" - pg), 335 Aufnahmen im gelb/ grünen (,,photovisuell" - pv) und 14 Aufnahmen im roten Spektralbereich (panchromatisch - p). Um die unterschiedli-

Veränderliche

chen Farbbereiche mit den verschiedenen Emulsionen abdecken zu können, wurden z. T. zusätzliche Filter eingesetzt. Insgesamt sind 131 verschiedene Emulsionen-Filterkombinationen in Gebrauch gewesen. Die nicht einheitliche Definition der Schlüssel in den beiden Datenbanken erschwerte die Auswertung erheblich und ist einer der Ansatzpunkte für deren Überarbeitung.

Die erste Durchsicht von exemplarischen Scans aus beiden Empfindlichkeitsbereichen ergab eine etwas schwächere Grenzhelligkeit der pv-Platten. Auch wegen der insgesamt fast 3-fachen Anzahl an pg-Platten und der damit verbundenen größeren zeitlichen Überdeckung wurde entschieden, zunächst die blauempfindlichen Platten auszuwerten. Um das oben beschriebene Kontrastproblem etwas abzumildern und vergleichbare Bilddaten zu haben, wurden mit der Freeware ,,RawTherapee" zunächst bei jedem Scan die Belichtung und die Helllichtkompression angepasst. Als Ergebnis dieser beiden Abgleiche entstanden ca. 750 ,,standardisierte" Bilder zur manuellen Durchsicht.

5 Sichtbarkeit von 24fw auf Sonneberger Platten über 50 Jahre (Bild: Mario Ennes)

Zur Vorbereitung der Ermittlung der Grenzhelligkeit jedes einzelnen Bildes wurde die Helligkeit für ausgewählte Umgebungssterne von 24fw in einem Referenzbild festgehalten (Abb. 4). Anhand dieses Bildes wurden für jeden standardisierten Scan die Sichtbarkeit von 24fw (sichtbar ja/ nein 1/0) und die Grenzhelligkeit in einer Tabelle erfasst.
Zur Auswertung wurde zum einen der zeitliche Verlauf der Sichtbarkeit von 24fw auf den Sonneberger pg-Aufnahmen grafisch dargestellt. In der Abbildung 5 sind die Einzelwerte entgegen der üblichen Praxis miteinander verbunden, um besser längere On- oder Off-Perioden erkennen zu können. Da längere Off-Perioden, also Zeit-

6 Helligkeitsabstand zw. Sonneberger Plattengrenze und 24fw im Maximum
(Bild: Mario Ennes)

abschnitte, in denen 24fw nicht auf den Aufnahmen zu erkennen ist, von Interesse waren, wurden die beiden längsten ,,Unsichtbarkeitsabschnitte" in der Grafik markiert. Vom gesamten auswertbaren Zeitraum von fast genau 40 Jahren (01.03.1957 bis 02.04.1997) sind zwei längere Off-Perioden zu erkennen: eine Lücke von 677 Tagen (04/1980 bis 02/1982) und eine von 366 Tagen (03/1988 bis 03/1989).

In die erste Lücke fällt auch die in ATel 16919 berechnete Verfinsterung der Epoche 1 (E1 = 2444699, 04.04.1981). Heißt das, dass durch das Sonneberger Plattenarchiv zumindest diese Verfinsterung bestätigt werden kann?
Um das zu beantworten, muss gleichzeitig das Verhalten der Plattengrenzgrößen im zeitlichen Verlauf betrachtet werden. In

Journal für Astronomie Nr. 97 | 101

Veränderliche

7 CCD-Aufnahmen mit 8,3-Zoll-Newton, f/3,9, links: 01.02.2025, CV-Helligkeit 17,2 mag; rechts: 31.08.2025, CV-Helligkeit 13,1 mag
(Bild: K. Wenzel)

der Abbildung 6 wurden mit analoger Zeitachse wie in der Abbildung 5 der Abstand von 24fw im Maximum (13,5 mag) zu der jeweils vorliegenden Plattengrenzhelligkeit untersucht. Größer als 0 bedeutet dabei, dass 24fw auf diesen Platten im Maximum zu sehen gewesen wäre, bei Werten kleiner als 0 dagegen nicht. Zur besseren Vergleichbarkeit beider Grafiken sind hier ebenfalls die Off-Perioden aus der Abbildung 5 eingezeichnet. Deutlich wird hier, dass auf keiner der Platten in den markierten Zeitabschnitten die Grenzgröße bei 13,5 mag oder besser lag und damit 24fw auch im Maximum auf diesen Platten somit nicht detektierbar war. Damit kann das Verschwinden von 24fw durch das Sonneberger Archiv nicht bestätigt werden, weil die Grenzhelligkeit in diesem Zeitraum über der von 24fw lag.

8 Lichtkurve (CV) des beschriebenen Minimums von ASASSN-24fw nach
Beobachtungen in der Dachsternwarte Wenigumstadt, ergänzt durch einige Remote-Aufnahmen auf Teneriffa (Bild: K. Wenzel)

Wie soll es weiter gehen? Um die subjektive Bewertung der Sichtbarkeit von 24fw und den genauen Wert der jeweiligen Grenzhelligkeit der einzelnen Platten bestimmen zu können, soll PSF-Fotometrie eingesetzt werden. ,,Point Spread Function"-Fotometrie ist eine spezielle Technik, bei der die Form eines einzelnen Lichtpunkts (PSF) analysiert wird, um die Helligkeit von Objekten präzise zu messen, besonders wenn sie unscharf oder überlagert sind.

9 Gesamtlichtkurve (CV), nachdem ASASSN-24fw wieder zu seiner Normalhelligkeit
zurückgekehrt ist, Sept. 2024 bis Sept. 2025 (Bild: K. Wenzel)

Dabei ist angedacht, sowohl Objekterkennung als auch die Fotometrie der gefundenen Objekte durchzuführen. Damit sollen beide Auswertungen objektiviert werden. Sollten durch den PSF-Fotometrie-Ansatz auch Werte in den beiden ,,Lücken" zu

24fw erhalten werden, könnte über die Erstellung einer Licht- und evtl. einer Phasenkurve von 24fw nachgedacht werden. Als zusätzliche Datenquelle könnten hier auch die bisher nicht verwendeten pv-Platten genutzt werden.

102 | Journal für Astronomie Nr. 97

Veränderliche

1 0 Lichtkurve
von ASASSN24fw in den drei fotometrischen Bändern V, R und I, aufgenommen in meiner RemoteSternwarte ROAD in Chile (Bild: F.-J. Hambsch)

Beobachtungen in der Dachsternwarte Wenigumstadt (Wenzel) Ich konnte nach Wolfgang Kriebels Mail erst am 05.10.2024 meine erste CCD-Beobachtung von ASASSN-24fw durchführen. Bei dieser ersten ungefilterten Aufnahme hatte ASASSN-24fw eine Helligkeit von 16,5 mag. Der Helligkeitseinbruch von etwa 3 mag war also zunächst bestätigt (vgl. Abb. 7). ASASSN-24fw wurde nun auf meine ständige Beobachtungsliste gesetzt. Zusätzlich zu den eigenen CCD-Beobachtungen (CV) kamen noch gelegentliche Remote-Beobachtungen (CV) vom COAST- bzw. PIRATE-Teleskop in Teneriffa hinzu [4].
Bei den nun folgenden Beobachtungen konnte ich dann einen, wenn auch langsamen, aber doch deutlichen weiteren Helligkeitsrückgang erkennen. Die Minimalhelligkeit um die 17 mag war dann Ende November erreicht (Abb. 8). Ab Mitte März 2025 registrierte ich dann wieder einen langsamen Anstieg der Helligkeit. Zum Ende meiner Beobachtungsperiode Anfang Mai lag ASASSN-24fw wieder bei 16,6 mag, Tendenz steigend. Leider konnte ich aufgrund der mittlerweile weit nach Westen gerückten Position den weiteren Anstieg nicht mehr verfolgen und musste mich bis

zum Herbst gedulden. Da hatte ASASSN24fw allerdings wieder seine normale Helligkeit erreicht (Abb. 9).
Remote-Beobachtungen Road Observatory Chile (Hambsch) Auch ich wurde durch die E-Mail im BAVForum von Wolfgang Kriebel auf den Stern ASASSN-24fw aufmerksam und nahm ihn ab dem 30.09.2024 in mein Programm mit auf. Solche Ereignisse interessieren mich immer, da ich von meiner Remote-Sternwarte ROAD (Remote Observatory Ataca-

ma Desert) in Chile sehr gute Wetterbedingungen habe und beinahe jede Nacht die Objekte inkl. ASASSN-24fw in mein Programm aufnehmen kann. Die Fotometriedaten habe ich in die AAVSO-Datenbank hochgeladen und mittlerweile wurden die Daten auch für eine professionelle Publikation mit mir als Coautor [3] benutzt. Ich konnte den Stern bis zum 03.06.2025 beobachten. In der Abbildung 10 sind die Beobachtungen in den drei Bändern V, R und I dargestellt.

Literatur- und Internethinweise (Stand 08.12.2025):

[1] B. JoHantgen, K. Stanek et al., 2024:

"ASASSN-24fw: A Main Sequence Star with a

Deep Dimming Event", Atel# 16833 (27.09.2024),

www.astronomerstelegram.org

[2] V. R. Bhaskaran Nair, D. Denisenko, 2024:

"ASASSN-24fw: Estimated End of Eclipse

[1]

[2]

Time", Atel# 16919 (24.11.2024),

www.astronomerstelegram.org

[3] N. Zakamska et al., 2025: "ASASSN-24fw:

Candidate circumplanetary disc occultation [3]

[4]

of a main-sequence star", https://arxiv.org/

aps/2507.05367

[4] The Open University: ,,Telescope.org",

https://telescope.org

Journal für Astronomie Nr. 97 | 103

VdS-Nachrichten

Bericht aus dem Vorstand
von Astrid Gallus

An dieser Stelle berichtet der Vorstand der VdS, Vereinigung der Sternfreunde e.V., über seine Arbeit der letzten drei Monate.
VdS-SoFi-Brillen für Mitglieder 2026 und 2027 sind nach langer Durststrecke wieder Sonnenfinsternisjahre in Europa! Wir sprechen hier vom Ereignis einer totalen Sonnenfinsternis, die nicht am anderen Ende der Welt, sondern im gut erreichbaren südlichen Europa stattfindet! Der Vorstand der VdS hat dem Rechnung getragen und beschlossen, jedes VdS-Mitglied mit einer hochwertigen SoFi-Brille auszustatten. Dafür hat der Vorstand im letzten Jahr eine gründliche und ausführliche Prüfung verschiedener Folien-Materialien unternommen und sich für eine sehr hohe, wahrscheinlich die höchste Qualität in Zusammenarbeit mit der Firma Baader entschieden. Mit dieser hochwertigen SoFi-Brille kann die Sonne auch nach den Finsternissen weiterhin beobachtet werden, zum Beispiel zum Studieren von Sonnenflecken.
Freuen Sie sich auf Ihre VdS-SoFi-Brille, die diesem Heft als Geschenk beigelegt ist!

reiche sind. Neu ist jetzt dort die Fachgruppe Smart-Teleskope zu finden, die erst kürzlich während des geselligen Abends der Mitgliederversammlung in Hofheim gegründet wurde. So schnell kann es gehen bei der VdS!
Ganz zeitnah werden Sie auf unserer Webseite auch über aktuelle Himmelsereignisse informiert: Hier erscheinen ein- bis zweimal wöchentlich Informationen zu Kometen, Meteorschauern, Planetenstellungen oder Phänomenen wie Bedeckungen etc., zusammengestellt von Uwe Pilz. Ein toller Service!
Auf der Webseite finden Sie auch die Deutschlandkarte mit allen Sternwarten, Vereinen und Planetarien, die Mitglied in der VdS sind, sowie die größte Übersicht der Planetenwege in Deutschland, Europa und der Welt.
VdS-Sommerparty für neue Mitglieder Die erfolgreiche Idee, alle Neumitglieder des Jahres zu einem Treffen einzuladen, soll auch in diesem Jahr fortgesetzt werden.

Zweck ist das gegenseitige Kennenlernen und die Möglichkeit, ein Netzwerk untereinander aufzubauen. Der nächste Termin unter dem Motto ,,Sterne und Wein" findet am 18.07.2026 statt! Die neuen Mitglieder haben dann die Möglichkeit, den Vorstand und einige Fachgruppenleiter persönlich kennenzulernen und die Fachgruppen können ihrerseits für ihr schönes Hobby im Speziellen werben. Die persönlichen Einladungen dazu erfolgen gesondert seitens der Geschäftsstelle.
VdS-Terminkalender Sie planen eine astronomische Veranstaltung, die überregional für Amateurastronomen interessant ist? Der VdS-Terminkalender stellt den Termin Ihrer Sternwarte / Ihres Astrovereins bundesweit vor. Einfach anmelden unter termine@sternfreunde.de
Sie sehen - bei der VdS ist immer etwas los! Bis zum nächsten Mal - Ihre VdS!

Darüber hinaus können VdS-Sternwarten und VdS-Vereine für ihre Mitglieder sowie VdS-Mitglieder für ihre Freunde diese Sonnenfinsternis-Brillen auch in größerer Anzahl zu einem vergünstigten Preis in unserer Geschäftsstelle in Bensheim erwerben. Nähere Informationen dazu finden Sie auf unserer Webseite im Mitgliederbereich, dort unter ,,Materialen für Sternwarten und Vereine".
Vom Abendstern bis Zwerggalaxien Auf der Webseite der VdS, www.stern freunde.de, können Sie sich mit einem Klick in unsere vielfältigen Fachgruppen hineinbeamen und zeigen lassen, wohin Sie mit der VdS reisen können. Es ist faszinierend zu sehen, womit die Fachgruppen sich beschäftigen und wie vielfältig deren Be-

Die VdS-Sofi-Brille
Mit der VdS-Sofi-Brille sind Ihre Augen sicher bei der visuellen Sonnenbeobachtung geschützt. Es existiert ein 100% UV-Schutz, 100% IR-Schutz, die Sonnenlichtstärke ist um 99,999% verringert. (Baader Solar Viewer AstroSolar® Silver/ Gold - mit Original AstroSolar®-Folie Made in Germany). Es besteht ein augenseitig reflexfreies Einblickverhalten, und da auch IR geblockt ist, entsteht kein unangenehmes Wärmegefühl im Augapfel. Optische Dichte OD=5,0. Die eingesetzte AstroSolar®-Folie von Baader Planetarium überträgt den ganzen solaren Spektralbereich im (ungefährlichen) VIS-Wellenlängenbereich von 400 - 700 nm und erfüllt dabei selbstverständlich die ISO-Norm für die erforderliche Lichtdämpfung.
Hinzu kommt, dass bei der Sonnenfinsternis 2026 in Spanien die Sonne sehr tief steht. Aufgrund der aufwendigen Folientechnologie fällt der horizontnahe Lichtverlust bei der VdS-Sofi-Brille im Vergleich zu anderen getesteten Brillen deutlich geringer aus. Daher können bei der Sonnenfinsternis in Spanien - trotz der erhöhten atmosphärischen Extinktion in nur 5 Grad Höhe - alle Phasen der teilverfinsterten Sonne mit der VdS-Sofi-Brille klar beobachten werden.

104 | Journal für Astronomie Nr. 97

VdS-Nachrichten

Wir begrüßen neue Mitglieder

Mitgl.-Nr. Name, Vorname

Mitgl.-Nr. Name, Vorname

22326 Buchmüller, Iris

22348 Dütting, Michael

22327 Grell, Juliana

22349 Zandt, Thorsten

22328 Nassauer, Sylvia

22350 Pischke, Oliver

22329 Budde, Kai

22351 Brandt, Torin

22330 Richter, Nina

22352 Hausler, Peter

22331 Schreiner, Michael

22353 Schneider, Daniel

22332 Teicher, Uwe

22354 Ludes, Paul

22333 Ihl, Horst

22355 Mailer, Johanna

22334 Mittendorff, Steffen

22356 Heymach, Dean

22335 Hethke, Helga

22357 Bürgel, Andrea

22336 Löffler, Peter

22358 Krüger, Bernhard

22337 22338

Glueckert, Robert Nitsch, Klaus-Dieter

22359

Astronomischer Verein Schwerin e.V.

22339 Vogel, Andreas

22360 Diebel, Bernd

22340 Kilian, Marc-Philip

22361 Köncke, Klaus

22341 Schalk, Anton

22362 Götte, Armin

22342 Schmutterer, Ottmar

22363 Schnappauf, Dominik

22343 Langhammer, Bernhard

22364 Strong, Andrew

22344 Schwenk, Bruno

22365 Helms, Andreas

22345 Gertjegerdes, Nick

22366 Schwarzkop, Alexander

22346 Kohl, Fabian

22367 Dahlmann, Hans-Dieter

22347 Oberpriller, Johannes

22368 Schimkat, Peter

Mitgl.-Nr.
22369 22370 22371 22372 22373 22374 22375 22376 22377 22378 22379 22380 22381 22382 22383 22384 22385 22386 22387 22388 22389 22390

Name, Vorname
Becker, Nicolas Bauer, Martin Schmalen, Bruno Kausior, Christoph Brieden, Mika Kalle, Patrick Langer, Gero Dederer, Jan Stange, Claus Huber, Markus Ruisz, Roland Böhme, Klaus-Michael Tausch, Adriana MSXdoo Lummer, Frank Kühn, Raphael Maurer, Lars Uwe Sander, Sylvia Elsäßer, Philipp Leiser, Michael Thomas, Wolfgang Brandauer, Axel

Spenden an die Vereinigung der Sternfreunde e.V.
von Dr. Andreas Klug, VdS-Schatzmeister

Mitgl.-Nr.
20308 20037
18368 16245 13211
19259 13921 18638 17536 18175 17119 17570

Name
Mathias-Ernst Braun Marco Levenhagen Gunter Zidorn Martin Limbach Rene Purwin Peter Hosters Rainer Ritter Eckart und Ingrid Seybold Stephan Kuppers Evelyn Petkow Marcel Wietor Thomas Reim Markus Thiel Reinhard Peldszus

12469 13502
20626 12980
12075 12451 20109
14515
20468 18432

Wolfgang und Christel Gösser Dr. Andreas Frank Regina und Gerhard Lemmerer Frank Hahner Heidi und Josef HambschZieger
Thomas Kessler Wolfgang Quester Prof. Dr. Martin und Gertrud Wenzel
Michael und Sonja Schneider Gunther Helmuth Wenke Decoit GmbH Co. KG Dr. Ralf Kleppinger und Dr. Maria Soliman

20424 17994 20067 11459 18628 17034 17944 22011 21843 11998

Dr. Axel Michalides Werner Henze Hansjörg Wälchli Friedhelm Dorst Steffen Veidt Günther Ditsche Gerhard Neumann Jürgen Brustat John Imboden Gunnar Glitscher Marc Krüger Planetarium Cottbus
Betriebsführung Eisenschmidt FG Geschichte

Journal für Astronomie Nr. 97 | 105

VdS-Nachrichten

Jubiläen
70-jähriges
Mitgl.-Nr. Name
10326 Prof. Dr. Roland Wielen

50-jähriges
Mitgl.-Nr. Name

12539 Astronomischer Arbeitskreis Kassel e.V., Mark Woskowski

12540 12541 12550 12552 12556

Fehlmann, Wolfgang Schreier, Peter Kräling, Winfried Wunderlich, Dr. Erhardt Reinsch, Dr. Klaus

40-jähriges

Mitgl.-Nr. Name

13813 13817 13818 13819 13824 13826 13830 13832 13833 13834 13839

Buchner, Dr. Markus Schröder, Dr. Klaus-Peter Kumm, Prof. Werner Horn, Dietmar Niebel, Dr. Heino Temme, Dr. Christian Spruck, Klaus Wierig, Bernhard Hünsch, Matthias Vogel, Michael Gesellschaft für volkstümliche Astronomie e.V.

30-jähriges
Mitgl.-Nr. Name
12396 Barchfeld, Andreas 16065 Sternwarte Zollern-Alb e.V. 16066 Hermans, Lodevicus 16069 Kohlhage, Torsten 16079 Merz, Susanne 16083 Dannenberg, Claus 16085 Heinrich, Bernd 16089 Höger, Gerd 16093 Selzner, MA, Guido 16101 Strobel, Werner 16103 Busch, Matthias 16110 Kreiling, Norbert 16111 Rohrig, Rüdiger 16113 Beck, Stefan 16115 Astronomischer Arbeitskreis
Pforzheim 1982 e.V.
16119 Heisel, Johannes
106 | Journal für Astronomie Nr. 97

60-jähriges
Mitgl.-Nr. Name
11393 Baader-Planetarium GmbH 11417 Klemm, Rainer 11425 Huhn, Bernd
Mitgl.-Nr. Name
12557 Hansen, Rainer 12571 Bernlöhr, Dr. Konrad 12575 Schütz, Hansjörg 12579 Frommert, Dr. Hartmut 12581 Kiefer, Dr. Ernst 12583 Klusen, Karlheinz 12585 Vrabec, Franz

Mitgl.-Nr. Name

13843 Sternwarte Neanderhöhe Hochdahl e.V.

13847 13852 13853 13856 13861 13866 13870 13871 13883 13884

Künstler, Dr. med. Michael Edler-Golla, Arnold Gerold, Dr. Anton Meyer, Dr. Harald Brüchmann, Wolfgang Graen, Dieter Hildebrandt, Dr. Malte Müller-Nalbach, Frank Kohle, Dr. Sven Vogel, Klaus-Peter

Mitgl.-Nr. Name
16122 Bannuscher, Dietmar 16124 Bartholmess, Martin 16125 Trummer, Josef 16126 Hofmann, Klaus-Volker 16127 Thull, Thomas 16128 Fückel, Horst 16131 Dittie, Georg 16132 Satony, Jürgen 16135 Hammer, Albert 16139 Dollny, Klaus 16142 Debus, Oliver Elmar 16144 Wilhelm, Jan 16146 Przewozny, David 16155 Österreicher, Reiner 16157 Eckmann, Dr. Steffen 16159 Schröder, Alfred 16160 Palm, Gerhard

Mitgl.-Nr. Name
12588 Meierarend, Ernst-Günter 12592 Steinicke, St. Wolfgang 12615 Volkssternwarte Aalen 12623 Eidam, Detlef 12632 Keller, Erich 12660 Hund, Dr. Wolfgang 12661 Lochner v. Hüttenbach, Ludger
Mitgl.-Nr. Name
13886 Volkssternwarte Singen e. V. 13887 Rendelmann, Holger 13889 Harfst, Edzard 13891 Will, Jean-Marie 13892 Volkssternwarte Würzburg e.V. 13908 Schröder, Jürgen 13921 Küppers, Stephan 13924 Albrecht, Peter 13925 Käspeitzer, Matthias 13931 Boes, Frank
Mitgl.-Nr. Name
16163 Großmann, Gabor 16170 Umland, Regina 16175 Fäßler, Hugo 16176 Volz, Reinhard 16177 Vaupel, Alexander 16179 Wohlfeil, Arnold 16183 Schreiner, Manuel 16184 Gräber, Joachim 16187 Frowein, Benjamin 16196 Krebs, Peter 16198 Eisenhauer, Stephan 16207 Hoffmann, Susanne 16208 Andersson, Sven 16220 Reich, Michael 16223 Bittmann, Michael 16228 Lehmann, Dirk 16236 Dialer, Christian

VdS-Nachrichten

Mitgl.-Nr. Name
16237 Vogelsang, Oliver 16238 Stübig, Martin 16241 Laskowski, Jürgen 16245 Purwin, Rene 16246 Wilhelm-Erkens, Dr. Ulrike 16249 Kunze, Lena 16250 Biege, Frank 16251 Thome, Frank 16252 Güths, Torsten 16253 Scheel, Mario 16256 Boulnois, Reiner 16257 Häusler, Bernhard 16258 Merkle, Alexander 16261 Wöhrmann, Werner 16264 Schmitt, Gerhard
20-jähriges
Mitgl.-Nr. Name
13920 Wenzel, Michael 16937 König, Dr. Michael 18144 Schäfer, Dr. Martin 19022 Pannach, Günter 19024 Fopp, Patrick 19029 Rother, Dr. Hans 19030 Hüttemann, Klaus 19035 Schwarz, Manfred 19036 Meister, Uwe 19037 Wagner, Dr. Günter 19038 Tänzer, Norbert 19049 Schröter, Carsten 19050 Gallep, Frank 19058 Dittert, Dr. Lars 19067 Breunig, Karl 19068 Hohmann, Klaus 19070 Willems, Gerald 19073 Haecker, Dr. Bernhard 19074 Merker, Erwin 19076 Söhn, Andreas 19077 Warlies, Klaus-Peter 19079 Peters, Marco 19083 Mörke, Torsten 19085 Stoll, Thomas 19086 Müller, Andre 19087 Julius, Dr. Karl-Peter 19090 Leistenschneider, Dr. Armin 19093 Kligge, Dirk 19095 Löwner, Frank

Mitgl.-Nr. Name
16266 Hüppop, Dr. Ommo 16276 Schnaubelt, Dr. Michael 16280 Schäfer, Frank 16284 Opitz, Dr. Dieter 16291 Mautner, Reinhard 16292 Lukatch, Edward 16297 Abels, Ludger 16301 Kipplaß, Meinhard 16306 Wahl, Günter 16313 Peetz, Erica 16326 Delago, Johann 16327 Fiehn, Thomas 16335 Six, Helmut 16343 Schiefelbein, Mathias 16351 Machleb, Michael
Mitgl.-Nr. Name
19097 Sobbe, Gerhard 19101 Bick, Hans-Thomas 19103 Eisenbeis, Herbert 19104 Ehbing, Hubert 19106 Heinrich, Peter 19107 Jansen, Peter 19111 Koep, Andre 19113 Meckbach, Walter 19116 Schneider, Fritz 19120 Warnek, Horst 19122 Heinicke, Helmut 19126 Schöbel, Rene 19132 Thomsen, Oliver 19134 Doblinger, Alois 19137 Fritz, Olaf 19138 Gursch, Thomas 19139 Geerts, Detlef 19144 Lummer, Frank 19149 Filzinger, Olaf 19150 Walzel, Karsten 19153 Hofacker, Günther 19158 Große, Peter 19162 Diel, Ulrich 19165 Bufe, Erich 19166 Färber, Alexander 19167 Löffler, Werner 19168 Bauer, Helmut Christian 19169 Baumann, Dr. Reinhard 19172 Bühler Sterngucker e.V.

Mitgl.-Nr. Name
16356 Schwan, Hans-Ulrich 16357 Diederich, Hans-Günter 16359 Schurr jun., Helmut 16360 Stapper, Dr. Norbert 16363 Reimers, Helmut 16366 Growe, Matthias 16380 Woita, Jürgen 16381 Cornelius, Karl 16393 Ramuschkat, Sven 16403 Reinheimer, Katrin 16411 Haußer, Uli M. 16412 Tremel, Horst 16432 Braune, Bert 16451 Lotzmann, Jürgen
Mitgl.-Nr. Name
19176 Furger, Markus 19177 Gerlach, Björn W. 19178 Gottlob, Klaus 19180 Hoffmann, Dr. Wolfgang 19185 Meder, Melanie 19186 Mobers, Gerhard 19187 Mück, Markus 19188 Müller, Uwe 19192 Reil, Ludwig 19193 Ritter, Markus 19194 Schlatter, Peter 19195 Schmidberger, Paul 19196 Siebold, Philipp 19197 Thiele, Mario 19198 Willi, Walter 19201 Spuling, Johann 19202 Reus, Peter 19205 Sabel, Alfred 19206 Stebler, Thomas 19208 Baer, Marcel 19210 Löhlein, Dr. Andreas 19214 Winkler, Karl-Heinz 19216 Zschech, Michael 19233 Kellner, Anton
Journal für Astronomie Nr. 97 | 107

VdS vor Ort / Tagungsberichte

Die Tagung der VdS-Fachgruppen Planeten und Sonne 2025 in Bonn
von Andreas Zunker

Eine Sonne- und Planetentagung, das gab es doch schon mal, oder? Ganz genau, schon viermal, zuletzt 2013 in St. Andreasberg! Und warum die Neuauflage? Dem Autor dieses Berichts (Fachgruppe Sonne) war vor zwei Jahren aufgefallen, dass einige Planetenbeobachter auch ambitionierte Sonnenbeobachter sind. Daher reifte die Idee, mal wieder eine gemeinsame Tagung zu organisieren, und es wurde Kontakt mit Maciej Libert (Fachgruppe Planeten) aufgenommen, der die Idee gut fand. Und so traf man sich am 6. und 7. September 2025 in der Volkssternwarte Bonn, ganz in der Nähe der alten Argelanderschen Sternwarte (Abb. 1), genauer gesagt, im 1899 erbauten ,,Refraktorium" (Abb. 2). Die Vorträge wurden auch im Kuppelraum gehalten (Abb. 3), was dazu führte, dass die Teilnehmerzahl auf 40 Personen begrenzt war, neun Sternfreunde, u. a. auch aus Österreich und der Schweiz, nahmen online teil.

1 Die Alte Sternwarte Bonn (Bild: Andreas Zunker)

Nach einer kurzen Begrüßung durch die beiden oben genannten Herren und Paul Hombach von der Volkssternwarte Bonn startete das Vortragsprogramm mit Georg Dittie, der über neue Erkenntnisse zum Aussterbeereignis im Ordovizium referierte und aufhorchen ließ, als er berichtete, dass die Erde vor 460 Millionen Jahren möglicherweise auch einen Ring hatte. Danach erläuterte Achim Sperber seine Optimierungen verschiedener HTeleskope und wie er gerade einen HDoppelrefraktor für die binokulare Beobachtung baut. Achim hatte auch eines seiner Teleskope mitgebracht, damit wurde in den Pausen immer die Sonne beobachtet (Abb. 4). Anschließend folgte der erste Fachvortrag: Prof. Dr. Detlef Koschny legte den Zuhörern (und natürlich auch den Lesern dieses Beitrags) nahe, den Mond auf Mondeinschlagsblitze hin zu überwachen. Das geht am besten mit einer geeigneten Digitalkamera am Teleskop, das man auf

2 Gruppenbild vor dem Refraktorium (Bild: Maciej Libert)

108 | Journal für Astronomie Nr. 97

VdS vor Ort / Tagungsberichte

die unbeleuchtete Seite des Mondes richtet. Speziell dafür geschriebene Software identifiziert Ereignisse, entweder live oder nachträglich im aufgenommenen Video [1].

Mit einem ähnlichen Thema ging es nach einer kurzen Kaffeepause weiter. Friedhelm Dorst berichtete, wie das aschgraue Mondlicht auch noch einen Tag vor oder nach Vollmond nachgewiesen werden kann. Inspiration dafür war der französische Astronom Andre-Louis Danjon (1890-1967). Beobachtungen von Mondeinschlagsblitzen dürften da aber nicht mehr möglich sein (sorry, Detlef!). Anschließend zeigte Konrad Horn, wie er Filme von Sonneneruptionen und Protuberanzen erstellt, und präsentierte die beeindruckenden Ergebnisse seiner Arbeit. Nach einer weiteren kurzen Pause nahm uns Daniel Fischer mit ins Jahr 1969 und berichtete, wie die Apollo-11-Astronauten die Sterne beobachteten und eines der von ihnen damals aufgenommenen Mondbilder als ,,Vollmond" Eingang in die Popkultur fand.

3 Das Auditorium im Kuppelraum (Bild: Maciej Libert) 4 H-Beobachtung in der Pause (Bild: Maciej Libert)

Nun folgte der zweite Fachvortrag des Tages: Ulrich Köhler vom DLR berichtete ausführlich über die ESA-Missionen JUICE und Europa Clipper zu den Eismonden des Jupiters. Dabei ging er detailliert auf die verschiedenen Instrumente und den komplexen Ablauf der Missionen ein.
In der ausgiebigen Kaffeepause konnten die Teilnehmer auch den leckeren, von Mitgliedern der Volkssternwarte Bonn gebackenen Kuchen genießen.
Danach folgte ein Beitrag von Michael Wynands über den Do-it-yourself-Spektroheliografen Sol'Ex [2], er gab viele nützliche Tipps aus der eigenen Praxis und zeigte seine fertigen Aufnahmen in verschiedenen Spektralbereichen.

Anschließend gab es einen weiteren Augenschmaus. Georg Dittie trat nochmal vor das Auditorium und zeigte Filme, die er mit seinen Allsky-Kameras aufgenommen hatte, darunter auch die ungewöhnlich intensiven Polarlichter in der Nacht vom 10. auf den 11. Mai 2024. Dann folgte auch schon der letzte Vortrag des Tages: Andreas Bulling stellte das Relativzahlnetz der Fachgruppe Sonne vor. Er ging dabei nicht nur auf dessen Entwicklung seit der Gründung im Jahr 1977 ein, sondern auch auf Probleme bei der Auswertung und analysierte kurz das aktuelle Maximum.
Danach wurde gegrillt und es gab auch wieder Snacks, die von der Volkssternwarte Bonn zur Verfügung gestellt wurden, ebenso ein kleines Fass Bier. Man hatte draußen

Tische und Stühle aufgestellt, so dass die Teilnehmer nach Herzenslust fachsimpeln konnten (Abb. 5). Gegen 19 Uhr war am dunstigen Himmel noch ein schöner Zirkumzenitalbogen zu bewundern. Anschließend ließen einige Teilnehmer den Abend vor einem traditionellen rheinischen Restaurant ganz in der Nähe des Alten Rathauses gemütlich ausklingen.
Am Sonntag stand dann die Exkursion zum Radioteleskop Effelsberg des MaxPlanck-Instituts für Radioastronomie auf dem Programm. Dazu traf man sich am späten Vormittag vor dem Besucherpavillon mit Dr. Norbert Junkes, der zunächst im Inneren des futuristischen Gebäudes verschiedene informative Videos zeigte und Grundlegendes zum Radioteleskop

Journal für Astronomie Nr. 97 | 109

VdS vor Ort / Tagungsberichte

5 Gute Stimmung bei bester
Bewirtung (Bild: Maciej Libert)
6 Im Kontrollraum des 100-Meter-
Radioteleskops (Bild: Andreas Zunker)

erklärte. Danach begann der Rundgang über das Gelände, der die Besucher zunächst über Serpentinen nach unten zum Aussichtspunkt und zur LOFAR-Station Effelsberg führte. Von dort ging es am Fuße des Teleskops, dessen Parabolspiegel einen Durchmesser von 100 Metern hat, weiter Richtung Hauptgebäude. Während der Führung beobachtete das Teleskop verschiedene Pulsare, so dass es immer wieder zu einem neuen Objekt schwenkte, was sehr beeindruckend war! Im Hauptgebäude konnten der Kontrollraum sowie ein kleines Museum besichtigt werden (Abb. 6). Anschlie-

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ßend führte der Weg die Besucher durch den Wald wieder zurück zum Besucherpavillon, wo die Führung nach 2,5 Stunden endete. Danach kehrten noch einige Sternfreunde in einem nahegelegenen Imbiss ein.
Insgesamt war es eine gelungene Tagung und es wird sicherlich nicht wieder zwölf Jahre dauern, bis sich Sonnen- und Planetenbeobachter aus ganz Deutschland unter dem Dach der VdS treffen, um sich auszutauschen und interessanten Vorträgen zu lauschen.

Herzlichen Dank an das Orga-Team der Volkssternwarte Bonn um Paul Hombach und alle, die zum Gelingen dieser schönen Tagung beigetragen haben!

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Internethinweise (Stand 08.12.2025): [1]

[1] Ph. Reiß: ,,Mondeinschlagsblitze",

TU München, www.asg.ed.tum.de/lpe/

forschung/mondeinschlagsblitze/

[2] Chr. Buil, 2020-25: ,,Sol'Ex",

[2]

https://solex.astrosurf.com/

sol-ex-objective-en.html

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PETER JURIK / STOCK.ADOBE.COM

SCHWAN

LEIER Albireo

Wega HERKULES

GROSSER BÄR

LUCHS

Castor ZWILLINGE Pollux

NÖRDL. KRONE
Gemma

BOOTES

SCHLANGE (KOPF)

Arktur

JAGDHUNDE
HAAR DER BERENIKE

INER LÖWE KLE

KREBS

Jupiter

LÖWE

Regulus

KLEINER HUND
Procyon

SCHLANGENTRÄGER

SÜDOST

SKORPION

JUNGFRAU

WAAGE

Spica RABE

BECHER

Sternkarte exakt

gültig für 15. Mai 2026

23 Uhr MESZ

SÜD

Mondphasen im Mai 2026

SEXTANT

Alphard

RSCHLANGE WASSE
SÜDWEST
Vereinigung der Sternfreunde e.V. www.sternfreunde.de

Vollmond 1.5.

Letztes Viertel 9.5.

Neumond 16.5.

Erstes Viertel 23.5.

Vollmond 31.5.

Ereignisse im Mai

01. 19:23

Vollmond

01. 21:48-00:38 Europa: Transit u. Schatten vor Jupiter, bis 23:46

mit Ganymed-Schatten

02. 02:21

RR Lyr im Max

02. 21:30

Venus (-3,9 mag, 11,7'', 88%) 6,5 Grad N Aldebaran

(alpha Tau, 1,1 mag)

02. 22:18-00:40 Io: Transit u. Schatten vor Jupiter

03. 04:12

AI Dra im Min

04. 02:00

max. Libration Mond-N, 6,6 Grad

04. 04:00

Mond 1,4 Grad SW Antares (alpha Sco, 1,1 mag)

05. 00:32

Mond erdfern, 29,44'

06. 05:00

Maximum Meteorschauer Eta-Aquariiden, bis zu 50/h,

66 km/s, ab 3 Uhr

08. 22:44-00:25 Ganymed: Transit Ende u. Start Schatten vor Jupiter

09. 04:03

AI Dra im Min

09. 23:10

Letztes Viertel

11. 03:59

RR Lyr im Max

12. 22:30

Venus (-3,9 mag, 12,1'', 85%) 4,0 Grad S Elnath (beta Tau,

1,7 mag)

13. 02:00

max. Libration Mond-W, 7,8 Grad

15. 03:13

RR Lyr im Max

15. 22:37

Kallisto: Beginn Verfinsterung d. Jupiter-Schatten

16. 02:40

U Sge im Min

16. 22:01

Neumond

17. 15:46

Mond erdnah, 33,87'

18. 23:00

Mond 4,1 Grad NW Venus (-3,9 mag, 12,5'', 83%) und 3,8 Grad

SO Elnath (beta Tau, 1,7 mag)

19. 02:26

RR Lyr im Max

20. 23:00
21. 03:46 23. 01:00 23. 13:11 24. 02:00 27. 23:00 29. 00:07-00:19
29. 03:12 31. 03:00 31. 10:45

Mond 4,5 Grad O Jupiter (-1,9 mag, 33,9'') und 5,0 Grad S Pollux (beta Gem, 1,2 mag) AI Dra im Min Mond 5,0 Grad W Regulus (alpha Leo, 1,4 mag) Erstes Viertel max. Libration Mond-O, 7,2 Grad Mond 4,9 Grad SO Spica (alpha Vir, 1,1 mag) Jupitermonde: Io bedeckt Europa partiell, Horizonthöhe nur 3 Grad Delta Cephei im Max Mond 4,4 Grad W Antares (alpha Sco, 1,1 mag) Vollmond

Zusammengestellt von Werner E. Celnik, mit Beiträgen von Andreas Barchfeld (Veränderliche Sterne), Eberhard Riedel (streifende Sternbedeckungen), Oliver Klös (Sternbedeckungen durch Mond und Kleinplaneten).

112 | Journal für Astronomie Nr. 97

LUCHS

Deneb SCHWAN

DRACHE

FÜCHSC HEN
DELFIN
PFEIL

Albireo

Wega LEIER

HERKULES

NÖRDL. KRONE
Gemma

Atair

ADLER
SCHLANGE (SCHWANZ)

SCHLANGE (KOPF)
SCHLANGENTRÄGER

GROSSER BÄR

JAGDHUNDE

BOOTES Arktur

HAAR DER BERENIKE

JUNGFRAU

LÖWE EINER KL

LÖWE

Regulus

SCHILD
SÜDOST
Sternkarte exakt gültig für 15. Juni 2026 23 Uhr MESZ
Mondphasen im Juni 2026

SKORPION Antares

WAAGE

Spica RABE

WOLF SÜD

WASSERSCHLANGE

BECHER
SÜDWEST Vereinigung der Sternfreunde e.V. www.sternfreunde.de

Quellen: Datendienst US Naval Observatory, Berechnungen der BAV, Berechnungen der IOTA/ES (Eberhard Riedel [GRAZPREP]), Berechnungen von Steve Preston (Sternbedeckungen durch Kleinplaneten), International Meteor Organization (www.imo.net), KOSMOS Himmelsjahr 2026 (Jupitermondbedeckungen), eigene Recherchen mittels GUIDE (Project Pluto).

Letztes Viertel 8.6.

Neumond 15.6.

Ereignisse im Juni

01. 03:17

RR Lyr im Max

01. 06:34

Mond erdfern, 29,32'

01. 22:30

Beginn Abendsichtbarkeit Merkur (-0,5 mag),

NW-Horizont

02. 03:29

AI Dra im Min

05. 00:00

Kleinplanet (20) Massalia (10,9 mag) 0,8 Grad S Stern

beta Vir (3,6 mag)

05. 02:30

RR Lyr im Max

08. 03:21

AI Dra im Min

08. 12:00

Letztes Viertel

09. 22:30

Venus (-4,0 mag, 14,0'', 77%) 1,6 Grad N Jupiter

(-1,9 mag, 32,6'') und 5,1 Grad S Pollux (beta Gem, 1,2 mag)

10. 02:00

max. Libration Mond-SW, 8,5 Grad

10. 03:00

Mond 5,4 Grad NW Saturn (0,9 mag), O-Horizont

14. 03:12

AI Dra im Min

14. 03:57

Kleinplanet (3383) Koyama bedeckt Stern HIP 85418

(8,1 mag) für 1,06 s, Hell.Abfall um 7,8 mag

15. 00:00

Kleinplanet (14) Irene (9,1 mag) in Opposition zur

Sonne, Sternbild Ophiuchus

15. 01:20

Mond erdnah, 33,31'

15. 04:54

Neumond

15. 21:00

Merkur (0,4 mag, 8,2'', 38%) in größter Elongation

Ost (25 Grad ), NW-Horizont

15. 22:30

Planetenkette am Westhimmel: Merkur (0,4 mag),

Jupiter (-1,8 mag), Venus (-4,0 mag)

16. 22:30

Mond 1,7 Grad N Merkur (0,5 mag, 8,4'', 36%), NW-Horizont

17. 23:15

Mond 0,7 Grad S Venus (-4,0 mag, 14,6'', 74%), NW-Horizont

19. 23:30

Mond 3,7 Grad SO Regulus (alpha Leo, 1,4 mag)

20. 03:04

AI Dra im Min

20. 22:30 21. 10:24 21. 23:55 22. 02:35 23. 02:00 24. 00:00 26. 02:55 28. 00:30 28. 02:40 28. 09:08 30. 01:56

Erstes Viertel 21.6.

Vollmond 30.6.

Ende Abendsichtbarkeit Merkur (0,9 mag) Sommersonnenwende, Sommeranfang Erstes Viertel RR Lyr im Max max. Libration Mond-NO, 8,0 Grad Mond 3,2 Grad S Spica (alpha Vir, 1,1 mag) AI Dra im Min Mond 3,8 Grad SO Antares (alpha Sco, 1,1 mag) Beta Lyrae im Max Mond erdfern, 29,05' Vollmond

Journal für Astronomie Nr. 97 | 113

KLEINER LÖWE

Deneb

DRACHE

PEGASUS

FÜCHSCHEN

DELFIN FÜLLEN

PFEIL Atair

WASSE RM AN N

SCHWAN

Wega

LEIER Albireo

ADLER
SCHLANGE (SCHWANZ)

HERKULES

NÖRDL. KRONE
Gemma

SCHLANGE (KOPF)
SCHLANGENTRÄGER

GROSSER BÄR JAGDHUNDE

BOOTES Arktur

HAAR DER BERENIKE

LÖWE

JUNGFRAU

STEINBOCK

SÜDOST

Pluto

Sternkarte exakt gültig für 15. Juli 2026 23 Uhr MESZ
Mondphasen im Juli 2026

SCHILD SCHÜTZE

SKORPION WAAGE

Antares

WOLF

SÜD

Spica
SÜDWEST Vereinigung der Sternfreunde e.V. www.sternfreunde.de

Alle Zeitangaben sind gültige Uhrzeiten (Sommerzeit bereits berücksichtigt) und für Standort bei 10 Grad ö.L. und 50 Grad n.Br., falls nicht anders angegeben. ,,Max. Libration Mond-O" bedeutet, dass das Mare Crisium sich weit weg vom westlichen Mondrand (Mond-Osten) befindet.

Letztes Viertel 7.7.

Neumond 14.7.

Ereignisse im Juli

01. 03:30
02. 00:00
02. 02:47 04. 04:15
05. 03:26 06. 03:25
06. 19:30 07. 02:30 07. 21:29 08. 01:30 08. 02:38 09. 02:00 09. 02:39 09. 22:30
09. 23:00
10. 02:00
11. 03:30 13. 09:56 14. 02:00

Uranus (5,8 mag) läuft durch das Planetentor (Hyaden, Plejaden), Bewegung im Laufe des Monats verfolgen anhand der Sterne 37 Tau (4,3 mag) und omega2 Tau (4,9 mag) Kleinplanet (14) Irene (9,7 mag) 0,1 Grad N Kugelhaufen NGC 6325, Sternbild Ophiuchus AI Dra im Min Mars (1,3 mag, 4,5'') 8,5 Grad S Uranus (5,8 mag, 3,5''), NO-Horizont RR Lyr im Max Streifende Sternbedeckung Mond - 11 Psc (6,4 mag), Linie Marktoberdorf - Landsberg am Lech - Ingolstadt - Weiden in der Oberpfalz - Tischenreuth - Oederan - Großenhain - Beeskow - westlich Frankfurt (Oder) Erde im Aphel, Sonne 31,46' Mond 10 Grad W Saturn (0,8 mag, 17,7'') Letztes Viertel Mond 6,5 Grad N Saturn (0,8 mag, 17,7'') AI Dra im Min max. Libration Mond-SW, 8,6 Grad RR Lyr im Max Venus (-4,1 mag, 17,1'', 66%) 1,0 Grad N Regulus (alpha Leo, 1,4 mag) Kleinplanet (18) Melpomene (9,0 mag) in Opposition zur Sonne, Sternbild Aquila Kleinplanet (8) Flora (8,8 mag) in Opposition zur Sonne, Sternbild Sagittarius Mond 7,9 Grad NW Mars (1,3 mag, 4,5'') Mond erdnah, 33,75' Kleinlanet (192) Nausikaa (10,7 mag) 0,3 Grad SO Neptun (7,9 mag), Sternbild Pisces

Erstes Viertel 21.7.

Vollmond 29.7.

14. 02:30

AI Dra im Min

14. 04:30

Mars (1,3 mag, 4,5'') 5,4 Grad N Aldebaran (alpha Tau,

1,1 mag), NO-Horizont

14. 11:43

Neumond

18. 02:00

Kleinplanet (8) Flora (9,0 mag) 0,6 Grad S Stern omicron

Sgr (3,7 mag)

18. 22:39

Mond bedeckt upsilon Leo (4,3 mag)

20. 02:21

AI Dra im Min

20. 23:00

Mond 4,2 Grad SW Spica (alpha Vir, 1,1 mag), W-Horizont

21. 02:00

max. Libration Mond-NO, 8,4 Grad

21. 13:05

Erstes Viertel

23. 23:50

Beta Lyrae im Max

24. 03:24

Algol im Min

24. 23:30

Mond 1,4 Grad S Antares (alpha Sco, 1,1 mag)

25. 18:43

Mond erdfern, 29,44'

26. 02:13

AI Dra im Min

26. 19:00

Kleinplanet (3) Juno (9,2 mag) in Opposition zur

Sonne, Sternbild Aquila

27. 03:53

Delta Cephei im Max

27. 09:00

Pluto (14,5 mag, 0,1'') in Opposition zur Sonne,

Sternbild Capricornus

28. 02:00

Kleinplanet (8) Flora (9,3 mag) 0,5 Grad S Sterne my1+2

Sgr (4,8 mag) und Kugelsternhaufen NGC 6717

28. 04:45

Beginn Morgensichtbarkeit Merkur (0,3 mag),

NO-Horizont

29. 02:00

Kleinplanet (324) Bamberga (9,0 mag) in Opposition

zur Sonne, Sternbild Capricornus

29. 14:13

Jupiter in Konjunktion mit der Sonne

29. 16:36

Vollmond

31. 23:00-03:30 Maximum Meteorschauer Südl. Delta-Aquariiden,

bis zu 25/h, 41 km/s, ganze Nacht

114 | Journal für Astronomie Nr. 97

Beobachterforum

Astronomische Routen
- eine App als Beobachtungswegweiser
von Francisco Javier Gutierrez Moreno, mit Unterstützung von Hubert Hermelingmeier

Wir sind eine Astronomische Vereinigung in Murcia, einer Stadt im Südosten Spaniens. Die Mitglieder treffen sich häufiger zu gemeinsamen Beobachtungen. Dabei stellen wir fest, dass bei einigen Mitgliedern das Interesse sehr schnell nachlässt und sie die Himmelsbeobachtung aufgeben. Einen der Gründe sehen wir in der immer wiederholten Beobachtung einer begrenzten Anzahl derselben Deep-Sky-Objekte. Oft sind nur die prominenten Objekte auf der Beobachtungsliste der Teilnehmer.
Aus dieser Motivation heraus entstand die Idee zur Entwicklung dieser App (Abb. 1). Die Zielsetzung war, die Beobachtungen interessanter und angenehmer zu gestalten. Sie ist ein Werkzeug, das die beobachtenden Sternfreunde auf eine Beobachtungstour zu mehr als 1.800 sehr vielfältigen Himmelsobjekten führt.
Die App ist für das Android-Betriebssystem verfügbar und übernimmt automatisch die Sprache des Geräts, auf dem sie installiert ist. Sie ist werbefrei und funktioniert ohne Internetverbindung.
Die App basiert auf der Auswahl astronomischer Objekte, die mein Vater, ein Amateurastronom, über viele Jahre hinweg gesammelt hat. Während seiner Beobachtungen markierte er die Objekte, die ihm besonders interessant erschienen, in einem Atlas und notierte auch deren Interessensgrad (Abb. 2). Anschließend erstellte er auf Basis dieser Aufzeichnungen verschiedene Listen.
Gelegentlich beobachten die Mitglieder unseres Vereins gemeinsam die gleichen Objekte. Eines der Mitglieder schlägt verschiedene Beobachtungsobjekte vor, die dann von der Gruppe gleichzeitig beobachtet und dokumentiert werden. Die Beobachtungsergebnisse werden später in der

Gruppe besprochen. Die Basis für die Wahl der Objekte bildet diese App.
Die App enthält eine Sammlung von mehr als 1.800 Himmelsobjekten, darunter Objekte des Messier-Katalogs, die hellsten Objekte des NGC-Katalogs (New General Catalogue) sowie eine große Anzahl Doppelsterne und Sterne verschiedener Spektraltypen. Zudem sind viele Sterne des Spektraltyps C enthalten, aber auch gewöhnliche Sterne aller Spektren. Die Beobachtung dieser helleren gewöhnlichen Sterne und der Versuch, ihre Farben zu unterscheiden, kann sehr interessant sein. Da wir oft unter lichtverschmutztem Himmel beobachten, ist dieser Sternentyp weniger davon betroffen. Um die Wahrnehmung der unterschiedlichen Spektren zu erleichtern, sind zahlreiche Farbkontraste enthalten, die Paare von physikalisch nicht verbundenen Sternen zeigen, die jedoch bei der Beobachtung am Teleskop im gleichen Gesichtsfeld erscheinen. Beispiele sind Lyrae, Bootis, 13 und 11 Ursae Minoris, 5 und 6 Draconis, 3 und RX Leporis sowie 119 und 120 Tauri.
Die Objekte sind nach Sternbildern geordnet. In jedem Sternbild gibt es eine Grundroute mit Koordinaten und eine Erweiterungsroute ohne Koordinaten. Wenn man nur wenig Zeit zum Beobachten hat, kann man sich auf die Grundroute beschränken, die die spektakulärsten Objekte enthält.
Da die Reihenfolge auf der Himmelskarte festgelegt wurde, wurde die Nähe als Organisationskriterium verwendet, wodurch sich die Bewegung des Teleskops von einem Objekt zum anderen reduziert. Auf diese Weise wird die Beobachtungszeit besser genutzt und gegebenenfalls auch die Stromversorgung des Teleskops geschont. Die Routen sind sehr abwechslungsreich und unterhaltsam, da sich Objekte verschiedener Typen abwechseln.

1 Das Titelbild der App
Funktionalitäten - Kontrollkästchen Jedes Objekt verfügt über ein Kontrollkästchen (rechts neben der Katalognummer, vgl. Abb. 3). Wenn man ein Objekt markiert, weiß man immer, an welchem Punkt der Route man sich befindet. Wenn man keine Zeit hat, ein Sternbild zu vervollständigen oder zu einem anderen übergehen möchte, kann man später an der Stelle weitermachen, an der man aufgehört hat. Dies ermöglicht es einem auch, zu einem anderen Objekttyp (Deep Sky, Doppelstern usw.) zu springen und die anderen Objekte für eine andere Beobachtungsreihe zu lassen. Beim Verlassen der App wird außerdem das zuletzt beobachtete Objekt automatisch gespeichert, so dass man bei dem nächsten Beobachtungstermin an dieser Stelle fortfahren kann - unabhängig davon, ob man es als beobachtet markiert hat oder nicht.

Journal für Astronomie Nr. 97 | 115

Beobachterforum

Durchmesser von mehreren Dutzend Lichtjahren hat, in dem Hunderte Sterne geboren werden, oder eine Galaxie, deren Licht, ausgesendet von Hunderten Millionen Sternen, Millionen Jahre durch den Raum gereist ist, um uns zu erreichen. Aber in vielen Fällen ist das, was man sieht, tatsächlich nur eine kleine Wolke.

Um zu verstehen und zu genießen, was wir beobachten, benötigen wir weitere Informationen. Genau das ist die Funktion der Kommentare: In diesem Abschnitt kann man einige Daten zum Objekt notieren, z. B. Entfernung, Größe, Spektraltyp, Magnitude, Trennung der Doppelsterne, Anzahl der Sterne in einem Haufen oder Galaxientyp oder auch eine eigene kurze Beschreibung. Jeder Benutzer kann die Daten eintragen, die ihn interessieren.

2 Aufzeichnungen in den Karten bildeten die Basis der App. (Karte aus ,,Taki's Star Atlas",
mit freundlicher Genehmigung von Toshimi Taki)

Die Beobachtungszeit ist sehr wertvoll. Deshalb ist es empfehlenswert, die Auswahl der Daten im Voraus durchzuführen und die interessanten Daten nach den eigenen Bedürfnissen zusammenzustellen. Um die Einträge der Daten zu erleichtern, bietet der Button ,,Thema" (unten) die Möglichkeit, verschiedene Hintergrundfarben zu wählen, je nach dem, was man am angenehmsten empfindet. Mit dem rotfarbenen Hintergrund (Abb. 4) kann die App für die Nutzung bei der Beobachtung in der Nacht angepasst werden.

- Kopierfunktion Mithilfe der Kopierfunktion kann man den Namen des Objekts in ein Teleskopsteuerungsprogramm oder eine App mit Sternkarten übertragen. Diese Karten sind grundlegend, da das Wissen über die Lokalisierung der Objekte die Beobachtung vollständiger macht. Es kann sehr interessant sein, sich zusätzlich zu den Sternbildern die Lage der herausragendsten Objekte zu merken, um ein tieferes Wissen über den

Himmel zu erlangen und die Abhängigkeit von der automatischen Suche des Teleskops zu verringern.
- Kommentare Fast alle Amateurastronomen haben bei öffentlichen Beobachtungen irgendwann einmal die entmutigende Frage gestellt bekommen: ,,Ist diese kleine Wolke das, was man sehen muss?" Wir zeigen ihnen begeistert einen Emissionsnebel, der einen

Die großen Apps verfügen über Datenbanken mit Millionen Himmelsobjekten. Unsere Datenbank ist klein, erfordert sehr wenig Speicherplatz auf dem Gerät und wir glauben, dass es dem Nutzer helfen kann, diese Objekte auszuwählen, zu lokalisieren und zu genießen. Unser Ziel ist es, ein Werkzeug anzubieten, das dazu motiviert, den Nachthimmel zu erkunden und spannende Beobachtungen zu erleben.
(Verfasst zum Entwicklungstand der App/Okt. 2025)

116 | Journal für Astronomie Nr. 97

Beobachterforum

Internethinweise (Stand 08.12.2025): [1] F. J .G. Moreno, 2025: ,,Rutas Astro
nomicas", Google Play, https:// play.google.com/store/apps/ details?id=com.aabmula. astronomicalroutes [2] Asociación Astronómica Antonia Bas Vivancos Mula - Murcia, (Webseite der Astronomischen Vereinigung in Mula - Murcia), https://sites.google.com/site/ aabmula/

[1]

[2]

3 Das App-Design

4 Die Oberfläche im Nachtmodus
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SAHARA SKY MAROKKO
Private Sternwarte und 3-Sterne Hotel in Südmarokko Douar Tinfou / Fezouata 47602 Tamegroute Prov. Zagora
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Beobachterforum

SN 2025rbs - Supernova (Typ Ia) in NGC 7331
von Klaus Wenzel

Die Supernova SN 2025rbs wurde am 14.07.2025 von GOTO (Gravitional-wave Optical Transient Observer) etwa 11 Bogensekunden nördlich und 5 Bogensekunden westlich der Zentralregion der prominenten Galaxie NGC 7331 als 17 mag helles stellares Objekt aufgespürt.

Bereits wenige Stunden nach der Entdeckung wurde ein Spektrum am Faulkes Telescope North auf Hawaii gewonnen und das neue Objekt als Typ-Ia-Supernova klassifiziert. Bei einer SN Typ Ia überschreitet ein Weißer Zwerg durch Massenakkretion von einem engen benachbarten Begleiter die Chandrasekhar-Grenze von 1,4 Sonnenmassen und explodiert. Der Weiße Zwerg wird hierbei vollständig zerstört.
Aufgrund der Distanz von NGC 7331 und der gemessenen Rotverschiebung ist die Entfernung bei etwa 15 Mpc (ca. 48 Mio. Lichtjahre) anzusetzen.
Die Beobachtungen Aufgrund der Nähe zum Zentrum und der damit verbundenen Hintergrundhelligkeit war es bei dieser Supernova nicht ganz einfach, die aktuelle Helligkeit zu ermitteln (vgl. Abb. 1). Dies zeigt sich auch bei der recht großen Streuung der Daten der verschiedenen Beobachter in der AAVSOLichtkurve.

Die Lichtkurve Bei der auf diesen Beobachtungen basierenden Lichtkurve (Abb. 2) zeigte sich nach einem steilen Anstieg das Maximum um den 26.07.2025 mit einer Helligkeit von 11,9 mag. Dann erfolgte der für eine Supernova Typ Ia typische Abstieg, zunächst steil, dann immer flacher werdend. Bei meiner letzten Beobachtung am 04.10.2025 lag die Helligkeit noch bei 15,1 mag. Auf weitere Beobachtungen habe ich dann verzichtet, da die Supernova immer mehr von der Hintergrundhelligkeit der Zentralregion von NGC 7331 überdeckt wurde.

1 Beispiel einer kurzbelich-
teten (15 s) Überwachungsaufnahme (09.08.2025) am 8,3-Zoll-Newton. Die Supernova ist unmittelbar nördlich des Galaxienkerns markiert (Bildgröße etwa 12 x 10 Bogenminuten).

Ich beobachtete diese Supernova insgesamt 26-mal, vom 17.07.2025 bis 14.10.2025 in meiner Dachsternwarte in Wenigumstadt mit meinen beiden Newton-Teleskopen (6 Zoll f/6 und 8,3 Zoll f/3,9) in Verbindung mit einer CCD-Kamera. Da Helligkeitsmessungen vor dem hellen Galaxienhintergrund nicht immer klare Ergebnisse brachten, wurden auch immer wieder visuelle Beobachtungen an meinem 12,5-ZollNewton (f/4,8) bei 212-facher Vergrößerung zum Vergleich durchgeführt.

2 Die Lichtkurve (CV) von SN 2025rbs, erstellt nach den im Text beschriebenen
Beobachtungen.

118 | Journal für Astronomie Nr. 97

Beobachterforum

Lichtspiele im Kosmos: Der veränderliche Reflexionsnebel vdB 24
von Harald Strauß und Klaus Bernhard

Reflexionsnebel sind mit Gas vermengte interstellare Staubwolken, die das Licht nahegelegener Sterne reflektieren. Sie selbst leuchten nicht aus eigener Kraft, sondern weil sie von einer nahen Lichtquelle erhellt werden [1]. Verändert sich die Helligkeit des beleuchtenden Sterns, kann auch der umgebende Reflexionsnebel in Helligkeit und optischer Erscheinung variieren.
Solche variablen Reflexionsnebel sind seit dem 19. Jahrhundert bekannt: 1852 entdeckte John Russell Hind den nach ihm benannten veränderlichen Nebel (Hind's Nebula = NGC 1555) beim jungen Stern T Tauri [2]. Ein weiteres bekanntes Beispiel ist NGC 2261 (,,Hubbles veränderlicher Nebel") im Monoceros, der vom Veränderlichen R Monocerotis beleuchtet wird. Edwin Hubble dokumentierte 1916 auffällige Strukturänderungen in NGC 2261 und vermutete, dass bewegliche Staubwolken oder Beleuchtungsänderungen durch den eingebetteten Stern dafür verantwortlich sind. Spätere Untersuchungen bestätigten, dass sich vom zentralen Stern ausgehende Aufhellungen innerhalb weniger Wochen über

den Nebel ausbreiten können - ein Phänomen, das als Lichtecho bezeichnet wird [3].
Insgesamt sind, soweit wir dies in einer ausführlichen Literaturrecherche ermitteln konnten, erst sieben (mit vdB 24 acht) variable Reflexionsnebel bekannt (Tab. 1).
In diesem Bericht befassen wir uns mit dem Reflexionsnebel van den Bergh 24 (vdB 24) im Sternbild Perseus, der vom niederländisch-kanadischen Astronomen Sidney van den Bergh entdeckt wurde. Der Astronom erstellte seinen Reflexionsnebel-Katalog 1966, indem er Abzüge des Palomar Sky Survey (POSS I) der 1950er Jahre untersuchte, um Sterne zu identifizieren, die mit Reflexionsnebeln assoziiert sind.
Im Rahmen einer systematischen Suche nach neuen veränderlichen Reflexionsnebeln konnten wir erstmals eine optische Veränderlichkeit von vdB 24 nachweisen. Ausgangspunkt war eine Liste von rund 850 Reflexionsnebeln von der Webseite CCD-Guide [4]. Soweit diese Objekte in den NASA STScI Digitized Sky Surveys

DSS1 und DSS2 enthalten waren, wurden die Aufnahmen geblinkt, um mögliche Helligkeits- oder Strukturveränderungen sichtbar zu machen. Dabei erwies sich vdB 24 als besonders auffälliges und veränderliches Objekt. Weitere Details finden sich in unserer Veröffentlichung im BAV-Journal [5].
VdB 24 und der veränderliche Stern XY Per VdB 24 ist ein bläulicher Reflexionsnebel in dem Sternbild Perseus mit einem scheinbaren Durchmesser von etwa 6-8 Bogenminuten (Abb. 1). Er liegt etwa 1,5 Grad südwestlich von Epsilon Persei und gehört zu einem ausgedehnten Dunkelwolkenkomplex im Perseus-Molekülwolkengebiet. Die Entfernung des Nebels beträgt etwa 1.400 Lichtjahre (Parallaxe von XY Per, aus Gaia DR3). Auf langbelichteten Aufnahmen zeigt er sich deutlich dreigeteilt: ein nordwestlicher Nebelteil an den Randbereichen der Dunkelwolke, ein länglicher, vergleichsweise heller Südwest-Abschnitt sowie die hellste Region unmittelbar südlich des Zentralsterns XY Per.

Tabelle 1 Liste bekannter variabler Reflexionsnebel, nach Rektaszension geordnet

Eigenname
van den Berghs Nebel 24 Hinds Nebel McNeils Nebel Hubbles Nebel Thommes' Nebel Corona-Australis-Nebel Gyulbudaghians Nebel Borisovs Nebel

Katalog-Nr.
vdB 24 NGC 1555 bei M 78 NGC 2261
NGC 6729
GM-12 -

Sternbild
Perseus Stier Orion
Einhorn Einhorn Südliche Krone Kepheus Kepheus

Stern
XY Persei T Tauri V1647 Ori R Mon V900 Mon R & T CrA PV Cephei
?

Rektasz. (h min s)
03 49 36 04 21 57 05 46 14 06 39 10 06 57 22 19 01 54 20 45 54 21 37 18

Dekl. ( Grad ' ") 2000.0
+38 59 00 +19 32 07 -00 05 48 +08 45 00 -08 23 18 -36 57 12 +67 57 39 +66 51 57

Journal für Astronomie Nr. 97 | 119

Beobachterforum

den zunächst die öffentlich zugänglichen Bilder in den Jahren 2018 bis 2024 vom NASA/IPAC Infrared Science Archive (IRSA) heruntergeladen und systematisch visuell begutachtet. Wir erstellten weiters eine Animation aus etwa 500 ZTF-Einzelaufnahmen, die den Zeitraum von 2018 bis 2024 abdeckt und unter [8] abrufbar ist. Für die ZTF-Animation wird empfohlen, den Film vollständig herunterzuladen und mit einem Videoplayer in voller Auflösung anzusehen.

1 Übersichtsaufnahme der Region um vdB 24, Norden oben, Bildfeld 27` x 26`.
(Bild: Bernhard Hubl, CCDGuide.COM)

Der den Nebel beleuchtende veränderliche Stern XY Per weist irreguläre Schwankungen mit einer Amplitude von etwa 1,5 mag (V 9,2 bis 10,7 mag) auf, welche die Ursache der Veränderlichkeit von vdB 24 sind. Es handelt sich um einen sehr jungen und eruptiven Herbig-Ae/Be-Stern von mittlerer Masse (~2,8 Sonnenmassen) und hoher durchschnittlicher Leuchtkraft ( 86 Sonnenleuchtkräfte). Seine effektive Oberflächentemperatur von ca. 9.750 K entspricht in etwa dem blauen Farbton des Sterns Wega.
Das Alter von XY Per wird auf nur ca. 2,5 Millionen Jahre geschätzt - der Stern befindet sich noch in der Entwicklungsphase und akkretiert vermutlich Material aus seiner Umgebung [6]. XY Per hat übrigens noch einen etwas schwächeren und schwer trennbaren Begleitstern (V = 10,7 mag) im Abstand von etwa einer Bogensekunde.

Helligkeitsschwankungen auf den Aufnahmen des Zwicky Transient Facility Während die wenigen und in zeitlichen Abständen von Jahrzehnten erhaltenen großflächigen Aufnahmen der Digitized Sky Surveys DSS1 und DSS2 die Entdeckung der Veränderlichkeit eines Reflexionsnebels erlauben, ist eine detaillierte Untersuchung den viel zahlreicheren Aufnahmen moderner Himmelsüberwachungssysteme vorbehalten. Besonders geeignet war hierbei die Auswertung von Daten der Zwicky Transient Facility (ZTF), einer seit 2018 operierenden Durchmusterung mit einer Weitwinkelkamera am Palomar-Observatorium. ZTF nimmt den Nordhimmel systematisch in kurzen Abständen auf und erfasst dabei alle Objekte bis etwa 20. Größenklasse im zeitlichen Verlauf [7].
Um Veränderungen von vdB 24 in den ZTF-Aufnahmen zu identifizieren, wur-

Es sei darauf hingewiesen, dass die Zeitabstände zwischen den einzelnen Bildern nicht gleichmäßig sind. Ergänzend wurden fotometrische Zeitreihen anderer Himmelsüberwachungen ausgewertet, um die Helligkeitsentwicklung des Zentralsterns XY Per zu erfassen, der in ZTF leider überbelichtet ist. Hier kamen Daten des Kamogata/Kiso/Kyoto Wide-field Survey (KWS) und der ASAS-SN-Überwachung (All-Sky Automated Survey for SuperNovae) zum Einsatz.
Die Animation der ZTF zeigt übereinstimmend mit den fotometrischen Zeitreihen des Zentralsterns monatelange Phasen geringerer Helligkeitsänderungen, die sich mit etwa zweiwöchigen Phasen erhöhter Aktivität abwechseln.
Aktivitätsphasen 2019/2020: Kurzfristige Helligkeitsschwankungen mit scheinbarer Überlichtgeschwindigkeit Die Abbildungen 2 und 3 illustrieren zwei besonders aktive Phasen des Nebels in den Zeiträumen 28. August bis 9. September 2019 sowie 15. Januar bis 1. Februar 2020.
In beiden aktiven Phasen begann die Variabilität des Nebels mit einer deutlichen Helligkeitsänderung von XYPer über mehrere Wochen - im ersten Event (Abb.2) mit einer Abnahme von etwa 0,5mag, im

120 | Journal für Astronomie Nr. 97

2 ZTF-Aufnahmen des Ereignisses zwi-
schen dem 28.08.2019 und dem 09.09.2019. Gezeigt sind XY Per (Zentrum) und der zentrale Bereich von vdB 24 (Norden oben, Bildfeld 1,8` x 1,8`, g-Band)
zweiten (Abb.3) mit einer Zunahme von rund 1,5mag. Diese Änderungen betreffen ausschließlich das Sternlicht entlang unserer Sichtlinie, das etwa durch eine zirkumstellare Scheibe teilweise abgeschattet sein kann. Der Nebel hingegen wird auch von Licht beleuchtet, das den Zentralstern in andere Raumrichtungen verlässt. Das könnte erklären, warum seine Reaktion dennoch in beiden Fällen ähnlich ausfiel, und zwar: a) In beiden Ereignissen trat wenige Tage nach der Helligkeitsänderung des Zentralsterns eine lokale Aufhellung im Reflexionsnebel auf (roter Pfeil, jeweils im zweiten Bild rechts oben markiert). b) Im Verlauf der folgenden Tage vergrößerte sich der Bereich der lokalen Aufhellung, verschob sich nach unten und trennte sich vom ursprünglichen Nebel, da sich eine Lücke bildete (blauer Pfeil). Schließlich verblasste in der jeweils vierten Aufnahme die sich bewegende Aufhellung, während sie sich weiter entfernte. Letztendlich war nach etwa 2-3 Wochen (jeweils rechts unten) das ursprüngliche Erscheinungsbild des Nebels wiederhergestellt. Die scheinbaren Formänderungen stellen keine tatsächlichen strukturellen Veränderungen - wie etwa bei der Expansion von Supernovaüberresten - dar, sondern resultieren ausschließlich aus wechselnden Beleuchtungsverhältnissen, die durch die variable Helligkeit des Zentralsterns hervorgerufen werden.
3 ZTF-Aufnahmen des Ereignisses zwi-
schen dem 15.01.2020 und dem 01.02.2020, gleicher Bildmaßstab wie in Abb. 2

Beobachterforum Journal für Astronomie Nr. 97 | 121

Beobachterforum

Da die beobachteten Formänderungen also auf unterschiedliche Beleuchtungsverhältnisse zurückzuführen sind, ergibt eine Abschätzung basierend auf der scheinbaren Bewegung der Aufhellung innerhalb des Reflexionsnebels - etwa 1,5 Bogensekunden pro Tag - eine projizierte Ausbreitungsgeschwindigkeit von rund dem Drei- bis Vierfachen der Lichtgeschwindigkeit, unter der Annahme der oben genannten Entfernung von etwa 1.400 Lichtjahren. Diese scheinbar überlichtschnelle Bewegung lässt sich als geometrischer Lichtecho-Effekt erklären.
Schlussfolgerung XY Per und der umgebende Reflexionsnebel vdB 24 stellen ein hochinteressantes System dar, das einen aktiven jungen Doppelstern mit einem Herbig-Ae/Be-Hauptstern in seinem Zentrum hat. Dies führt zu ortsabhängigen Helligkeitsänderungen im umliegenden Reflexionsnebel innerhalb weniger Tage bis Wochen mit scheinbarer Überlichtgeschwindigkeit. Damit reiht sich dieses Objekt in die seltene Klasse veränderlicher Reflexionsnebel ein. Weitere Beobachtungen könnten nicht nur die faszinierenden Lichtechos genauer charakterisieren, sondern auch zur Beantwortung astrophysikalischer Fragen beitragen, etwa wie häufig und stark Herbig-Ae/Be-Sterne fluktuieren und welchen Einfluss dies auf die Entstehung zukünftiger Planetensysteme haben könnte.

Literatur- und Internethinweise (Stand 09.12.2025): [1] S. van den Bergh, 1966: ,,A study of reflection nebulae",
Astron. J. 71, 990 [2] E. E. Barnard, 1895: ,,Invisibility of Hind's Variable Nebula
(NGC 1555)", Mon. Not. Roy. Astron. Soc. 56, 66 [3] J. Lightfoot, A. Scholz, 2025: ,,Hubble's Variable Nebula
I. Ripples on a big screen", Mon. Not. Roy. Astron. Soc. 540, 52 [4] Astronomischer Arbeitskreis Salzkammergut, 2025:
,,CCD-Guide", https://ccdguide.com/ [5] H. Strauß, K. Bernhard, 2025: ,,Van den Bergh 24 is a
variable reflection nebula around XY Per", BAV Journal 104 [6] B. Montesinos, C. Eiroa, A. Mora, B. Merín, 2009:
"Parameters of Herbig Ae/Be and Vega-type stars", Astron. Astrophys. 495, 3, 901 [7] E. C. Bellm, S. R. Kulkarni, T. Barlow et al., 2019: "The Zwicky Transient Facility: Surveys and Scheduler", Publ. Astron. Soc. Pac. 131, 068003 [8] H. Strauß, K. Bernhard, 2025: ,,Animationen der DSS- und ZTF-Aufnahmen von vdB 24", BAV-Homepage unter ,,Veröffentlichungen", www.bav-astro.eu

[4]

[8]

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Vorschau

Vorschau auf astronomische Veranstaltungen
April bis August 2026
zusammengestellt von Werner E. Celnik aus vorliegenden Informationen (Angaben wie immer ohne Gewähr)

Bitte informieren Sie sich beim Veranstalter, ob die Veranstaltung, an der Sie interessiert sind, auch tatsächlich stattfindet, und wenn ja, in welcher Form.

VEREINIGUNG DER STERNFREUNDE

Aktuelle Informationen im Terminkalender der VVdERESINIGuUNnG ter www.vds-astro.de
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April 2026

FR, 17.04. - SO, 19.04.2026
11. Bergedorfer Teleskoptreffen (BTT) Ort: Hamburger Sternwarte, Gojenbergsweg 112, 21029 Hamburg. Veranstalter: Rüdiger Heins. Teleskoptreffen auf dem wunderschönen Gelände der Hamburger Sternwarte in Verbindung mit der Langen Nacht der Museen. Eine gastronomische Versorgung kann voraussichtlich nur am Samstag erfolgen. Da die Stellplätze auf dem Gelände nicht unendlich sind, ist eine Anmeldung erforderlich. Info: www.astrotreff.de/forum/ index.php?thread/303475-11-bergedorfer-teleskoptreffen-btt/

SA, 25.04.2026

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Jahrestagung der VdS-Fachgruppe Radioastronomie

Ort: Archenhold-Sternwarte, Alt Treptow 1, 12435 Berlin. Zeit:

10 - 18 Uhr. Veranstalter: VdS-FG Radioastronomie. Vielfältiges

Programm mit spannenden Forschungsergebnissen, praktischen

Bauprojekten und persönlichen Erfahrungsberichten. Die

Veranstaltung richtet sich ausdrücklich auch an Einsteiger ohne

Vorwissen - jede und jeder Interessierte ist zum gemeinsamen

Austausch herzlich willkommen.

Info: http://fgt26.radioastronomie.vdsastro.de/

Mai 2026
SA, 02.05.2026
Astronomieworkshop des Astronomischen Arbeitskreises Salzkammergut 2026 Ort: Pfarr- und Gemeindezentrum, Wachtbergstraße 4, A-4852 Weyregg am Attersee, Österreich. Zeit: 9 - 18 Uhr. Veranstalter: Astronomischer Arbeitskreis Salzkammergut. Ganztägiges Tagungsprogramm aus allen Bereichen der Amateurastronomie. Am Folgetag findet der Pixinsight-Workshop statt. E-Mail: info@astronomie.at, Info: https://astronomie.at/ veranstaltungen/astroworkshop/
FR, 08.05. - SO, 10.05.2026
BAV-Beobachtertreffen 2026 Ort: Bruno H.-Bürgel Sternwarte, Töpelstraße 49, 04746 Hartha. Veranstalter: Bundesdeutsche Arbeitsgemeinschaft für Veränderliche Sterne e.V. Treffen der an Veränderlichen Sternen interessierten Sternfreunde mit Themen für Anfänger und Fortgeschrittene. Info u. Anmeldung: www.bav-astro.de/index. php/bav-veranstaltungen/event/32:hartha-2026

SA, 09.05.2026

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5. Online-Meeting Fachgruppe Geschichte

Zeit: 10:00-12:30 Uhr, via MS-Teams. Aktuelle Themen siehe

VdS-Forum der Fachgruppe. Anmeldung über fg-geschichte@

sternfreunde.de

SA, 09.05.2026

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Astronomie und Techniktreff (ATT) 2026

Ort: Gymnasium Am Stoppenberg, Im Mühlenbruch 51,

45141 Essen. Zeit: 10-18 Uhr. Veranstalter: Walter-Hohmann-

Sternwarte Essen e.V. Der ATT ist eine Messe rund um die

Amateurastronomie und die größte Veranstaltung dieser Art

in Europa. Hier kann man sowohl die neuesten Teleskope und

jegliches Zubehör als auch Gebraucht- und Selbstbauinstrumente

bewundern sowie mit den Herstellern und erfahrenen Amateuren

Erfahrungen austauschen. Auch Volkssternwarten und Vereine

präsentieren sich hier der Öffentlichkeit. Das Rahmenprogramm

umfasst Vorträge und Angebote für Kinder. Ermäßigter Eintritt

für VdS-Mitglieder (Mitgliedsausweis nicht vergessen!).

Info: www.att-essen.de/

MI, 13.05. - SO, 17.05.2026
Internationales Teleskoptreffen Vogelsberg (ITV) 2026 Ort: Campingpark, Am Gederner See, 63688 Gedern. Veranstalter: Intercon Spacetec. Deutschlands größtes Teleskoptreffen. Alle Sternfreunde sind herzlich zur gemeinsamen Beobachtung eingeladen, mit und ohne eigenes Teleskop. Der Naturpark Hoher Vogelsberg liegt zentral (Frankfurt-FuldaGießen) und bietet gute astronomische Bedingungen (visuell bis 6,8 mag). Es steht ein ca. 3,5 Hektar großes Areal im Campingpark Gedern zur Verfügung. Rasenflächen für Teleskopaufstellung und Camping sind reichlich vorhanden. Info: www.teleskoptreffen.de/itv.html

FR, 29.05. - FR, 11.09.2026
Ausstellung ,,Ad Astra. 50 Jahre Verein der Freunde der Sternwarte Regensburg e.V." Ort: Historisches Museum der Stadt Regensburg. Die Kooperation zwischen der Sternwarte Regensburg, dem Historischen Museums der Stadt Regensburg und des Keplerhauses der Stadt Regensburg sowie der Professur für Wissenschaftsgeschichte der Universität Regensburg ermöglicht umfassende Einblicke in die astronomischen Aktivitäten in Regensburg in verschiedenen Zeitepochen mit noch niemals ausgestellten Exponaten.

Journal für Astronomie Nr. 97 | 123

Vorschau

Juni 2026

FR, 19.06. - SO, 21.06.2026

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Kleinplanetentagung 2026

Ort: VEGA-Sternwarte Salzburg, Hochberg 3, A-5162 Obertrum

am See, Österreich. Veranstalter: VdS-Fachgruppe Kleine

Planeten. Die Kleinplanetentagung ist das jährliche Treffen

der VdS-Fachgruppe Kleine Planeten. Asteroiden- und

Kometenbeobachter und Interessierte aus dem gesamten

deutschsprachigen Raum sind herzlich eingeladen teilzunehmen

und zum Programm beizutragen.

Info: https://ftp-europlanet.de/kleinplanetentagung2026

SA, 20.06.2026
Norddeutsches Sternwartentreffen (NST) 2026 Ort: Sternwarte Tornesch, Klaus-Groth-Straße 11, 25436 Tornesch. Veranstalter: Regionale Volks- und Schulsternwarte Tornesch. Zeit: 11 - 18 Uhr. Gegenseitiges Kennenlernen und Erfahrungsaustausch von Vertretern norddeutscher Sternwarten und Vereine mit Gastbeiträgen zu Aktivitäten. ProgrammHighlights: Musikalische Begrüßung, Fachvortrag ,,Das schwarze Herz der Milchstraße" von Prof. Dr. Andreas Burkert (LudwigMaximilians-Universität München, Lehrstuhl Computational Astrophysics, Beteiligung Event Horizon Telescope (EHT)Kollaboration, www.andreasburkert.com), Erfahrungsaustausch und Gastbeiträge, Gemeinsames Mittagessen, Kaffee und wahlweise Abendessen. Info: https://sternwarte-tornesch.de/

FR, 26.06. - SO, 28.06.2026
ASTRO Astronomie-Ausstellung Ort: Messe Friedrichshafen, Neue Messe 1, 88046 Friedrichshafen. Neue Astromesse im Süden Deutschlands in Verbindung mit der Internationalen Amateurfunk-Ausstellung HAM RADIO. Kommerzielle Aussteller und Flohmarkt auf 6.300 m2, Bühne für Vorträge. Second-Hand-Börse. Info u. Anmeldung: www.hamradio-friedrichshafen.de/ausstellen/aussteller-werden

DI, 30.06.2026
Asteroid Day 2026 Jedes Jahr finden am 30. Juni im Rahmen des Asteroid Day weltweit Veranstaltungen statt, die auf die potentielle Gefahr durch erdnahe Asteroiden aufmerksam machen sollen. Info: https://asteroidday.org/

Juli 2026
MO, 20.07. - FR, 07.08.2026
Internationales Sommerpraktikum am Haus der Astronomie Ort: Haus der Astronomie, Königstuhl 17, 69117 Heidelberg. Veranstalter: Haus der Astronomie. Für Schüler*innen der Klassenstufen 11 oder Kursstufe/Oberstufe und Abiturient*innen vor dem Studium sowie Schüler*innen der entsprechenden

Altersstufe aus anderen Ländern. Themen sind Experimente, Beobachtungen und Datenauswertung in Astronomie, Astrophysik und Kosmologie. Die Praktikumssprache ist Englisch. Weitere Informationen zum Ablauf und zum Bewerbungsverfahren auf
der Praktikumswebseite: www.haus-der-astronomie.de/en/ what-we-do/internships/summer-internship

August 2026

SA, 01.08.2026

VEREINIGUNG

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DER STERNFREUNDE

DER STERNFREUNDE

6. Online-Meeting Fachgruppe Geschichte

Zeit: 10:00-12:30 Uhr, via MS-Teams. Aktuelle Themen siehe

VdS-Forum der Fachgruppe. Anmeldung über fg-geschichte@

sternfreunde.de

SA, 01.08. - SA, 15.08.2026
Astronomisches Sommerlager ASL 2026 Ort: Silberborn. Veranstalter: VEGA e.V. Das deutschsprachige Astronomie-Camp für Anfänger und Fortgeschrittene im Alter von 14 bis 24 Jahren. Weitere Infos zu Ablauf und Anmeldung auf der Webseite des ASL: https://vega-astro.de

MI, 12.08.2026
Lange Nacht der Astronomie 2026 In der Langen Nacht der Astronomie laden zahlreiche astronomischen Einrichtungen deutschlandweit dazu ein, mit einem abwechslungsreichen Programm die Begeisterung für die Astronomie zu teilen - dieses Jahr anlässlich der Sonnenfinsternis und der anschließenden Perseidennacht. Info: www.lange-nacht-der-astronomie.de/

MI, 12.08. - SO, 16.08.2026
Raffaels Starparty 2026 Ort: Bootsanleger und Campingplatz, 19294 Neu-Göhren. Veranstalter: Rüdiger Heins, Info: www.astrotreff.de/forum/index. php?thread/303474-raffaels-starparty-in-neu-g%C3%B6hren-2026

DO, 13.08. - SO, 16.08.2026
Bayerisches Teleskop-Meeting (BTM) 2026 Ort: Osterberg 1, 85137 Pfünz. Veranstalter: Astronomiefreunde Ingolstadt. Mit seiner über 25-jährigen Geschichte gilt das Bayerische Teleskopmeeting (kurz BTM) als größtes amateurastronomisches Event in Bayern, das jedes Jahr viele Sternfreunde und Astronomieinteressierte aus ganz Deutschland und den Nachbarländern zum Osterberg nach Pfünz lockt, einem sehr idyllisch gelegenen und attraktiven Beobachtungsplatz in der Region. Alle Teilnehmer werden gebeten, sich vor der Anreise auf der Veranstaltungswebseite über alle wichtigen Gegebenheiten zu informieren. Info: www.astronomie-ingolstadt.de/btm

124 | Journal für Astronomie Nr. 97

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auslaufen kann und kündigen Sie diesen selbst beim Verlag. Dann teilen Sie uns den Start-Termin für Ihr Abo über die VdS mit. Wenn Sie zur Abwicklung weitere Fragen haben, rufen Sie uns an oder mailen Sie uns. Wir helfen Ihnen gerne weiter.
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vorliegen. Eine nachträgliche Rechnungsänderung im Frühjahr erfordert einen enormen Zeit- und Kostenaufwand sowohl bei uns als auch beim Verlag und ist nicht mehr möglich! Sollten wir Ihre Bescheinigung zum genannten Termin nicht haben, so verlieren Sie im Folgejahr Ihren Anspruch auf den ermäßigten Beitrag! Neumitglieder reichen uns die Bescheinigung bitte zum Beginn der Mitgliedschaft ein.
Und so erreichen Sie uns: VdS-Geschäftsstelle Darmstädter Straße 57 64625 Bensheim E-Mail: service@sternfreunde.de Telefon: 06251 8291346 Mobil: 0157 31377445
Wenn es für Sie gut läuft, dann sind auch wir zufrieden.
Für Ihre Unterstützung herzlichen Dank!
Annika Elsner VdS-Geschäftsstelle

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Visuelle Deep-Sky-Beobachtung Bannuscher Dietmar

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44789

Lortzingstr. 5

44789

Singgasse 43

67150

Adolf-Kolping-Str. 10a 85625

Oswaldtalstr. 9

08340

Am Sportplatz 7

49124

83024

Kasseler Str. 11

28215

Persterstr. 6h

09430

Pöppigstr. 35

04349

Abenstalstraße 13 b 84072

Lindenspürstr. 27

70176

10409

Obere Leberklinge 18 97877

Lortzingstr. 5

44789

Mörikeweg 14

75015

Bechtolsheimer Weg 26 55278

Ginsterweg 14

59229

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56249

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Sternbedeckungen/IOTA-ES Dr. Bredner Eberhard Ginsterweg 14

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Visuelle Deep-Sky-Beobachtung Spitzer

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49124 Georgsmarienhütte fg-darksky@sternfreunde.de

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69117 Heidelberg

fg-kleine-planeten@sternfreunde.de

04349 Leipzig

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84072 Seysdorf

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27576 Bremerhaven

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45139 Essen

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65719 Hofheim

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75015 Bretten 55278 Friesenheim 59229 Ahlen-Dolberg 99334 Kirchheim 55268 Nieder-Olm 48161 Münster

fg-sonne@sternfreunde.de fg-spektroskopie@sternfreunde.de fg-sternbedeckungen@sternfreunde.de juergen.schulz@sternfreunde.de fg-veraenderliche@sternfreunde.de fg-deepsky@sternfreunde.de

Kontaktadressen

Vereinigung der Sternfreunde e.V. Geschäftsstelle

Vorsitzender

Dr. Pilz

Uwe

Darmstädter Straße 57 Pöppigstr. 35

64625 Bensheim 04349 Leipzig

service@sternfreunde.de uwe.pilz@sternfreunde.de

126 | Journal für Astronomie Nr. 97

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